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2109479: Canopos mit Nymphäum, sog. Serapeion

Tivoli

Information on the Building

Localization:

Tivoli, Italien, IT, Villa Hadriana

Geographical description:

Ancient landscape: Latium
Cultural era: römisch

Characterization:

Building type: Nymphäum, Palast
Description: Monumentale Bankettanlage (stibadium); Beschreibung:; Südlich der Großen Thermen erstreckt sich ein künstlich geschaffenes Tal, das in seinem Nordteil von einem mehr als 120 m langen und knapp 19 m breiten Kanal eingenommen wird, dem sog. Canopus; an dessen Ostseite führte eine schattenspendende porticus entlang. Südlich anschließend liegt der Gebäudekomplex des sog. Serapeum: zunächst eine Exedra mit Kuppel und je vier Nischen zu beiden Seiten einer hohen Öffnung, die in einen schlauchartigen rückwärtigen Saal führt, der ganz von einem Wasserbecken eingenommen wird. Das Zentrum der Exedra nimmt eine halbkreisförmige gemauerte Bank ein, vor und hinter der jeweils ein Kanal verläuft. Vor dem äußeren nach Norden zu liegt ein halbmondförmiges Becken. Der rückwärtige Saal besitzt ebenfalls Nischen an den Seitenwänden und eine einzelne hohe in der Rückwand. Der mittlere Bereich weist ein Podium auf, das durch eine Treppe in einem Nebensaal der Ostseite zugänglich ist. Es ist von einer Art Baldachin überdeckt. Die lange Zeit vorherrschende These, es handele sich um ein Heiligtum, ist insbesondere durch die Existenz zahlreicher hydrotechnischer Installationen widerlegt, aber auch durch das Vorhandensein mehrerer Einzellatrinen. Vielmehr muß die Anlage als (eine von mehreren in der Villa Adriana nachweisbaren) Bankettzonen interpretiert werden, die hydrotechnisch sicherlich aufwendigste der gesamten kaiserlichen Residenz; denn hier war das Wasser omnipräsent. Die auf der Bank in der Exedra lagernden Gäste Hadrians waren buchstäblich von Wasser umgeben, dessen diverse auf die Sinne des Menschen wirkenden Effekte die leiblichen Genüsse des Mahles noch wesentlich gesteigert haben müssen. Rezent ist die ältere These, der Kaiser habe auf dem Podium im rückwärtigen Teil gelagert, wieder aufgenommen und mit guten Argumenten den übrigen Überlegungen zur Funktion des Podiums gegenübergestellt worden. Die zahlreichen Besonderheiten in Architektur, hydrotechnischer und dekorativer Ausstattung der Anlage machen es wahrscheinlich, daß Hadrian selbst an ihrem Entwurf beteiligt gewesen ist.
Ancient context: extraurban; Palast

Bibliography:

H. Manderscheid, Überlegungen zur Wasserarchitektur und ihrer Funktion in der Villa Adriana, RM 107, 2000, 109-140.;
H. Manderscheid, Sub nomine Caesaris – la gestione idrica e l’architettura dell’acqua a Villa Adriana, in: M. Sapelli Ragni (Hrsg.), Villa Adriana – una storia mai finita. Novità e prospettive della ricerca. Catalogo Mostra, Tivoli 2010 (Milano 2010) 26-33.;
H. Manderscheid, Der Platz des Kaisers beim Bankett – von Wasser umgeben, in: G. Wiplinger (Hrsg.), De aquaeductu urbis Romae. Sextus Iulius Frontinus and the water of Rome. International Congress on the History of Water Management and Hydraulic Engineering in the Mediterranean Region, Rome, November 10-18, 2018 (BABesch, suppl. 40, 2020) 37–50;
E. Salza Prina Ricotti, Villa Adriana, il sogno di un imperatore (Rom 2001) 241-263 Ill. 80-91;