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2100357: Weidener Grabkammer

Colonia Claudia Ara Agrippinensium / CCAA, Köln (Kreisfreie Stadt)

Available images: 3

Information on the Building

Localization:

Köln (Kreisfreie Stadt), Ancient place name: Colonia Claudia Ara Agrippinensium / CCAA, Deutschland, DE, Köln
Köln- Weiden, Deutschland, DE, Weidener Grabkammer
- Location information is in situ -

Geographical description:

Die Weidener Grabkammer lag unmittelbar an der nördlichen Seite der römischen Straße von Köln nach Bavai, ca. 8,6 km vor dem Westtor der Stadtmauer (heute Aachener Straße 1328); vielleicht zum Bezirk einer großen villa rustica gehörig.
Roman province: Germania Inferior
Cultural era: römisch

Characterization:

Building type: Grabbau, Columbarium; Hypogäum
Preservation: ortsfestes Bodendenkmal; antikes Bodenniveau 5,91 m unter dem modernen; das Tonnengewölbe ist in nachrömischer Zeit eingebrochen
Description: Unter Grabkammern (Hypogaea) versteht man ganz oder teilweise unterirdische, befestigte und begehbare Räume. Sie wurden speziell für die Bestattung einzelner oder einer Gruppe Verstorbener angelegt. Über eine ca. 6 m in die Tiefe führende Treppe aus Tuffsteinen gelangte man in die Grabkammer, deren Eingang mit einer steinernen Verschlußplatte, die hochgezogen bzw. herabgelassen werden konnte, gesichert war. Diese wurde bei der Auffindung zerstört. Die 3,55 m x 4,44 m große Kammer war ursprünglich 4,06 m hoch; Kämpferhöhe 2,40 m. Sie ist ebenfalls aus Tuffstein erbaut, nur die Türrahmung besteht aus Sandstein. An den drei Seitenwänden der Kammer befindet sich jeweils eine große Nische mit halbrundem oberen Abschluss, die als Kline (Liege) gestaltet ist. Die Gestaltung gleicht einem Triclinium. Innerhalb der großen Nischen und an den Wänden sind weitere kleine, halbrunde Nischen eingetieft. Diese waren vermutlich hauptsächlich für die Deponierung von Opfer- und Beigaben oder Lichtquellen vorgesehen. Leichenbrand fand sich in einem als Urne dienenden engobierten Becher sowie in zwei vor der Stirnwand stehenden Pyramidenstümpfen aus Tuff, die auf der Oberseite eine Vertiefung aufweisen. Die Hauptnischen waren mit verschiedenfarbigen Marmorsorten verkleidet und hoben sich dadurch besonders von der Umgebung ab. Vor den seitlichen Hauptnischen stehen zwei Sessel aus Kalkstein, die Korbsessel nachbilden. In diesen Nischen sind links zwei weibliche und rechts eine männliche Marmorbüste ausgestellt. Die Anordnung der Fundstücke entspricht der Auffindungssituation. Der heute in der Grabkammer ausgestellte Sarkophag stand vermutlich über dem Raum und stürzte mit einem Teil der Decke in die Kammer. Von der oberirdisch anzunehmenden Gestaltung des Grabmonumentes sind zwei fragmentierte tuskanische Kapitelle mit Ansatz des Säulenschaftes sowie wenige mörtelbehaftete Bruchsteine und Ziegelfragmente erhalten. Eine exakte Rekonstruktion dieses oberirdischen Teils ist aufgrund der geringen Funde nicht möglich; Einordnung: Die Form der Grablege für mehrere Familienangehörige in einer unterirdischen Kammer (Hypogäum) stammt aus dem Mittelmeergebiet. Enge Vergleiche finden sich in Rom und Ostia, wo solche Bauwerke ab trajanischer Zeit nachgewiesen sind. Nördlich der Alpen ist die Weidener Grabkammer eine der frühsten sowie auch besterhaltenen Beispiele derartiger Bauten. Zudem fällt sie durch ihre reiche Ausstattung auf. Sie gehörte vermutlich zu einem römischen Gutshof (villa rustica), der jedoch nicht näher bekannt ist.
Ancient context: Nekropole; ländlich

History:

Building history : Bei Ausschachtungsarbeiten, die 1843 an der Aachener Straße stattfanden, wurde die Grabkammer zufällig von dem Landwirt und Fuhrmann Ferdinand Sieger entdeckt. Ein Jahr später wurde sie vom Preußischen Staat erworben. Kurze Zeit später errichtete man zum Schutz der hervorragend erhaltenen Kammer einen Bau nach den Entwürfen des Kölner Dombaumeisters Ernst Friedrich Zwirner. Dabei wurde auch das Tonnengewölbe der Grabkammer rekonstruiert. Die Fertigstellung mit anschließender Eröffnung für Besucher erfolgte 1848. Durch die Verwendung unterschiedlicher Materialien ist die Rekonstruktion gut vom Originalbestand zu unterscheiden. Das Ensemble aus Schutzbau und nebenliegendem Pförtnerhaus steht heute selbst unter Denkmalschutz. 1946 übernahm das Land Nordrhein-Westfalen in der Rechtsnachfolge Preußens die Liegenschaft. Seit 2017 wird die Grabkammer und der Schutzbau durch den Förderverein Römergrab e.V. gepflegt und wurde 2019 als Lern- und Erlebnisort umgestaltet und wiedereröffnet; Die wertvollen Originalfunde befinden sich heute immer noch in der Grabkammer; In der Ausstellung und im Eingangsbereich des Verwaltungsgebäudes des Römisch-Germanischen Museums in Köln sind Kopien ausgestellt.
Excavation: im April 1843 entdeckt, am 10. 04. 1843 Beginn der Freilegung
Restoration: 1844 Tonnengewölbe und zerstörte Treppe erneuert, Errichtung eines Schutzbaus; 2019 Umbau des Wärterhauses zu einem Lern- und Erlebnisort
Type of restoriation / conservation: Schutzbau / Einhausung
zu den Fundstücken zählen zwei große Sessel aus Kalkstein; drei Portraitbüsten aus Marmor und ein marmorner Reliefsarkophag (hier Serien-Nrn. 39357; 52804; 94961; 41104); ein Großteil der Grabbeigaben, die nicht schon von antiken Grabräubern geplündert wurden, gelangten in die Antikensammlung der Königlich-Preußischen Museen zu Berlin. Viele Objekte gelten seit dem 2. Weltkrieg allerdings als verschollen.

Dating:

Mitte 2. Cent. n. Chr. - Mitte 4. Cent. n. Chr.
- Argument: Funde (Keramik, Büsten, Sarkophag) -

Bibliography:

J. Deckers - P. Noelke, Die römische Grabkammer in Köln-Weiden (Neuss 1985);
Th. Fischer - M. Trier, Das römische Köln (Köln 2014) 310 f.;
F. Fremersdorf, Das Römergrab in Weiden bei Köln (Köln 1957);
H. G. Horn - Förderverin Römergrab Weiden e.V. (Hrsg.), Ein "ewiges Haus"- das Römergrab Weiden (Köln 2019);
P. Noelke, Das Roemergrab in Köln-Weiden und die Grabkammern in den germanischen Provinzen, KölnJb 41, 2008, 437-511;
S. R. Schneider, Nachricht über die Entdeckung eines römischen Grabmals in Weyden bei Cöln (1843);
F. Sinn, Die Grabkammer in Köln-Weiden, in: P. Noelke - F. Naumann-Steckner - B. Schneider (Hrsg.), Romanisation und Resistenz, Akten des VII. Internationalen Colloquiums über Probleme des Provinzialrömischen Kunstschaffens Köln 2001 (2003);
L. Urlichs, Das römische Grabmal in Weyden bei Cöln, BJb 3, 1843, 134 - 148.;

URIs:

Catalog

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Datierung:#

**Beschreibung: ***

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