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2254: Porträtbüste des Kaisers Caracalla

Berlin, Staatliche Museen, Antikensammlung Berlin

Catalog text

Name:

Porträtbüste des Kaisers Caracalla

Inventory number:

Sk 384

Author:

Semra Mägele

Provenience:

Aus Rom. 1875 durch Vermittlung von Heinrich Dressel für 8000 frs. aus Rom für das Museum angekauft (Inventar der Skulpturen I).

Measurements:

H. 57 cm; B. 58 cm; T. 31 cm.

Material/Technique:

Weißer feinkörniger Marmor.

Preservation:

Leichte Bestoßungen an den Augenbrauen. Einige Faltenrücken abgebrochen. Wurzelablagerungen an Haar- und Bartlocken.

Additions:

Geringfügige Ergänzungen an Nasenspitze, Unterlippe, Ohren, Bart und der Brust.

Inventories/Archival materials:

Inventar der Skulpturen I, S. 110 f. Nr. 384.

Catalogs:

Verzeichnis 1885, S. 75 Nr. 384; Conze 1891, S. 155 Nr. 384; Blümel 1933, S. 39 f. Nr. R 96 Taf. 59. 60; Knittlmayer – Heilmeyer 1998, S. 212 Nr. 128 (Max Kunze); Scholl – Platz-Horster 2007, S. 237 Nr. 145 (Karsten Dahmen).

Bibliography:

Rohde 1968, S. 133; Wiggers – Wegner 1971, S. 31. 44. 57 Taf. 16; 17 a; Vierneisel – Zanker 1979, S. 110 Nr. 11. 13; Heres 1981, S. 32 f. Nr. 37; Fittschen – Zanker 1985, S. 105–108 Nr. 91; Fless u. a. 2006, S. 141 Nr. 368 (Christine Gückel); Weiß 2007, S. 49 Abb. 12.
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Description:

Die sehr gut erhaltene Büste zeigt das heftig zu seiner linken Schulter gedrehte Bildnis des Kaisers Marcus Aurelius Severus Antoninus, besser bekannt unter seinem antiken Spitznamen Caracalla, Sohn des Septimius Severus (reg. 193–211 n. Chr.). Die seit dem 2. Jh. n. Chr. überlieferte nackte Büste umfasst den gesamten Oberkörper samt Armansätzen und zeigt den quer gelegten Balteus und das auf der linken Schulter mit einer Fibel befestigte Paludamentum, die sogleich militärische Assoziationen wecken. Das Porträt zeigt Caracalla im 1. Alleinherrschertypus. In deutlicher Abkehr zu den älteren Bildnistypen ist der Kaiser mit einer Kurzhaarfrisur aus knotenartig gerollten Locken, die über der Stirn in einer annähernd waagerechten Reihe angeordnet sind, und einem kurzgelockten Bart dargestellt. Besonders prägnant ist der Gesichtsausdruck mit der sehr heftig kontrahierten Stirn, was über der kurzen, breiten Nase zur Bildung eines Muskelwulstes geführt hat, von dem seitlich zwei Furchen schräg über die Brauen geführt sind. Zwei ebenso heftig geschwungene Stirnfalten schließen nach oben hin ab. Die Berliner Replik zeigt als weitere Merkmale dieses Typus den kleinen, vom Schnurrbart eingerahmten Mund, sowie das ausrasierte Kinn mit der tiefen Kerbe auf der Kinnkuppe.

Dating:

Das Porträt Caracallas ist im 1. Alleinherrschertypus wiedergegeben, der nach dem Tod des Bruders Geta, mit dem er gemeinsam regiert hatte, bzw. mit der Erlangung der Alleinherrschaft im Jahre 212 n. Chr. konzipiert wurde. Das Berliner Bildnis dürfte kurze Zeit später gegen 215 n. Chr. entstanden sein.

Interpretation:

Die schon von seinen Zeitgenossen kommentierte extreme Mimik des Kaisers (SHA Caracalla 2, 4; Cass. Dio 78,11) wurde bereits kurze Zeit später mit seinem letzten Bildnistypus abgemildert. Die Konzipierung dieses Bildnistypus steht zweifellos in Zusammenhang mit Caracallas Neigung zum Heer und zum Soldatenleben, wie auch sein Spitzname verrät, der sich von einem bestimmten Soldatenmantel ableiten lässt.