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270096: Aphaiatempel

Location management - buildings:
Aufbewahrung: Ägina, Griechenland, Aphaia-Tempel, Aufbewahrungsort; Herkunft: Attika, Achaea
Characterization:
Type of building - general: Tempel; Specific building type: Peripteros; Description: Gebäudetyp speziell: Dorischer Peripteros; Architectural order: dorisch; Cultural era: griechisch
History of the building:
History of the building: Der älteste Tempel wurde um 570 v. erbaut und wird von Schwandner als Prostylos rekonstruiert. Um 500 v. wurde dieser Tempel durch einen prächtigen dorischen Peripteros ersetzt.
Bibliography:
H. Bankel, Der spätarchaische Tempel der Aphaia auf Aegina (1993) Pl. 81; A. Furtwängler, Ägina. Das Heiligtum der Aphaia (München 1906) Pl. 36, 38; G. Gruben, Griechische Tempel und Heiligtümer ⁵(München 2001) 121 ff.; H. Berve - G. Gruben, Griechische Tempel und Heiligtümer (München 1961) 59, 147 ff. Pl. XI Fig. 42, 43; Nachlass Konstantin Ronczewski (1874-1935); R.Wünsche, Kampf um Troja. 200 Jahre Ägineten in München (Lindenberg im Allgäu 2011)

2100007: Propyläen des Mnesikles

Location management - buildings:
Aufbewahrung: Athen, Griechenland, Akropolis, Ἀκρόπολις; Herkunft: am westlichen Aufgang zur Akropolis, Attika, Achaea
Characterization:
Type of building - general: Torbau; Description: Die aus Marmor gebauten Propyläen sind ein tiefes (12, 96m bei 18,12m Raumbreite) Torgebäude, das jeweils an der Vorder- und an der Rückseite eine sechssäulige Front aufweist, die oben mit einem Giebel abschließt. An die westliche Eingangsfront schließen sich rechts und links Seitenflügel an, die auch eine Säulenfront besitzen. Während der südliche Flügel nur aus einer einfachen Halle besteht, befindet sich hinter der Halle des nördlichen Flügels noch die Pinakothek, ein in der Antike mit Gemälden und Klinen ausgestatteter Speiseraum. Der Anstieg des Akropolisgeländes mußte innerhalb der Propyläen durch Stufen vor der fünftürigen eigentlichen Torwand ausgeglichen werden. Das Dach wurde durch drei Giebel gestaffelt. Durch die Gestaltung der beiden Fronten erscheint das Gebäude wie ein dorischer Tempel, wobei die beiden inneren Säulenreihen ionischer Ordnung sind., Der Eingang wurde besonders breit belassen, wodurch erstmals drei Triglyphen und Metopen darüber angeordnet sind., Besonders am Südflügel sind noch Bossen und Schutzmäntel an den Steinquadern zu sehen, die darauf schließen lassen, daß die Propyläen unfertig geblieben sind.; Ancient context: Akropolis;Heiligtum/Sakraler Komplex; Architectural order: dorisch;ionisch; Remarks on architectural order: Torgebäude; Architect: Mnesikles; Cultural era: griechisch
Dating:
Bauwerk klassisch, 7. Jzehnt 5. Jh. 437-432 v. Chr. v. Chr.
History of the building:
History of the building: Das Gebäude steht an der Stelle eines archaischen Vorgängerbaus., Die Propyläen wurden als Teil des perikleischen Bauprogramms errichtet. Sie waren wohl als symmetrisch konzipierte Anlage geplant, aber wegen des Heiligtums der Athena Nike konnte der Plan für den Südflügel nicht ausgeführt werden. Auch an anderen Stellen findet man Bauglieder, etwa Antenfortsätze, die sich nur dadurch erklären lassen, daß das Gebäude nicht vollendet wurde. Möglicherweise ist der Ausbruch des peloponnesischen Krieges der Grund hierfür., Die marmorne Freitreppe stammt aus römischer Zeit., Im 3. Jh. n. Chr. wurden den Propyläen zwei Tore vorgelagert, als man die Akropolis mit in eine Festung einbezog., Im 13. Jh. verwandelten die Franken das Gebäude in eine Festungsanlage, indem Mauern zwischen den Säulenfronten eingebaut wurden. Zwischendecken wurden eingezogen und ein hoher Turm im Südflügel errichtet.; Restoration of the building: Die nachantiken Einbauten wurden nach den Befreiungskriegen entfernt. Zur Zeit werden rostende Eisendübel entfernt.
Bibliography:
M. Brouskari, τα μνημεία της Ακρόπολις (1996) 54 ff. ; J. de Waele, The Propylaia of the Akropolis in Athens. The project of Mnesikles (Amsterdam 1990); A. N. Dinsmoor (Hrsg.), The Propylaia to the Athenian Akropolis II. The classical building (Princeton 2004); G. Gruben, Griechische Tempel und Heiligtümer, 4. Aufl.(München 1986) 178 ff.; H. Berve - G. Gruben, Griechische Tempel und Heiligtümer (München 1961) 65, 175 ff. Pl. XIV; J. M. Hurwit, The Athenian Acropolis: History, mythology, and archaeology from the neolithic era to the present (Cambridge 1999) 192-197 Ill. 166-168; H. Kähler, Der griechische Tempel: Wesen und Gestalt (Berlin 1964) Ill. 27; H. Knell, Perikleische Baukunst (Darmstadt 1979) 47 ff. ; Nachlass Oscar Reuther (1880-1954); Nachlass Eduard Schmidt (1879-1963); L. Schneider – C. Höcker, Die Akropolis von Athen: antikes Heiligtum und modernes Reiseziel (Köln 1990) 194 ff. ; Nachlass Hans Schrader (1869-1948); J. Travlos, Bildlexikon zur Topographie des antiken Athen (Tübingen 1971) 482 ff.
Photo information:
D-DAI-ATH-Akropolis-0024; D-DAI-ATH-Akropolis-0028; D-DAI-ATH-Akropolis-0042; D-DAI-ATH-Akropolis-0116; D-DAI-ATH-Akropolis-0116A; D-DAI-ATH-Akropolis-0147; D-DAI-ATH-Akropolis-0163; D-DAI-ATH-Akropolis-0199; D-DAI-ATH-Akropolis-0384; D-DAI-ATH-Akropolis- ... (141 in total)

2100106: Tempel des Apollon, sog. Tempel C

Location management - buildings:
Aufbewahrung: Ätolien-Akarnanien (Regionalbezirk), Griechenland, Thermos, Thermon / Thermum; Herkunft: Aetolien, Achaea
Characterization:
Type of building - general: Tempel; Specific building type: Peripteros; Description: Peripteros mit Opisthodom, 5x15 Säulen; in der Cella eine mittlere Stützenreihe; letzte
Dating:
Bauwerk archaisch, 4. Viertel 7. Jh. v. Chr.Bauwerk-Restaurierung hellenistisch,
History of the building:
History of the building: Plünderung (218 v. Chr., Pol. V 8-9) und Zerstörung (207 v. Chr., Pol. XI 7, 2) des Heiligtums durch Philipp V., danach wieder Instandsetzung des Tempels C
Bibliography:
J. A. K. E. de Waele, AEphem 134, 1995, 90-98; G. Gruben, Griechische Tempel und Heiligtümer ⁵(München 2001) 33 f.; H. Berve - G. Gruben, Griechische Tempel und Heiligtümer (München 1961) 113 Ill. 3; G. Kuhn, AM 108, 1993, 29-47 Pl. 1-7,3; Nachlass Ferdinand Noack (1865-1931); Nachlass Alfred Schiff (1863-1938)
Photo information:
FA6897-0; FA6898-0; FA6899-0; FA6900-0; FA6901-0; FA6902-0; D-DAI-ATH-Akarnanien-0032; D-DAI-ATH-Akarnanien-0023; D-DAI-ATH-Akarnanien-0011; D-DAI-ATH-Akarnanien-0012; D-DAI-ATH-Akarnanien-0013; D-DAI-ATH-Akarnanien-0014; D-DAI-ATH-Akarnanien-0020; D-DAI- ... (19 in total)

2100110: sog. Rote Halle / Kızıl Avlu

Location management - buildings:
Aufbewahrung: İzmir (Provinz), Republik Türkei, Pergamon, Pergamum / Pergamon / برغامون, in situ; Herkunft: Mysien, Asia
Characterization:
Type of building - general: Tempel; Ancient context: Heiligtum/Sakraler Komplex; Cultural era: römisch
Dating:
Bauwerk hadrianisch,
History of the building:
Excavation of the building: 1934-1938
Bibliography:
C. Brückener, in: Bericht über die 43. Tagung für Ausgrabungswissenschaft und Bauforschung vom 19. bis 23. Mai 2004 in Dresden (2006) 141-147; O. Deubner, IstMitt 27/28, 1977/78, 227-259; O. Deubner, IstMitt 34, 1984, 345 ff.; W. Dörpfeld, AM 35, 1910, 385 f.; A. Hoffmann (Hrsg.), Ägyptische Kulte und ihre Heiligtümer im Osten des Römischen Reiches, Kolloquium Bergama 2003 (2005) ; U. Mania, in: Bericht über die 43. Tagung für Ausgrabungswissenschaft und Bauforschung vom 19. bis 23. Mai 2004 in Dresden (2006) 73-82; K. Nohlen, The "Red Hall" (Kızıl Avlu) in Pergamon, in: H. Koester (Hrsg.), Pergamon. Citadel of the Gods (1998) 77-110; W. Radt, Pergamon. Geschichte und Bauten einer antiken Metropole (Darmstadt 1999) 200 ff.; W. Radt, Pergamon. Geschichte und Bauten einer antiken Metropole 2.Aufl. (Darmstadt 2011) 360; J. Rohmann, Die Kapitellproduktion der römischen Kaiserzeit in Pergamon, PF 10 (1998) 94-104; A. Schmidt-Colinet, Antike Stützfiguren. Untersuchungen zu Typus und Bedeutung der menschengestaltigen Architekturstütze in der griechischen und römischen Kunst (Frankfurt/Main 1977) 240. 264 Cat. no. W 70. W 83
Photo information:
D-DAI-IST-9377; D-DAI-IST-9379; D-DAI-IST-3910; D-DAI-IST-PE-Repro81-30-vonNeg63-237; D-DAI-IST-PE-Repro81-37-vonNeg68-71.10; D-DAI-IST-PE-63-237; D-DAI-IST-PE-63-238; D-DAI-IST-PE-63-442; D-DAI-IST-PE-63-400; D-DAI-IST-PE-1927bis38-19; D-DAI-IST-PE-WieAl ... (21 in total)

2100363: Großer Altar / Pergamonaltar ...

Location management - buildings:
Aufbewahrung: İzmir (Provinz), Republik Türkei, Pergamon, Pergamum / Pergamon / برغامون; Herkunft: Mysien, Asia
Characterization:
Type of building - general: Altar; Description: zum Entwurf des Bauwerks selbst vgl. Arachne 2103257; Architectural order: ionisch; Cultural era: hellenistisch
Dating:
Bauwerk hellenistisch, 1. Hälfte 2. Jh. v. Chr.
History of the building:
Restoration of the building: die Fassade des Altars ist unter Verwendung vieler originaler Bauglieder im Pergamonmuseum Berlin rekonstruiert [vgl. Arachne 2103257]
Bibliography:
Staatliche Museen zu Berlin (Hrsg.), Der Pergamonaltar (2004); A. Ferretti - F. Grosser - S. Merten - S. Oraschewski, Der Pergamonaltar: Ein politisches Monument?, in: L.Petersen, R. von den Hoff (Hrsg.), Skulpturen in Pergamon, Gymnasion, Heiligtum, Palast (Böhnen/Westfalen 2011) 53-60; G. Gruben, Griechische Tempel und Heiligtümer ⁵(München 2001) 468-475; H. Berve - G. Gruben, Griechische Tempel und Heiligtümer (München 1961) 271 ff. Pl. 175, 176 Fig. 150, 154, 156; W. D. Heilmeyer (Hrsg.), Der Pergamonaltar. Die neue Präsentation nach der Restaurierung des Telephosfrieses (Tübingen 1997); H. Heres - V. Kästner, Der Pergamonaltar (2004); W. Hoepfner, Hermogenes und Epigonos : Pergamon zur Zeit Attalos I., JdI 112, 1997, 141-143; W. Hoepfner, AA 1996, 115-34; W. Hoepfner in: W.-D Heilmeyer, (Hrsg.), Der Pergamon-Altar. Die neue Präsentation nach Restaurierung des Telephosfrieses (Berlin 1997) 48-51. 171-76; M. R. Hofter in: R. Grüßinger – V. Kästner – A. Scholl (Hrsg.), Pergamon. Panorama der antiken Metropole, Katalog Ausstellung Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin (Fulda 2011) 219-223; V. Kästner in: in: U. Hassler - A. Hoffmann (Hrsg.), Bericht über die 40. Tagung für Ausgrabungswissenschaft und Bauforschung, Kolloquium Wien 1998 (2000) 64-78; V. Kästner in: W. D. Heilmeyer (Hrsg.), Der Pergamonaltar. Die neue Präsentation nach der Restaurierung des Telephosfrieses (1997) 56-66; V. Kästner in: D. Grassinger - T. de Oliveira Pinto - A. Scholl (Hrsg.), Die Rückkehr der Götter. Berlins verborgener Olymp (2008) 367 f.; V. Kästner in: R. Grüßinger – V. Kästner – A. Scholl (Hrsg.), Pergamon. Panorama der antiken Metropole, Katalog Ausstellung Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin (Fulda 2011) 199-211; M. Klinkott in: U. Hassler - A. Hoffmann (Hrsg.), Bericht über die 40. Tagung für Ausgrabungswissenschaft und Bauforschung, Kolloquium Wien 1998 (2000) 59-63; A. L. Kuttner in: E. S. Gruen (Hrsg.), Cultural borrowings and ethnic appropriations in antiquity (2005) 137-206; E. Laufer, Architektur unter den Attaliden. Pergamon und die Städte zwischen herrscherlichem Bauengagement und Lokaltradition, PF 19 (Wiesbaden 2021) 92-104 und passim; H. Lauter, Die Architektur des Hellenismus (1986) 205-07; G. de Luca - W. Radt, Sondagen im Fundament des Grossen Altars, PF 12 (1999); F. Queyrel, L‘autel de Pergame (2005); W. Radt, Pergamon. Geschichte und Bauten einer antiken Metropole (Darmstadt 1999) 168 ff.; W. Radt, Pergamon. Geschichte und Bauten einer antiken Metropole 2.Aufl. (Darmstadt 2011) 358 f.; W. Raeck, Der Pergamonaltar - hellenistischer Erinnerungsort zwischen Wissenschaft und Politik, in: E. Stein-Hölkeskamp - K.-J. Hölkeskamp (Hrsg.) Die griechische Welt. Erinnerungsorte der Antike (München 2010) 280-297; K. Rheidt, IstMitt 42, 1992, 268 f.; F. Rumscheid, Untersuchungen zur kleinasiatischen Bauornamentik des Hellenismus (1994) 36-39. 98-107 Cat. no. 208; H.-J. Schalles, Der Pergamonaltar (1986); E. M. Schmidt, Der grosse Altar zu Pergamon (1961); A. Scholl, ’Olympiou endothen aule’ - Zur Deutung des Pergamonaltars als Palast des Zeus, JdI 124, 2009, 251-278; J. Schrammen, Der grosze Altar. Der obere Markt, AvP III 1 (1906) 34-81; E. Schulte (Hrsg.), Der Pergamonaltar entdeckt, beschrieben und gezeichnet von Carl Humann (1959); H. Schwarzer, IstMitt 49, 1999, 286-295; G. Seiterle, AA 1997/3, 201-208; A. Stewart in: N. T. de Grummond – B. S. Ridgway (Hrsg.), From Pergamon to Sperlonga. Sculpture and context, Konferenz Florida State University, Tallahassee 1997 ( 2000) 33-57; D. Wannagat, Säule und Kontext (1995) 59-65; P. A. Webb in: K. J. Hartswick – M. C. Stutgeon (Hrsg.), ΣΤΕΦΑΝΟΣ. Studies in honor of Brunilde Sismondo Ridgway (Philadelphia 1998) 244-252; U. Weber, Versatzmarken im antiken griechischen Bauwesen (2013) 213-221; H. Winnefeld, Die Friese des groszen Altars, AvP III 2 (Berlin 1910)
Photo information:
Repro; Repro; oA; Repro; D-DAI-IST-PE-AvPIII1-TII; D-DAI-IST-PE-AvPIII1-TXV; D-DAI-IST-PE-61-6; D-DAI-IST-PE-61-7; D-DAI-IST-PE-61-9; D-DAI-IST-PE-61-13; D-DAI-IST-PE-61-8; D-DAI-IST-PE-61-3; D-DAI-IST-PE-61-24; D-DAI-IST-902; D-DAI-IST-903; D-DAI-IST-904 ... (30 in total)
Catalog text:

Kommentar (im Kontext einer Diskussion attalidischer Architektur [Laufer 2020]):

* Zum Baubefund und zur Rekonstruktion maßgeblich: AvP III,1, 1-82; Schwarzer 1999, 278-280; de Luca – Radt 1999; Klinkott 2000; Kästner 2000; Heres – Kästner 2004.
* Zusammenfassung der zentralen baulichen Merkmale: Es handelt sich um einen nahezu quadratischen zweistöckigen Bau; am Sockelgeschoß befindet sich ein von Kopf- und Fußprofil gerahmter monumentaler umlaufender Relieffries, im Obergeschoß eine mit der Fassade nach außen gekehrte umlaufende ionische Ringhalle (Arachne 23837). Nord-, Ost- und Südseite des Baus sind in dieser Weise gegliedert. Abweichend zeigt die Halle an der Westseite zwei Risalite, zwischen denen eine monumentale Treppe in den breiten Mittelteil der Gebäudefront einschneidet. Die Peristase-Ordnung ist am oberen Ende der Treppe durch eine ionische Doppelhalbsäulenpfeiler-Stellung (Arachne 23838) abgelöst, die als Durchgangsarchitektur zum Innenhof dient. Diese Ordnung sollte im Entwurf vermutlich im Hof als vollständiges Peristyl ausgeführt werden, dessen Fertigstellung dann aber unterblieb (Heres – Kästner 2004, 25). Der Innenhof ist zweifellos zweifellos eine zentrale Planungsgröße im Entwurf des Großen Altars; die Vorstellungen zu seiner konkreten Nutzung variieren aber erheblich je nach Deutung des Gesamtbaus. Den Dachaufbau der Ringhalle zierten wohl zahlreiche Skulpturen. Die postulierte Aufstellung weiblicher Gewandstatuen in den Säulenjochen wiesen Kästner und Hofter hingegen zuletzt zurück (Kästner 2011, 207; Hofter 2011, 219).
* Eine weitere Fundserie qualitätvoll ornamentierter Architekturglieder (Arachne 6474) wird weitgehend akzeptiert (in der Rekonstruktion von Schrammen, in Details korrigiert von Kästner) zu einem kleinen Π-förmigen Baukörper ergänzt, der wohl im Innern des Hofes unterzubringen und als Opferaltar anzusprechen ist. Diese nicht unumstrittene Anordnung (Zweifel etwa bei Webb 1998, 246 und Kuttner 2005, 182. 190 f., die einen Standort außerhalb des ‚Altars’ auf der Terrasse vorschlägt) ist von besonderer Wichtigkeit für die These der typologischen Auffassung des Gesamtbaus als ‚Altar’.
* Der Große Altar darf im Entwurf einem führenden ionischen Architekten und der Ausführungsqualität nach einer erfahrenen Bauhütte zugeschrieben werden, die mit der Stilsprache der zeitgenössischen Architektur Ioniens eng vertraut waren (Hoepfner 1997, 51 mit einer suggestiven Zuschreibung des Baus zum Œuvre des Hermogenes).
* Datierung: eumenisch (197-159). Jüngere Datierung ab ca. 170 vertreten durch: Rumscheid 1994, 112; Webb 1998, 250 f.; de Luca – Radt 1999, 120-123; Schwarzer 1999, 290; Heres – Kästner 2004, 28. Für die Frühzeit Eumenes' zuletzt wieder: Hofter 2011, 220-222; Coarelli 2016, 143-158.
Written by: E. Laufer.

2103164: Sultan Ahmet Camii (Ahmediye),...

Location management - buildings:
Aufbewahrung: Istanbul, Republik Türkei, Sultan Ahmet Camii; Herkunft: Thrakien, Thracia
Characterization:
Type of building - general: Moschee; Cultural era: osmanisch
Dating:
Bauwerk osmanisch, Anfang/frühes 17. Jh. n. Chr.
Bibliography:
W. Müller-Wiener, Bildlexikon zur Topographie Istanbuls (Tübingen 1977) 470 ff.; Nachlass Josef Röder ; Nachlass Theodor Wiegand (1864-1936)
Photo information:
INIstG85c; INIstG118c; INIstG133; D-DAI-IST-74; D-DAI-IST-75c; D-DAI-IST-76c; D-DAI-IST-73; D-DAI-IST-115c; D-DAI-IST-117; D-DAI-IST-117c; D-DAI-IST-129; D-DAI-IST-129c; D-DAI-IST-115; D-DAI-IST-9146; D-DAI-IST-9148; D-DAI-IST-9149; D-DAI-IST-1068; D-DAI- ... (92 in total)

2104376: römische Brücke, sog. Tabak ...

Location management - buildings:
Aufbewahrung: İzmir (Provinz), Republik Türkei, Pergamon, Pergamum / Pergamon / برغامون; Herkunft: überspannt den Selinos / Bergama Çay nahe der sog. Roten Halle, Mysien, Asia
Characterization:
Type of building - general: Brücke; Ancient context: urban; Cultural era: römisch
Dating:
Bauwerk kaiserzeitlich?,
Bibliography:
A. Conze - O. Berlet - A. Philippson - C. Schuchhardt - F. Gräber, Stadt und Landschaft, AvP I 2 (Berlin 1913) 199 Fig. 38
Photo information:
D-DAI-IST-9386; D-DAI-ATH-Pergamon-0033; D-DAI-ATH-Pergamon-0218

2105439: osmanische Brücke über den S...

Location management - buildings:
Aufbewahrung: İzmir (Provinz), Republik Türkei, Pergamon, Pergamum / Pergamon / برغامون; Herkunft: überspannt den Selinos / Bergama Çay etwas südöstlich der sog. Roten Halle, Mysien, Asia
Characterization:
Type of building - general: Brücke; Cultural era: osmanisch
Dating:
Bauwerk osmanisch,
Bibliography:
A. Conze - O. Berlet - A. Philippson - C. Schuchhardt - F. Gräber, Stadt und Landschaft, AvP I 2 (Berlin 1913) 198 Pl. IV
Photo information:
D-DAI-IST-PE-63-401; D-DAI-IST-PE-63-402; D-DAI-ATH-Pergamon-0010

2107314: sog. Hallenbau

Location management - buildings:
Aufbewahrung: West-Aserbaidschan (Provinz), Iran (Islamische Republik), Bastam Citadel; Herkunft: In der Nähe des Nordtores;, Persis
Characterization:
Description: Der östlich der Halle sich erstreckende Gebäudeteil ist der ursprüngliche Bau aus uartäischer Zeit. Die Halle und weitere Bauten wurden angesetzt. , Das ursprüngliche Gebäude des Hallenbaukomplexes mißt 23 x 18,20 m Außenmaße. Es besteht aus einem mit 7,40 x 7,40 m quadratischen Eingangsraum oder Hof am Tor, das auf der Südseite liegt. Um diesen Hof gruppieren sich 6 Räume. , Der Hallenbaukomplex war aus abgetreppten Grundmauern, die sich aus Bruchsteinen zusammensetzen, errichtet und seine aufgehenden Mauern waren aus Lehmziegeln über einer Isolierschicht aus weißem Kalk, die auf einer Ausgleichschicht aus kleineren Steinen ruhte, aufgerührt. Kulturepoche: urartäisch; Ancient context: Befestigungsbau
Dating:
Bauwerk urartäisch,
History of the building:
History of the building: Mindestens drei Bauphasen.
Bibliography:
W. Kleiss, Bastam I. Ausgrabungen in den urartäischen Anlagen 1972-1975, Teheraner Forschungen IV (1979) 112; W. Kleiss, Bastam II. Ausgrabungen in den urartäischen Anlagen 1977-1978, Teheraner Forschungen V (1988) 19-23
Photo information:
D-DAI-EUR-TEH-R-1973-0622; D-DAI-EUR-TEH-R-1973-0624; D-DAI-EUR-TEH-R-1973-0625; D-DAI-EUR-TEH-R-1973-0623; D-DAI-EUR-TEH-R-1973-0561; D-DAI-EUR-TEH-R-1973-0674; D-DAI-EUR-TEH-R-1973-0676; D-DAI-EUR-TEH-R-1973-0677; D-DAI-EUR-TEH-R-1973-0678; D-DAI-EUR-TE ... (31 in total)

2107708: Leonidaion

Location management - buildings:
Aufbewahrung: Olympia, Griechenland, Olympia, Ολυμπια; Herkunft: Elis, Achaea
Characterization:
Description: das Leonidaion war von Norden und Süden betretbar; die Grundfläche des Baus beträgt 74,80 m x 81,08 m; Fundamente, Orthostaten, Säulentrommeln und Gebälkteile sind aus Muschelkalk gearbeitet; für die Stylobatstufen der äußeren Halle, für ihre Basen und Kapitelle wurde ein homogener Kalksandstein verwandt; das Dach besteht aus Terrakotta; Gebäudetyp speziell: Unterkunft / Gasthof; Ancient context: Heiligtum/Sakraler Komplex; Cultural era: griechisch
Dating:
Bauwerk spätklassisch, 2. Hälfte 4. Jh. v. Chr.Bauwerk-Umbau kaiserzeitlich, 2. Jh. n. Chr.
History of the building:
History of the building: in der Kaiserzeit diente das Leonidaion den römischen Beamten als Quartier; der Bau hat vermutlich vor dem kaiserzeitlichen Umbau schweren Schaden durch Brand erlitten; vom alten Bau wurden die Fundamente der langen Umfassungsmauer, teilweise auch deren Orthostaten weiter benutzt; im Innern blieb großenteils die alte Aufteilung unberücksichtigt; das Erdbeben am Anfang des 3. Jhs. n. Chr. hatte einiges zum Einsturz gebracht; im späteren 3. Jh. n. Chr. wurde der größte Teil des Baumaterials für die Festungsmauer zwischen Zeustempel und Südhalle verwandt
Bibliography:
F. Adler - R. Borrmann - W. Dörpfeld u.a., Olympia. Die Ergebnisse der von dem Deutschen Reich veranstalteten Ausgrabung II. Die Baudenkmäler von Olympia (1892-1896) 83-93; W. - D. Heilmeyer (Hrsg.), Mythos Olympia. Kult und Spiele. Ausstellungskatalog Berlin (Berlin 2012) 484 Cat. no. 10.61; H. V. Herrmann, Olympia. Heiligtum und Wettkampfstätte (München 1972) 169 f. 180. 189. 194 f. 204. 207; A. Mallwitz, Olympia und seine Bauten (München 1972) 246-254
Photo information:
D-DAI-ATH-Olympia-0123; D-DAI-ATH-Olympia-3137; D-DAI-ATH-Olympia-3139; D-DAI-ATH-Olympia-3138; D-DAI-ATH-Olympia-4155; D-DAI-ATH-Olympia-4156; D-DAI-ATH-Olympia-4157; D-DAI-ATH-Olympia-4160; D-DAI-ATH-Olympia-3360; D-DAI-ATH-Olympia-3361; D-DAI-ATH-Olymp ... (13 in total)

2107779: römischer Großbau (Thermenan...

Location management - buildings:
Aufbewahrung: İzmir (Provinz), Republik Türkei, Pergamon, Pergamum / Pergamon / برغامون, in situ; Herkunft: am Ostrand der Unterstadt; heute freistehend auf einer Freifläche zwischen den Straßen, Mysien, Asia
Characterization:
Type of building - general: Thermen; Cultural era: römisch
Dating:
Bauwerk kaiserzeitlich,
History of the building:
Excavation of the building: 1931 bei der Durchführung von Notgrabungen unmittelbar südlich der Ruine Aufdeckung von einigen weiteren Mauerzügen, die kein eindeutig zu interpretierendes Bild ergeben (Grabung bislang unpubliziert); Remarks on building: die Ruinen werden allgemein als Reste einer Thermenanlage interpretiert
Bibliography:
S. Japp, Bath Buildings in Ancient Pergarnon (Asia Minor). A Short Overview; U. Wulf, Der Stadtplan von Pergamon, IstMitt 44, 1994, 162-165 Ill. 6 Pl. 31, 2-3 Suppl. 6
Photo information:
D-DAI-ATH-Pergamon-0073; D-DAI-IST-PE-13-00376; D-DAI-IST-PE-13-00381

2108013: Echohalle

Location management - buildings:
Aufbewahrung: Olympia, Griechenland, Olympia, Ολυμπια; Herkunft: Am Ostrand der Altis, Elis, Achaea
Characterization:
Description: Mit ihrer fast 100 m langen Front von 44 Säulen schließt sie den offenen Platz gegenüber Zeus - und Heratempel nach Osten hin ab, in welchen vorher das Stadion II und das Stadion III schräg hineinragten. Von letzterem sind die Reste der Stützmauer innerhalb der Fundamente der Echohalle freigelegt worden;, Die Echohalle bildete der Reihe der Schatzhäuser einen architektonischen Rahmen um die Festwiese der Altis., Sie bestand im wesentlichen aus einheimischem Muschelkalk, nur die Krepis ist aus Marmor gearbeitet; Gebäudetyp speziell: Stoa; Architectural order: dorisch; Cultural era: griechisch
Dating:
Bauwerk-Baubeginn 2. Hälfte 4. Jh. v. Chr. - Argument: Die ausgeführten Formen des Marmorstylobats ,das Verhältnis von Säulenhöhe zu Joch und die starke Eckkontraktion; / after: Wolf Koenigs; -Bauwerk-Fertigstellung 2. Hälfte 1. Jh. v. Chr. - after: Wolf Koenigs; -
History of the building:
History of the building: Die Fertigstellung der Echohalle erfolgte in zwei Bauphasen. Bei der Fertigstellung in der zweiten Phase( zweite Hälfte 1. Jh. v. Chr.) wurde eine andere Halle (b) zerlegt und eine große Zahl ihrer Bauteile als Spolien verwendet.
Bibliography:
W. Koenigs, Die Echohalle, OF XIV (Berlin 1984); Nachlass Alfred Schiff (1863-1938)
Photo information:
D-DAI-Z-NL-SHF-5688; D-DAI-ATH-Olympia-0118; D-DAI-ATH-Olympia-0710; D-DAI-ATH-Olympia-0711; D-DAI-ATH-Olympia-0538; D-DAI-ATH-Olympia-2735; D-DAI-ATH-Olympia-2736; D-DAI-ATH-Olympia-2737; D-DAI-ATH-Olympia-2738; D-DAI-ATH-Olympia-2739; D-DAI-ATH-Olympia- ... (96 in total)

2108094: Doppeltunnel unter der Platzan...

Location management - buildings:
Aufbewahrung: Pergamon, Republik Türkei, Rote Halle; Herkunft: kanalisiert den Selinus (Bergama Çayı) unter der Platzanlage, Mysien, Asia
Characterization:
Description: Gebäudetyp speziell: Tunnel; Cultural era: römisch
Bibliography:
K. Grewe - Ü. Öziş - O. Baykan - A. Atalay, AW 25, 1994, 348-352
Photo information:
D-DAI-IST-9386; D-DAI-IST-PE-63-403

2108095: Wasserbecken

Location management - buildings:
Aufbewahrung: Pergamon, Republik Türkei, Rote Halle; Herkunft: südlicher Seitenhof neben dem Hauptbau, Mysien, Asia
Characterization:
Description: Gebäudetyp speziell: Becken; Cultural era: römisch
Bibliography:
O. Deubner, IstMitt 27/28, 1977/78, 236
Photo information:
D-DAI-Z-PER-7040; D-DAI-Z-PER-7063; D-DAI-Z-PER-7038; D-DAI-Z-PER-7037; D-DAI-Z-PER-7039

2109388: korinthischer Monopteros in de...

Location management - buildings:
Aufbewahrung: İzmir (Provinz), Republik Türkei, Pergamon, Pergamum / Pergamon / برغامون; Herkunft: südwestlich der Rote Halle-Platzanlage, im heutigen Stadtgebiet, Mysien, Asia
Characterization:
Type of building - general: Grabbau; Architectural order: korinthisch
Dating:
hadrianisch, 3. Jzehnt 2. Jh. n. Chr. - after: Koenigs - Radt -
History of the building:
Excavation of the building: Rettungsgrabung 1973/74, Bergung von Baugliedern
Bibliography:
W. Koenigs - W. Radt, IstMitt 29, 1979, 317-353 Pl. 93-123 Suppl. 1. 2; U. Wulf, Der Stadtplan von Pergamon, IstMitt 44, 1994, 159
Photo information:
D-DAI-IST-PE-75-501; D-DAI-IST-PE-75-502; D-DAI-IST-PE-75-503; D-DAI-IST-PE-75-504; D-DAI-IST-PE-75-505; D-DAI-IST-PE-75-506; D-DAI-IST-PE-75-507; D-DAI-IST-PE-75-508; D-DAI-IST-PE-75-509; D-DAI-IST-PE-75-510; D-DAI-IST-PE-75-511; D-DAI-IST-PE-75-512; D-D ... (53 in total)

2109842: Grabmal des Konsularen P. Corn...

Location management - buildings:
Aufbewahrung: İzmir (Provinz), Republik Türkei, Pergamon, Pergamum / Pergamon / برغامون, Fundort; Herkunft: vermutlich am rechten Selinusufer, westlich der Roten Halle zu suchen, Mysien, Asia
Characterization:
Type of building - general: Grabbau; Description: vermutlich Sarkophag auf einem Sockel; Ancient context: Nekropole;urban; Cultural era: hellenistisch;römisch
Dating:
Bauwerk hellenistisch , 3. Drittel 2. Jh. v. Chr.
Bibliography:
A. Conze - O. Berlet - A. Philippson - C. Schuchhardt - F. Gräber, Stadt und Landschaft, AvP I 2 (Berlin 1913) 290; F. Daubner, Bellum Asiaticum. Der Krieg der Römer gegen Aristonikos von Pergamon und die Einrichtung der Provinz Asia ( 2. Aufl. 2006) 44 Note 190; H. Hepding, Die Arbeiten zu Pergamon 1908-1909, AM 35, 1910, 483 f.; K. Tuchelt, IstMitt 29, 1979, 309-316

2111400: Brandenburg St. Gotthardtkirche

Location management - buildings:
Aufbewahrung: Potsdam-Mitelmark und Brandenburg an der Havel (Kreisfreie Stadt und Landkreis), Deutschland, Brandenburg an der Havel, Aufbewahrungsort; Herkunft: Kirchplatz
Characterization:
Type of building - general: Kirche; Specific building type: Stadtkirche; Description: (ehem. Stifts- und Kathedralkirche bis um 1250) , bedeutende dreischiffige, gotische Backsteinhallenkirche, mit Hallenumgangschor und Randkapellen, mit barocken Emporeneinbauten; Architect: Henrik Reinstorp (Inschrift ehem. am 3. Pfeiler der Südreihe)
Dating:
Bauwerk 1456-1475
History of the building:
History of the building: 1./2. Bauzeit: vor 1150 (Die Kunstdenkmäler von Stadt und Dom Brandenburg, bearb. von Paul Eichholz, Berlin 1912), frühester Baubeginn nach 1131 Heiligsprechung des Schutzpatrons Godehard (Gotthardt), Bauanlage durch Prämonstratenserkonvent aus Leitzkau (umgesiedelt 1138-50) Ausführung der unteren EG-Hälfte des Westbaus aus Feldstein um 1131-40, obere Hälfte vor 1150, 1161-1165 romanischer Vorgängerbau (Dehio), geplante Anlage des Westbaus für 2 Türme, innen Feldsteingewölbe in mittlerer Vorhalle aus 12. Jh. (romanisches rippenloses Kreuzgewölbe), daneben 2 Längstonnen aus Backstein, Ursprungsbau wohl dreischiffige Basilika mit Querschiff, einschiffigem Chor und 3 Apsiden , 1166 bereits Rückstufung von Kathedralkirche auf Pfarrkirche der Altstadt , , 3. Bauzeit: um 1250 (Die Kunstdenkmäler von Stadt und Dom Brandenburg, bearb. von Paul Eichholz, Berlin 1912) Weiterbau an Turmgeschossen , , 4. Bauzeit: um 1350. (Die Kunstdenkmäler von Stadt und Dom Brandenburg, bearb. von Paul Eichholz, Berlin 1912) Abänderung zum Mittelturm , nach 1401 Konkurrenz mit St. Katharinen in der Neustadt, St. Katharinen hatte alte Feldsteinpfarrkirche durch Hallenkirche Brunsbergs ersetzt , , 5. Bauzeit (2 Phasen): 1456-75 erbaut als dreischiffige spätgotische Hallenkirche mit mehreren Kapellen an der Südseite, Anbau einer Kapelle an der Nordseite , -Phase a) 1456 Choranlage als 3/6 Binnenchorschluss, Chorumgang mit 5/10 Schluss, durch Baumeister Henrik Reinstorp (Inschrift an einem Pfeiler gegenüber der Kanzel, s. Bericht Fincke Programm von 1752 in Büschings Magazin für die neue Historie, S. 471) und Bau der östlichen Pfeilerpaare und Arkaden, also Bau des 1.-4. Langhausjochs (Merkmale: leicht geknickte Mittelachse der Kirche, ungleiche Jochlängen, verschieden profilierte Pfeilerbasen, getrennte Dachstühle) , -Phase b) Bau des 5.-7. Langhausjochs , Alle Langhauspfeiler als Rundpfeiler mit in Spiralen angeordneten ursprünglich gesinterten Kopfreihen, mit Diensten in Form von gewundenen Bündelstäben jeweils an den Ost- und Westseiten der Pfeiler, Art Stufenhalle, da die Gewölbe des Mittelschiffs bezrächtlich höher liegen als die der Seitenschffe (s. Querschnitt), Dachstuhl mit verschiedenartigen Bindern, nur jeder zweite ist ein Vollbinder, Längshölzer in Form von Rahmhölzern unter den Kehlbalken eingesetzt, Anbau der Sakristei an der Südseite des Chores , 1475 Vollendung aufgrund Weiheinschrift eines Altares, vgl. Dihm 1911, Anlage, S. 102, Ablass des Bischofs Arnold von Brandenburg Tod 1485), Inschrift von Ablassspendern an innerer Westwand südlich der Orgelempore vorhanden , , 6. Bauzeit: 1472 Altarweihe in nördlichem Anbau, Sterngewölbe, Schlusssteine mit Fischblasenmaßwerk und Rosen, bis 1475 Anbau der westlichen Kapelle an der Südseite der Kirche durch Lebuser Domherrn Matthäus Prenne, OG dieser Kapelle als Bibliothek bestimmt (achtteiliges Rippengewölbe) , , 7. Bauzeit: 1557-1559 umfassende Erneuerung der Kirche in Folge der Reformation, Übergang des Patronats an den Magistrat: , Erhöhung der Firsthöhe des Kirchendaches, Ausweißung des Innenraumes, Anschaffung zweier Glocken, Umgestaltungen im Innenraum, Orgelbemalung, Aufstellung des Hauptaltars 1559, Turmgeschossaufstockung , 1734 Instandsetzungen , 1736/37 Erneuerung des Orgelprospektes und der Emporen , 1767 Abnahme des baufälligen Dachreiters , 1794/95 Einbringung der Emporen; neue Wände- und Gewölbefassungen , Sept. 1859 Friedrich Adler Bauaufnahmezeichnungen Ansicht Westseite, QS (SSB) in Vorbereitung des Werkes "Backsteinbauwerke des Preußischen Staates" (1.Bd. 1862); Restoration of the building: Restaurierung: , ab 1861 Herstellungen: , 1865 Erneuerung der Orgel , 1868 Einsatz des mittleren Farbfensters im Chor nach Entwürfen von F. von Quast als Geschenk Wilhelms I. , 1874 Schaffung eines neuen Hauptaltares: Gemälde von Carl Pfannschmidt: „Christus von Engel gehalten“ (im Holzrahmen, jetzt 2012 in der verwahrlosten Nordkapelle), anstelle des Altares von 1559, Chorgestühl Rest in der Nordkapelle; in der Nordkapelle, die außen ebenfalls eine neue Architektur bekam (Dihm) auch Reste alter Farbigkeit an Kapitellen und Birnstabprofilen, an einer Mauerecke eines runden Treppenturmaufgangs Schriftzug mit Aufschrift „Renov. 1830 d. 18 Au“ , 1897 erste Vorbereitungen für Wiederherstellungen , 1904-1906 umfassende Wiederherstellungsarbeiten unter Ludwig Dihm und Wilhelm Blaue , Maßnahmen (vgl. Ludwig Dihm: Die St. Gotthardtkirche in Brandenburg a.d.H. in: Geschäftsbericht der brandenburgischen Provinzialkommission für Denkmalpflege und des Provinzialkonservators 1908-1910, Berlin 1911, Anlage IXa, S. 102-109): , 1902 Baubefunduntersuchungen, Bauforschung, vorsichtige Beseitigung des barocken Außenputzes , Baubefunde: , 1. drei Südkapellen hatten ursprünglich eigene Satteldächer, bevor sie unter ein Pultdach mit dem Kirchendach kamen , 2. Kapelle über Sakristei war zur Kirche vermauert, aus westlichem Kapellenbau war unteres Gewölbe und Mittelstütze beseitigt , 3. dort ursprünglich zweigeschossig aufgeteilte Fenster erst um 1836 zusammengezogen , 4. beschädigte Fenster der Chorkapellen waren zugemauert, alle Wände und Gewölbe der Kirche hatten weißen Flächenanstrich, Architekturteile gelb abgesetzt , 5. mittleres Chorfenster wies seit 1868 Glasmalerei nach Entwurf von Quast auf , Außen , 1., Verzicht auf Rekonstruktion der nicht mehr vorhandenen Giebel der Südkapellen mangels klarem Befund zur Gestaltung Instandsetzung der Pultdachgiebel (Ausbessern und am westlichen Pultdachgiebel Ausfugen des Ziegelrohbaus, am östlichen Pultdachgiebel Verputzen in Angleichung an mittelalterliche Befunde) , 2. Öffnung des bis 1906 vermauerten romanischen Westportals und des Zuganges der Westseite , 3. Entfernung der barocken Umbauten des gotischen Portal der Nordkapelle und der barocken Ausbesserungen an der Nordwand, Nordportal wie das Südportal mit neogotischem Fischblasendekor der Bauzeit des 15. Jhd. nachempfunden , 4. Ergänzungen der Beschläge der Nordportale, Bemalung des neu geputzten Frieses unter dem Hauptgesims (Wechsel von Schwarz/Rot) , 5. im mittleren Westbau Entfernung der älteren (mittelalterlichen?) Backsteinvermauerung der kreisrunden Granitblende und Anbringung zweier neuer Granitringe , 6. Bemalung des neugeputzten Frieses unter dem Hauptgesims der Kirche mit schabloniertem Vierpaßmuster, abwechselnd schwarz und rot , 7. Erneuerung der maßwerkartigen Friesmalereien der Südkapellen nach historischen Resten , Allgemeine Erneuerung des Mauerwerks (Auswechseln von Handstrichziegeln, Formsteinen) und Verfugungen , 8. Anstrich sämtlicher Fenster- und Portalgewände mit fugenlosen Rotton nach gemachten Befunden , Milderung und Angleichung der neuen Farbflächen mittels Schmutzwasser , 9. Aufbringen eines neogotischen Dachreiters an die historisch verbriefte Stelle im Dachverbund , Restauration der Vorhalle , 10. Belassung der barocken Turmhaube , 11. 1905 Rückbau der Veränderungen am Portalbogen der Nordkapelle und von Teilen der Nordwand der Kapelle, ausgeführt 1570 unter Bischof Matthias von Saldern, Erhöhung des Daches der Nordkapelle, das seit 1734 einen tieferliegenden First aufwies , Innen: , 1., Reduktion der zweigeschossigen Westempore und Teilabbruch der barocken Südempore von 1794/95 (mit ihren Einbauten in die mittlere und westliche Südkapelle), die sich einst über 5 Joche erstreckte, um die Südkapellen zum Gesamtraum freizulegen , 2. Umnutzung der mittleren Kapelle als Taufkapelle , 3. Beseitigung der Vermauerung der Sakristei zum Kirchenschiff , 4. Entfernung der Vermauerung der beschädigten Chorkapellenfenster und Herstellung der Verglasung , 5. Entfernung der barocken Wände- und Gewölbefassungen und Fassung in den Kapellen von 1794/95 (barocker Zustand: weiße Flächen, abgesetzte Architekturteile in gelb) , 6. Einbau eines neuen Kreuzgewölbes über runder Mittelsäule und Wandkonsolen in südwestlicher Kapelle sowie Anfügung einer Steinbrüstung , 7. Entfernung einer jüngeren Mauer zwischen Westvorhalle und Kirchenraum und Ersatz durch Holz- und Glaswand in einfachen Barockformen , 8. Ersatz des barocken Kastengestühls durch neues Gestühl , 9. behutsame Beseitigung des Putzes samt jüngerem Anstrich (aus 18.Jh.), dabei Auffindung und Freilegung von Resten mittelalterlicher Farbfassungen, Benutzung dieser Farbreste für die neue Gesamtausmalung durch Architekt Wilhelm Blaue: Neufassung der Gewölbe (weiße Kappen, schwarze Rippen, rote Scheidebögen, Schlusssteinbemalung), Schiffswände (überwiegend weiß, teilweise rot), Kämpfer der Mittelschiffspfeiler (grau) und Dienstkapitelle (vielfarbig wechseln) , keine Farbfassung an Rundpfeilern des Mittelschiffs nach Putzabschlagung gefunden, dafür Befund des Schmuckes durch schwarz gesinterte Ziegel in spiralförmiger Anordnung, weißer Anstrich der Rundpfeiler mit schwarzgrauen Spiralen (s. Messbild), Fassung der Dienste in schwarzgrau , 10. Untersuchung nach Resten mittelalterlicher Malereien unter barocker Tünche (Leitung Dihm, Blaue) an: Altären (Weihinschriften), mittlerer Südkapelle (Sterngewölbe mit reicher spätgotischer Bemalung, u.a. männliche Brustbilder, Evangelisten), Nordwand der Kirche (Renaissancemalerei von 1585), diese wurden erneuert und restauriert, , 11. Neuverglasungen der Fenster mit einfacher Rautenverglasung, Chorfenster außer desjenigen in der Mittelachse durch Glasmalereifirma Linnemann FFM erneuert, Belassen der Glasmalerei (1868 nach Entwurf von Quast) im mittleren Chorfenster, , 12. Stifterfenster in der einen Südkapelle 1906 vom Fabrikanten Krüger , 13. Ersatz der zerstörten Barockorgel von Wagner und Neueinbau der Sauer-Orgel in den barocken Prospekt , 14. Ersatz der 4 zylindrischen Koksöfen durch Niederdampfdruckheizung , 15. Auffindung von datierten Weiheinschriften von Altären und Epitaphien , 16. Wiederherstellungsarbeiten an Maßwerk und Gewölben , 17. Verlegung der Bibliothek in das 1. OG des Westbaus , 7. Juni 1906 Wiedereinweihung; , Wertung: , „Wiederherstellung in der ursprünglichen mittelalterlichen Form“-Ludwig Dihm , , 1919 Vollendung der Südportalrahmung als Kriegerehrenmal , 7. Juni 1906 Wiedereinweihung; , 1976-1990 DDR-Restaurierungsmaßnahmen: Ersatz der zerstörten Orgel (Verbleib von 2 verbrannten Figuren in Einsatzkapelle im Chorumgang) , 1976-90 Beseitigung der Dihmschen Farbfassung der Pfeiler in Grau/Weiß und Rückführung auf die Backsteinfarbigkeit, Erneuerung der kompletten barocken Orgelempore; Remarks on building: Zeichnungen: , TU Planslg. Nachlass Dihm vgl. auch Zentralblatt BVW 32/1912, S. 269ff. , Fotos: , BLDAM, Messbildarchiv Wünsdorf:; -Außenansicht von SW, A: 1895, Schrank 6 a 8, Neg. 250.1; -Innenansicht, Langhaus gegen den Chor, mit dem alten Altar von 1874, A: 1895, Schrank 6 a 34, Neg. 250.25; -Innenansicht von W nach O, A: 1895, Schrank 6 b 15, Neg. 250.41; Heft Schnell & Steiner, historische Farbaufnahme der zerstörten Orgel , Quellen: , BLHA Rep. 2A RB Potsdam, II Brd. Nr. 82: Restauration der St. Gotthardtkirche Bd. 1 (1897-1905) und BLHA Rep. 2A RB Potsdam, II Brd. Nr. 83: dito Bd. 2 (1905-37); GStA Rep.93 B Nr.2558 (1863-1909); Meßbildaufnahmen 1895 (55); -Holzmodell von 1918/20 (Standort 2007: St. Gotthardt, unter der Orgelempore, Fotos vom Modell);
Bibliography:
Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege u.a. (Hg.), Kirchen des Mittelalters in Brandenburg und Berlin. Archäologie und Bauforschung, Publikation zur Fachtagung in Luckenwalde 14.-16. November 2006 (Petersberg 2007) 63-64; F. Adler, Mittelalterliche Backsteinbauwerke des Preußischen Staates. Die Mark Brandenburg. Tafelband, Bd. 1 (Berlin 1862) Blatt XVIII; F. Adler, Mittelalterliche Backsteinbauwerke des preußischen Staates. Die Mark Brandenburg. Textband, Bd. 1 (Berlin 1862) 23-27; G. Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Bezirke Berlin/DDR und Potsdam, bearbeitet von B. Becker (München 1983) 155; L. Dihm, Die St. Gotthardtkirche in Brandenburg an der Havel, Geschäftsbericht der brandenburgischen Provinzialkommission für Denkmalpflege 1908-10, 102-109 Note Anlage IXa; P. Eichholz – W. Spatz – F. Solger, Die Kunstdenkmäler von Stadt und Dom Brandenburg, Die Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg 2, 3 (Berlin 1912) 1-30
Photo information:
Repro; Repro; Repro; Repro; Repro; AM-2007-0002; AM-2007-0003; AM-2007-0004; AM-2007-0005; AM-2007-0006; AM-2007-0007; AM-2007-0008; AM-2007-0001; AM-2007-0066; AM-2007-0067; AM-2007-0068; AM-2007-0069

2111404: Brandenburg St. Katharinenkirche

Location management - buildings:
Aufbewahrung: Potsdam-Mitelmark und Brandenburg an der Havel (Kreisfreie Stadt und Landkreis), Deutschland, Brandenburg an der Havel, in situ; Herkunft: südwestlich des Marktbereichs
Characterization:
Type of building - general: Kirche; Specific building type: Stadtkirche; Description: Dreischiffige, spätgotische Hallenkirche mit fünfjochigem Langhaus, Umgangschor, Einsatzkapellen und Anbauten mit reich gestalteten Ziergiebeln an der Nord- und Südseite.
History of the building:
History of the building: Vorgängerbau eventuell schon Ende 12. Jh; , 1217 erstmalige urkundliche Erwähnung der Kirche; , 1381 Beginn des gotischen Baus; , 1395 Abbruch der alten Kirche bis auf den Westbau aus Granitquadern; , 1401 Errichtung des Backsteinhallenbaus mit Umgangschor durch Hinrich Brunsberg aus Stettin (Inschrifttafel an der Nordkapelle) mit hohem Satteldach, Turm sowie Schaugiebel im Osten; , 1434 Fertigstellung der Nordkapelle mit Sterngewölbe; , um 1450 Einwölbung des Langhauses und Anfertigung der Gewölbemalereien (Cante 1996. S. 14); , 1474 Abschluss des Chorbaus mit Wölbung und der Sakristei an der Südseite; , 1494 Turmerneuerung: alter Westbau innen durch Ausmauerung verstärkt und außen mit Backstein verkleidet; , 1495 Aufbringung des neuen Dachwerks der Nordkapelle und Bau einer Vorhalle zwischen Südkapelle und Sakristei; , 1540/50 Veränderung nach Einführung der Reformation: Einbau steinerner Emporen in die Einsatzkapellen des Langhauses; Erwerbung des Patronatsrechtes an der Pfarrstelle durch die Stadt (anstelle desjenigen des Domkapitels) , 30.10.1580 Sturmschäden am Westturm (Originalbericht Pfarrer Beumichen); 30.03.1582 Turmeinsturz, Schaden am Westgiebel des Langhauses, Nordwestportal, westliches Joch und Orgel; , 1585 Wiederaufbau des westlichem Mittelturms als quadratischer Turm (Material: kleinformatige, gelbe Ziegel, Gesimse und Fenstergewände in glasierten Formziegeln), der südliche Rest des alten Westbaus erhalten und mit Renaissancegiebel ausgestattet, Abschlussgesims des obersten Geschosses, Türgewände und Balustraden der Turmpfeiferecken aus Sandstein), Ausweißung des Kircheninnenraumes (Cante 1996, S. 22) , 1592 Aufsetzung von Oktogon, Kuppel und Laterne durch Dresdner Meister B. Richter , 1725 Gewitterschäden, Erneuerung des Inneren durch Kalkputz; , 1726/27 Einbau der barocken Wagner-Orgel , 1734 Abbruch des Chordachreiters, Vergrößerung der Emporen auf die jetzige Größe: Annäherung der Emporen im Langhaus an Wirkung eines Ovalraumes (Cante 1996, S. 23), erreicht mit minimalem Eingriff in die mittelalterliche Bausubstanz (nur unterer Teil der Fenster vermauert) , 1768 Neufassung des Inneren, die Alexander von Minutoli 1836 für mittelalterlich hielt: weiße Kalktünche der Wände, Pfeiler, Gewölbekappen, dagegen Dienste, Rippen und Profile in gelblichem Ocker (Cante 1996, S. 23, Minutoili 1836, S. 19) , 1812 (?, evt.) Zeichnungen Schinkels von Details (Aufriss der Nordkapelle) , 1836 A. von Minutoli Darstellung der Südkapelle in „Denkmäler mittelalterlicher Kunst in den Brandenburgischen Marken“; Restoration of the building: Erste Restaurierung , 1840: Instandsetzung der Turmpfeifergalerie und Turmkuppel durch Stadtbaurat J.E. von Thümen, Finanzierung: , außerordentliche Kostenübernahme durch Magistratskasse anstelle der zuständigen Kirchenkasse, keine Gotisierung des Turmabschlusses , April-November 1842: Renovierung des Kircheninneren , Abputz und grünlich-weiße Steinfassung, Bodenbelag aus Sandsteinplatten im Chor (Cante 1996, S. 29 und Schultz/Karl Boelke: Beiträge zur Geschichte der St. Katharinenkirche und -Gemeinde zu Brandenburg a.H., Festschrift zum 500-jährigen Bestehen der Kirche, Brandenburg 1901, S. 111f.) , Erhöhung des Bodenniveaus vom Chorumgang und Angleichung an dasjenige des Binnenchores , komplette Fensterverglasung in hellen runden Scheiben , Abschrankung des Altarraumes durch bronziertes neogotisches Eisengitter , Veränderungen am Gestühl, aber weitestgehende Erhaltung , neue Farbfassungen für Emporen, Kanzel, Hochaltar, Gestühl , (Cante 1996, S. 30f: Vergleich der Maßnahmen mit denen in der Nikolaikirche Berlin 1817) , 1846/1855 Förderung durch Friedrich Wilhelm IV.: erster Anlauf zur Herstellung der "äußeren Ornamente" , 1851 und 1854 Vorbereitung der Außeninstandsetzung, Beteiligte Stüler, Hofbaurat Schadow, Kabinettsrat Ilaire in Potsdam, Stüler wertete Kostenanschläge für Formsteine und Ornamente von Ziegelfarbikanten March in Chb. und Wernicke aus, dazu 12 Zeichnungen (wohl Details) von Schadow genannt (Verbleib unbekannt, GStA PK Rep. 89, Nr. 21957, S. 103 und Nr. 21958, S. 21) , 1854 Einstellung der technischen Vorbereitungen verm. wg. Finanzlücken, Restaurierung erst 1864-65 mit Geld aus Nachlass FW IV. (1862) möglich, dann traten Adler, Brecht und KBI Schneider an die Stelle von Stüler und Schadow, dafür überwog 1851/54 bei FW IV. das Interesse für die Aufstellung der Kolossalfiguren der Apostel , 1850-1854: Aufstellung der kolossalen Gipsmodelle der 12 Apostel (von Wredow, Schievelbein, Bläser, Berges, Modelle für den Zinkguss der Figuren für Domkirche Helsinki), 1854 Gnadengeschenk Friedrich Wilhelms IV. verbunden mit Entscheidung zum Aufstellungsort im Binnenpolygon zwischen den Chorpfeilern , 1855/56: zeichnerischer Entwurf Friedrich Wilhelms IV. für die Versetzung des Taufbeckens vom Chor in die Nordkapelle, sowie Umgestaltung der Nordkapelle in ein Baptisterium (Grundrissskizze Unbekannt in: DStA, Akte BKa 343/74), Ausführung Herbst 1856 (Cante 1996, S. 32) , Besichtigung Friedrich Wilhelms IV. am 21.10.1856 , Sept. 1859 Friedrich Adler Bauaufnahmezeichnungen, u.a. Tauffünte, Farbproben Fronleichnamskapelle (SSB) in Vorbereitung des Werkes von Friedrich Adler "Backsteinbauwerke des Preußischen Staates" (1. Bd. 1862) , um 1860 C. Brecht Bauaufnahmezeichnungen verdeckter Ostgiebel im Dach, Nord- und Südgiebel, AR der Fronleichnamskapelle, GR, QS, Details(SSB) in Vorbereitung des Werkes von Friedrich Adler "Backsteinbauwerke des Preußischen Staates" (1. Bd. 1862) , 2. Restaurierung , 1864-1865 , um 1862 Projektierung der Außenrestaurierung, u.a. Übernahme der Kosten für die Formsteine aus Nachlass Friedrich Wilhelms IV. , Zustandsbeschreibung inkl. Schäden durch Adler 1862 Bd. 1, S. 21: , Wimperge an Lisenen mit unsolider Konstruktion, viele abgängig, noch 18 spätgotische Nischenfiguren vorhanden , Unbekannt (wohl Kreisbauinspektor), 1862: "Verzeichnis und Ermittlung der Formsteine" (vor allem Nord-, Südkapelle und Wimperg des Südwestportals) für eine Bestellung , Ersatzbedarf von Formsteinen an Friesen, Lisenenwimpergen, Krabben, Kreuzblumen, Pfeilerspitzen der Schaugiebel, Abdeckungen und bei Gesimsen, Rosetten der Kapellengiebel , 1864-65 Außenrestaurierung (nach 15 Jahren Vorbereitung): Austausch schadhafter Formsteine, neogotische Erneuerung des Südgiebel des Westbaues, Umgestaltung des Erdgeschosses der Nordkapelle, Anlegung eines teppichartigen Maßwerkdekors in Portalzone der Nordkapelle, Anlage eines kleinen Portals an der Langhaussüdwand (nach 1945 wieder beseitigt), Entfernung der Leichensteine und Epitaphien am Außenbau; , Methode: Restaurierung nach Befunduntersuchung (Cante 1996, S. 32: "archäologische Restaurierung"), nicht von Stüler, Kirche als Hauptwerk der märkischen Backsteingotik erkannt (F. Adler Backsteinbauwerke 1. Bd. 1862, z. B. Taf. 23), , Ausführung durch Bauinspektor Schneider (Brandenburg) oder durch BM Brecht (aus Wittstock, erhielt 1862 parallel auch Restaurationsauftrag für Lehnin durch HM) unter RBR F.W. Horn: weniger nach Ideal Adlers, als nach Befund (ähnlich Lehnin): keine Rekonstruktion der Fialen und Wimperge, keine Betonung der Außenfarbigkeit, Formsteinglasuren weniger grün als mehr schwarz (Cante 1996, S. 33: unbekannter Architekt) , Beseitigung von 16 der 18 vorhandenen Nischenfiguren, dafür serielle Fabrikation von renaissancehaften Gewandfiguren durch Potsdamer Bildhauer F.W. Koch in Terrakotta (nach dem Vorbild des Sebaldusgrabes in Nürnberg von Peter Vischer) , 1866/67 und 1870 Ausstattung von drei mittleren Chorfenstern mit figürlicher Glasmalerei , deswegen 1867 Versetzung des Hochaltars mit spätgotischem Aufsatz (Teilung in Schrein mit Flügeln, aufgestellt in Chorscheitelkapelle, Aufsatz aufgestellt im OG der Sakristei(Cante 1996, S. 35) , 1868 Schaffung eines neogotischen Sandsteinretabels für den Binnenchor , 1889 Einbau einer Gasheizung , 1894 G. Voss (1894, S. 266-268) Auffindung mittelalterlicher Malerei in Sakristei, Wandbild leidender Christus, 1740 noch vorhanden , 1895/96 Meßbildaufnahmen (77 Stück BLDAM, MBA) , 1899 Einbau eines neuen Orgelwerkes von W. Sauer (Frankfurt/O.) in barocken Prospekt, Erhaltung des barocken Orgelprospektes , 3. Restaurierung , 1901 aus Anlass der 500. Jahrfeier de Vollendung des Kirchenbaus erste Überlegungen zu würdigerer Ausmalung und Erneuerung des Innenraumes , Forderung des Kirchenvorstandes (Mohnhaupt/Boelke) nach Beseitigung der unansehnlich gewordenen grünlich-weißen Steinfassung von 1842 , 1901 Regierung Potsdam, GRR von Tiedemann Forderung nach Herstellung der Innenausstattung, u.a. Herstellung des spätgotischen Hochaltars (Cante 1996, S. 37) , Farbfassung des Kircheninnenraums: , Auftrag für Farbskizzen für neue Raumfassung an W. Blaue (Cante 1996, S. 37, Paul Mohnhaupt/Karl Boelke: Von Festen und Bauten in St. Katharinen, Zur Erinnerung an die Einweihung des Gemeindehauses am 10.08.1913, Brandenburg 1913, S. 39) , Erstes Konzept der (nicht bekannten) Skizzen Blaues (zweifelhaft, ob auf Befunduntersuchung beruhend, Cante 1996, S. 38): gelblich-weiße Gewölbekappen, dunkelgraue Rippen, rot gefaßte Pfeiler mit weißem Fugenstrich, Gestühl dunkelgrau-grün , dagegen: Annahme der Backsteinsichtigkeit und eines Wechsels von glasierten und unglasierten Ziegelschichten (vgl. F. Adler 1862, Textbd. S. 20, Eichholtz 1912, S. 50) als mittelalterlichen Zustand des Innenraumes , Provinzialkonservator Büttner Stellungnahme: Ausmalung von Chor und Schiff im mittelalterlichen Sinne verworfen, da diese keine harmonische Gesamtwirkung mit der Tönung des Renaissanceausbaus ergeben würde (vgl. Geschäftsbericht des Pk 1904-07, S. 44) , 1905/1906 Immediater Eingriff Wilhelms II. im Zuge der Gewährung von 2 Gnadengeschenken aus dem AH Dispositionsfonds (BLHA Rep. 2A II. Brdb. Nr. 86, unfol.) , 29.11.1905 und 6.7.1906: Bewilligung von 7.500 M. und 8.000 M. zur Wiederherstellung des Innern , Vorgaben von Kaiser Wilhelm II. nach Vorlage der Farbskizzen zum Innenraum: , 1, Prüfung der Beseitigung der Emporen(Cante 1996, S. 38 zitiert nach Mohnhaupt/Boelke 1913) , 2, Forderung nach lichterer Sandsteintönung der Pfeiler (entgegen Blaues Farbkonzept) , 3, Forderung, dass roter Ton der Säulen nicht durch graue Färbung der Kanten und Kapitäle zu unterbrechen sei , 4, Ausführung der Deckengewölbe entweder in rotem Backsteinton oder in Sandsteinton , 1907 Genehmigung Wilhelms II. für eine von W. Blaue überarbeitete Fassung in zeittypischer gelblich-grauer Pfeilerbemalung (nicht ausgeführt). , Wertung: vorherrschende Rücksichtnahme auf die Ausstattungsstücke und die Emporen (Sitzplätze) und das harmonische künstlerische Gesamtbild des Innenraumes bei Berücksichtigung der Wünsche des Kaisers, nur teilweise Beachtung der aufgedeckten baulichen Befunde , 1910-1912: Ausführung der Ausmalungen , Bauleitung und gleichzeitiger Auftrag für die Ausmalung an Wilhelm Blaue, Oberaufsicht Oskar Hoßfeld (MöA, Abt. für Bauwesen) , Langhaus: großflächiges Abschlagen der historischen Putzschichten an Scheidbögen, Gewölben, Wänden, Entdeckung von Teilen der mittelalterlichen Raumfassung (ornamentale Gewölbemalereien, Figuren und Inschriften an Wänden und Pfeilern) , freie Nachahmung der Neuausmalung am mittelalterlichen Befund in einigen Partien (Scheidbögen, Rippen) , Chor: Entdeckung, Freilegung und Wiederherstellung eines großen Bestandes an spätgotischer Gewölbemalerei in Leimfarbe , Veränderung des Farbfassungskonzeptes von Blaue für den Chor: Rotfärbung der Pfeiler wegen dominierendem Rot/Grün als Befund in den Gewölben, Fugenmalerei, dadurch optische Trennung von Langhaus und Chor , Realisiertes Programm der Neugestaltung des Kircheninnern ( Blaue, Geschäftsbericht 1911-13, S. 113) , 1, Instandsetzung der Wand- und Gewölbeflächen und neue Ausmalung (Beseitigung der grünlich-weißen schmutzigen Steinfarbe/Schlemme von um 1868, die entsprach nicht mehr den Vorstellungen). , 2, Erneuerung des Gestühls im Stil des 17. Jhs. und der Fußböden , 3, Instandsetzung und Reparatur der Farbfassungen der Ausstattungsstücke, Altäre, Epitaphien, Gitter, Bilder , 4, Ersatz der Gasbeleuchtung durch elektrisches Licht, Beleuchtungskörper in Anlehnung an Beleuchtungskörper des 17. Jh. unter Verwendung von Originalstücken (Cante 1996, S. 37) , 5, Erneuerung der Windfänge, der Treppe zur Westempore, der Verglasung , 6, Einbau einer Niederdruckdampfheizung anstelle der Gasheizung von 1889 , 7, Herstellung der Turmvorhalle , 8, Entfernung der Abschlusswand nach der Taufkapelle , 9, Atelier W. Blaue: Wiederherstellung der mittelalterlichen Ausmalung des Chores und der Nordkapelle (Fronleichnamskapelle/Marienkapelle) durch W. Blaue, die nach großflächiger Putzabschlagung und Entfernung jüngerer Farbschichten in hoher Vollständigkeit entdeckt wurde , Einbeziehung nur weniger Reste der mittelalterlichen ornamentalen Farbgebung in den Langhausschiffen (Rankenornamente in Gewölben und Bogenlaibungen) in die neue Ausmalung, um Übereinstimmung von Ausmalung in Chor und Schiffen herzustellen. Blaue orientierte sich bei der Neuausführung der Rankenornamente in den Gurtbögen im Langhaus an den freigelegten Resten in den Chorumgangsnischen (z.B. Kreuzigungsbild). , 10. Respektierung und Erhaltung der barocken Ausstattung: Emporen, Orgel, Freilegung der aufgedeckten Stiftungsinschriften in der Nordkapelle (Engelbert Wusterwitz) und in der Schöppen (Hedwigs)-kapelle (Schiffspfeiler). Sicherung und Restaurierung von zahlreichen Epitaphien, Steinepitaphien (Herstellung der Farbgebung unter Entfernung von zementartigem Anstrich). , 11. Wiederaufstellung des durch alten Flügel und alte Bekrönung ergänzten Hauptaltares an der angestammten Stelle im Chor , bildhauerische Ergänzungen am Katharinen- und am Hedwigsaltar. , 12. Ergänzungen an der Kanzel und am Orgelprospekt , Aufstellung eines Liturgiealtars vor der Kanzel (heute nicht mehr vorhanden). , Zweck: Aufhebung der Biachsialität des Kirchenraumes , Aufhängung von Bildern an historisch angestammten Plätzen, soweit bekannt , Aufstellung von Resten des alten Chorgestühls in der Turmvorhalle und im Chorumgang , 1908/10 Goecke Gutachten zum Instandsetzungsentwurf und Anlage einer Niederdampfdruckheizung (zeigt Übereinstimmung mit Bauprogramm, Geschäftsbericht der brandenburgischen Provinzialkommission für Denkmalpflege und des Provinzialkonservators über die Jahre 1908 bis 1910, Hg. Theodor Goecke, Berlin 1911, S. 19-20), Einsatz für Wiederverwendung der alten Messingleuchter nach bisheriger Aufhängungsart , Finanzierung: 10.000 M. Provinzbeihilfe (1904) und 5.000 M. (1910) , 1911-1912: Streit um Apostelfiguren im Chor , Pk Goecke gegen die Belassung von 3 Apostelfiguren im Chor (Geschäftsbericht der brandenburgischen Provinzialkommission für Denkmalpflege und des Provinzialkonservators über die Jahre 1908 bis 1910, Hg. Theodor Goecke, Berlin 1911, S. 20) , Mohnhaupt/Gemeinde für Erhaltung aus Pietät gegenüber dem Stifter Friedrich Wilhelm IV. und dem Bildhauer Wredow , Belassung der 12 kolossalen Apostelfiguren aus Gips (von Wredow, Schievelbein und Berges, Stiftung von Friedrich Wilhelm IV.), Anstrich einer mit der Fassung des Chores harmonierenden zurückhaltenden Farbtönung , -16.10.1911 Beschluss zum Gesamtprogramm für die Erneuerung der Kirchenfenster durch Stifterfenster in Glasmalerei: , Ersatz der farblosen Butzenscheiben von 1842 durch Glasmalereifenster mit szenischen Darstellungen in Architekturrahmungen der Fa. Linnemann Frankfurt/M., im Chor stilistisch negotische Fenster, im Langhaus Renaissancevorbildern folgend, jeweils, dazu in der südlichen Schöppenkapelle, neue ornamentale Verglasung der Nordkapelle (dort die Bronzetaufe belassen). , -geringe architektonische Veränderungen im Innern: , Verlegung der Emporentreppe, die vorher am Übergang zur Nordkapelle stand, nach Osten in die nächste Nische, um Durchblick zur Kapelle zu erreichen; dadurch Vermeidung des Teilabbruchs des dort liegenden Emporenteils , Tieferlegung des Chorumgangs, u.a. einhergehend mit Wiedergewinnung der historischen Sockelhöhe von Grabmälern , Verkleidung der Treppe zur Westempore, Erneuerung der Treppe zur Orgelempore, um sie mit den Emporenbrüstungen in Einklang zu bringen , Herstellung des geschnitzten und vergoldeten Altartisches mit Marmorplatte unter der Kanzel , Gestaltung aller neu ausgeführten Einrichtungsgegenstände im Stil des 17. und 18. Jhs. , neue Glasmalereifenster in den Schiffen und der Schöppenkapelle mit szenischen Darstellungen in Architekturrahmungen , neue ornamentale Verglasung der Nordkapelle (dort die Bronzetaufe belassen) , Einbau einer Niederdampfdruckheizung, Anlage elektrischer Beleuchtung: Hauptbeleuchtungskörper nach Vorbild von Messingleuchtern des 17. Jhs. (Goecke wünschte Verwendung von Originalkronen aus dem Barock, Geschäftsberichte des Pk 1908-10, S. 19) , Wertung: , Stärkung des Gewichts der nachmittelalterlichen Stile (Barock, Renaissance) durch Ausstattungsstücke, Farbfassung , Akkomodierung des Kirchenraumes , Herausstellung als Bürgerkirche (Stiftungen) und der Verbindung mit den Hohenzollern , technische Neuerungen im Einklang mit Erscheinungsbild der Innenraumes aus Spätgotik und Barock , teilweise Freilegungen der mittelalterlichen Farbfassungen und Befunde , Außenbau: , -Ausbesserung des Sockels der äußeren Nordwand des Schiffes, Anlage eines Traufpflasters um den Kirchenbau , -Instandsetzung der Ausfugung der Nordkapelle , -Neueindeckung der Kehlen und Maueranschlüsse des mehrfach unterbrochenen Daches , -Herstellung von Abgüssen der beiden mittelalterlichen Figuren Katharina und Amalberga an der Nordostecke durch GV der Berliner Museen, jedoch Wiederaufstellung der originalen Stücke am Bau , -Ausführung sämtlicher Farbfassungen durch W. Blaue & R. Sandfort, sowie farbliche Herstellung der Ausstattungsstücke , -Einsatz neuer farbiger Chorfensterverglasung durch Stiftungen der Gemeindemitglieder neben dem Chorfenster aus den 1860er Jahren , -Freilegung und Auffrischung der Darstellungen in der südlichen Eingangshalle (Garten Gethsemane, Gefangennahme, Verurteilung, Kreuztragung) unterblieb wegen fehlender Mittel , Spendensammlung der Kirchengemeinde (für Ausmalung des Chores und der Taufkapelle) , 30. Mai 1912 Festliche Wiedereinweihung in Gegenwart Kaiser Wilhelms II. bei der Hohenzollernfeier; Remarks on building: Literatur: , Wolfgang Schierer: Über den Stand der Erneuerungsarbeiten in unserer Katharinenkirche (Vortrag 20.11.1908), gekürzte Zusammenfassung in: 41.-42, Jahrbuch des Historischen Vereins Brandenburg 1910, S. 111-112 , W. Blaue: Vortrag über die Restaurierungen in der Katharinenkirche, in: 43.-44. Jahrbuch des Historischen Vereins Brandenburg (JHVB) 1912, S. 169-170. , Wolfgang Schierer: Über den Stand der Erneuerungsarbeiten in unserer Katharinenkirche (Vortrag), in: 41.-42.JHVB 1910, S. 111-112 , Wolfgang Schierer: Über den im Herbst 1908 in Lübeck abgehaltenen 9. Tag für Denkmalpflege und über das dort gehörte Referat des Hr. Prof. Gurlitt über Freilegung und Umbauung alter Kirchen, in: 41.-42.JHVB 1910, S.113-114 , Jahresbericht des Historischer Verein zu Brandenburg an der Havel, 43.-44. Jg. (1912), S. 169f., Sitzungsbericht vom 22.03.1912: Wilhelm Blaue über die Wiederherstellung der Katharinenkirche und dabei gemachte Entdeckungen (Wandmalereien und Ornamente) , Jahresbericht des Historischer Verein zu Brandenburg an der Havel, 41.-42. Jg. (1910). S. 111f., Sitzungsbericht vom 20.11.1908: Kreisbauinspektor Schierer über Stand der Erneuerungsarbeiten; neue Farbgebung und Emporen prägen die Kirche nachmittelalterlich. , Meßbildaufnahmen 1895/96 (77) , Pläne: , SPSG, Planslg.: AR Vorderseite, 19.Jh.; Blick in Chor, 19. Jh. , Linnemann Archiv FFM: 10 Ausführungsentwürfe für die 19 Glasmalereifenster erhalten (s. Henning Hintzsche: Schätze der Glasmalkunst, Die Fenster von St. Katharinen zu Brandenburg an der Havel, Brandenburg 2012
Bibliography:
Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege u.a. (Hg.), Kirchen des Mittelalters in Brandenburg und Berlin. Archäologie und Bauforschung, Publikation zur Fachtagung in Luckenwalde 14.-16. November 2006 (Petersberg 2007) 67-68; F. Adler, Mittelalterliche Backsteinbauwerke des preußischen Staates. Die Mark Brandenburg. Textband, Bd. 1 (Berlin 1862) 17-21; F. Adler, Mittelalterliche Backsteinbauwerke des Preußischen Staates. Die Mark Brandenburg. Tafelband, Bd. 1 (Berlin 1862) Blatt XI - XIV; W. Blaue, Die Wiederherstellung des Innern der St. Katharinenkirche zu Brandenburg a.H., Geschäftsbericht der brandenburgischen Provinzialkommission für Denkmalpflege 1911-1913, Anlage e. , 113-126; W. Blaue, Vortrag über die Restaurierungen in der Katharinenkirche, Jahrbuch des Historischen Vereins Brandenburg 43.-44., 1912 , 169-170; A. Cante - G. Köpping, Die Katharinenkirche in Brandenburg an der Havel. Zur Bau- und Restaurierungsgeschichte eines Hauptwerks märkischer Backsteingotik, Arbeitshefte des BLDAM Nr. 6, (Potsdam 1996), 26 - 49; M. Cante, Denkmale in Brandenburg. Stadt Brandenburg an der Havel. Teil 1 Dominsel – Altstadt – Neustadt, Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland 1.1 (Worms am Rhein 1994) 230 - 245; G. Dehio, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Brandenburg, bearbeitet von G. Vinken (München 2000) 126 – 135; P. Eichholz – W. Spatz – F. Solger, Die Kunstdenkmäler von Stadt und Dom Brandenburg, Die Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg 2, 3 (Berlin 1912) 47-81; W. Schierer, Über den Stand der Erneuerungsarbeiten in unserer Katharinenkirche (Vortrag 20.11.1908), gekürzte Zusammenfassung, Jahrbuch des Historischen Vereins Brandenburg 41.-42., 1910 , 111-112; W. Schierer, Über den im Herbst 1908 in Lübeck abgehaltenen 9. Tag für Denkmalpflege und über das dort gehörte Referat des Hr. Prof. Gurlitt über Freilegung und Umbauung alter Kirchen, Jahrbuch des Historischen Vereins Brandenburg 41.-42., 1910 , 113-114; Schultz - K- Boelke, Beiträge zur Geschichte der St. Katharinenkirche und -Gemeinde zu Brandenburg a.H.. Festschrift zum 500-jährigen Bestehen der Kirche (Brandenburg 1901)
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Repro; Repro; Repro; Repro; Repro; Repro; Repro; Repro; AM-2015-0057; AM-2015-0058; AM-2015-0059; AM-2015-0060; AM-2015-0061; AM-2015-0062; AM-2015-0063; AM-2015-0064; AM-2015-0065; AM-2015-0066; AM-2015-0067; AM-2015-0068; AM-2015-0069

2111500: Prenzlau St. Marienkirche mit ...

Location management - buildings:
Aufbewahrung: Prenzlau, Aufbewahrungsort
Characterization:
Type of building - general: Kirche; Specific building type: Stadtkirche; Description: Hauptpfarrkirche der Stadt, eine der bedeutendsten mittelalterlichen Backsteinbauten Norddeutschlands, große dreischiffige apsidial geschlossene Hallenkirche von 7 Jochen mit Kreuzpfeilern, Schaugiebel an der Ostseite und westlicher Turmfront mit zwei Turmaufbauten, an der Südseite Margarethenkapelle
History of the building:
History of the building: Vorgängerbau von um 1250, davon der stattliche Westbau in Feldstein erhalten, die oberen Geschosse aus Backstein mit Blenden, unausgebaute Westtürme , die zugehörige dreischiffige, zweijochige Hallenkirche mit Querschiff und gerade geschlossenem Chor 1959 bei Grabungen ermittelt , Neubau von um 1325-1340 als Hauptpfarrkirche der Stadt nach Abbruch des Vorgängerbaus errichtet , dreischiffige apsidial geschlossene Backsteinhallenkirche von 7 Jochen in zwei Bauabschnitten errichtet, Ostseite über dem Chorschluss mit kolossalem Prachtgiebel in Weiterentwicklung des Musters der Marienkirche in Neubrandenburg, Giebel mit Wimpergen, Maßwerk und Fialpfeilern, an der Südseite die zweischiffige Margarethenkapelle; Restoration of the building: 1839 Initiative des Landrats zur ersten Restauration. 1844-1845 Carl H. Eduard Knoblauch Ausführungsentwürfe (Seitenansicht, Querschnitt, Fensterdetails, Ostansicht, Maßwerkfenster, neuer Bestuhlungsplan, Verlegeplan neuer Fliesen, klassizistische Orgelpropekt, Kanzel, Nordseite mit Wimpergen auf Hauptgesims, Querschnitt mit Dachsparren, Westseite mit unterschiedlichen Turmanschlüssen, Entwurf Holzbrücke zwischen Türmen, alle TU Planslg.). 1844-1847 Innenrestauration unter Leitung von Eduard Knoblauch, wohl auf Anregung Friedrich Wilhelms IV. Methode: stilgemäße Wiederherstellung und Raumvereinheitlichung im gotischen Stil, teilweise Überdeckung von Baubefunden (Befunde 13.9.1998): 1. Nivellierung des unterschiedlichen mittelalterlichen Fußbodenniveaus, im Turmbereich Treppenpodest. 2. Farbfassung an Pfeilern und Gewölben. 3. Einbringung der neogotischen Kanzel und Gestühl. 4. Verblendung des Westmauerwerks des Vorgängerbaus zum Schiff mittels separater Wand. 5. Veränderung der Zugangsöffnungen zum Turmriegel, Öffnung der Rosette, neues Metallgerüst und Verglasung. 6. Rote Putzquadermalerei (teilweise 1998 noch mittelalterliche Reste im Chorbereich hinter einem ehe. Sakristeischrank erhalten). 7. Restaurierung des Hauptaltars von 1512 (Lübische Arbeit), Farbneufassung über mittelalterlicher Fassung, auch bei Maria und Assistenzfiguren. 8. Beseitigung der übrigen barocken Ausstattung. 1854/1857 Forderung nach Restauration der Außenarchitektur. 1860 Eduard Gärtner Ansicht des Innern von St. Marien gen Osten (mit Altar und Kanzel, Farblithographie, SSB), Oktober und November 1861 und April 1862 H. Froboese Bauaufnahmezeichnung Grundriss, Aufriss der Ostseite samt Chorgiebel, Aufriss Binnenjoche, Aufriss Fassadensystem, Aufriss der Westfront, Querschnitt zum Altar (SSB) in Vorbereitung des Werkes "Backsteinbauwerke des Preußischen Staates", um 1865 Julius Bormann Bauaufnahmezeichnung des Chorgiebels mit Baudetails, der Gesamtansicht des Chorgiebels (mit Zeichner Münzenbeger), eines Wimperges vom Chorgiebel und eine Zusammenstellung der Nordvorhalle und des Südportals, Querschnitt und Fassadensystem sowie des Gesamtgrundrisses und von Baudetails (SSB) in Vorbereitung des Werkes "Backsteinbauwerke des Preußischen Staates" , 1878-87 Restauration der Außenarchitektur, Maßnahmen: 1. Blendgalerienerneuerung und Stabilisierung. 2. Kaffgesims mit grünglasierten Steinen, die F. Adler favorisierte, Profilsteinerneuerungen 1881-1889 Restauration der Außenfront der Margarethenkapelle (BLHA Akte 1215) unter Beteiligung von Reinhold Persius. 1899 Doppelturmprojekt nach Vorbild von St. Nikolai Berlin von Hermann Blankenstein (nicht ausgeführt) 1908/1910 Stiftung elektrischer Beleuchtungskörper, Auswahl eines Entwurfs durch Stifter, Bedenken Goecke aus künstlerischen, stilistischen, kunstgewerblichen Gründen, Besprechung Lutsch, Goecke, Kirchengemeinde, Stifter, Regierung, Auftrag zum Entwurf an Prof. Petersen, Zustimmung zum Entwurf, Ausführung der Beleuchtungskörper (Geschäftsbericht der brandenburgischen Prov.komm für Denkmalpflege und des Provinzialkonservators über die Jahre 1908 bis 1910, Berlin 1911, S. 40). September 1908 Verhandlungen Goecke mit Bauverwaltung, Gemeindekirchenrat über Freilegung der Marienkirche (Finanzierung durch Wiesener-Holz Stiftung), Übereinkunft einer partiellen Freilegung an der Südseite, wo Häuserreihe die Kirchenfassade verdeckt, Ziel auch Herausstellung der Margarethenkapelle, Votum Goecke gegen Niederlegung der Häuser an der Marktseite (bilden Maßstab für Ostgiebel), Beachtung einer durchlaufenden Dachfirstlinie und Abbruch von aufgesetzten Stockwerken mit Pappdächern, Voraussetzung für teilweise Niederlegung ist Gesamtplan (Geschäftsbericht der brandenburgischen Provinzialkommission für Denkmalpflege und des Provinzialkonservators über die Jahre 1908 bis 1910, Hg. Theodor Goecke, Berlin 1911, S. 41). 12.05.1909 Lutsch abweichendes Gutachten (Reisebericht) an Kultusminister (GStA PK I. HA Rep. 76 Ve Sekt. 5 Abt. VI Nr. 16, Bd. 3, S. 13), Resümee: gestalterische Denkmalpflege an den umgebenden Wohn- und Geschäftshäusern wegen Präsentation, keine Befürwortung einer Freilegung der Marienkirche, Besichtigung mit Kreisbauinspektor Zimmermann, Oberbürgermeister, Randskizze Lutschs zur Umgebung und Vorschlag für zwei neue Durchfahrten durch Häuserblocks an der Königstraße (östlich der Kirche), Analyse der Maßverhältnisse an der Ostseite, Ziel soll Absenkung der Häuserhöhe auf zwei Geschosse sein zur Schaffung ruhiger Flächen vor dem reichen Kirchenostgiebel, Vorschlag für südliche Zufahrt zur Margarthenkapelle (auch künftiger Ort für Trauungen), Häuser der Südseite haben bis auf Eckhaus Königstraße keinen Wert, Ziel daher Niederlegung und Schaffung eines freien Blickes auf Langhaus, Häuserzeile Wittstr. grundsätzlich erhalten, aber teilweise Reduktion auf Eingeschossigkeit und Betonung der Eckbebauung, Möglichkeit zur Schaffung eines Ortsstatuts auf Grundlage des "Gesetzes gegen Verunstaltung von Ortschaften" (15. Juli 1907). März 1909 Beschluss (mit Goecke) zu blaugrauem Anstrich der Heizungsradiatoren und Verkleidung der Heizkörper nach Vorschlag von Lutsch (Geschäftsbericht der brandenburgischen Prov.komm für Denkmalpflege und des Provinzialkonservators über die Jahre 1908 bis 1910, Berlin 1911, S. 40). Juni bis Oktober 1918 Wettbewerb zur Freilegung der St. Marienkirche, Anlass ältere Stiftung der Wiesener-Holz-Stiftung, Grundlage war Ortsstatut von um 1911 spricht Schutz gegen Verunstaltung für die Straßenbilder (inkl. Häuser) der drei Baublöcke Mühlenstraße, Marktberg (Wittstr.) und Marktplatz zwischen Mitteltorturm und Rathaus um die Marienkirche aus. Gegenstand: 1. Bebauung der Marienkirche an der Ost- und Südseite, Wettbewerb sah keine völlige Freilegung vor, sondern Entwurf einer Rahmenarchitektur mit nur zweigeschossigen Häusern und Ziegeldächern mit geradem Dachfirst, Einordnung von Um- und Neubauten, Häuserzeile an der Südseite der Kirche verdecken St. Margarethenkapelle, Ziel des Wettbwerbs ist neue Baufluchtlinie und evt. Abbruch der Häuser, Anschluss an Plattform vor der Westfront der Kirche (ansteigendes Gelände), Teil der Südseite (Südwestecke der Kirche) bereits freigelegt und Blick von Wittstr. auf die Kirche geöffnet. 2. Ausgestaltung des Marktplatzes (östlich von St. Marien), Platzierung der seit 1910 aufgestellten Bronzestandbilder Wilhelms I., Bismarcks und Moltkes (Stiftung des Apothekers Witt), zum Bestand gehörten zudem Lutherdenkmal, Kriegerdenkmal und Rolandobelisk, Erhaltung des Rathauses und Polizeidienstgebäudes auf dem Marktplatz , offene Fragen: Wettbewerbsteilnehmer, Realisierung (Stadtarchiv Prenzlau). , 1945 schwerste Kriegsbeschädigungen, Ruine, nach 1945-1950 Sicherung der Ruine, Ostgiebelstabilisierung mit Betonpfeilern. 1970 Stahldachkonstruktion, Betonformsteine an Vorlagen und Diensten eingesetzt und Backsteinformsteine aus Großräschen verwendet, Nutzungskonzept von Architekt Schlotter, Berlin. , Margarethenkapelle , 1901 von P. Lehmgrübener vier Bestandsaufnahmezeichnungen (Grundriss, Querschnitt, Maßwerkfenster, Beschlag- TU Planslg. Inv. Nr. 7017-7020) zu einem nicht datierten Kostenanschlag von 1901, Bestandsaufnahme zwischen Außenherstellung (1881-1889) und vor geplanter Innenrestaurierung. 1903/1904 Überlegungen zur Restauration der Margarethenkapelle, 1907 Besichtigung Provinzialkonservator Büttner, Programm und Entwurf zur Instandsetzung, u.a. Entfernung von jüngeren Fassungen (Geschäftsberichte der Prov.Komm. und des Pk 1904-07, S. 61), Oktober 1908 Goecke Besichtigung, Empfehlung zur Wiederherstellung des großen dreiteiligen Fensters (das im Mittelalter angelegt war), Juni 1909 Goecke Besichtigung, Neuaufstellung des Herstellungsentwurfs, Empfehlung zur Umarbeitung betreffend die Kanzel, Gestühl (Geschäftsbericht der brandenburgischen Prov.komm für Denkmalpflege und des Provinzialkonservators über die Jahre 1908 bis 1910, Berlin 1911, S. 40). 12.05.1909 Lutsch Reisebericht an Kultusminister (GStA PK I. HA Rep. 76 Ve Sekt. 5 Abt. VI Nr. 16, Bd. 3, S. 13), Befürwortung der Wünsche der Kirchengemeinde für Aufstellung des Altartisches am Westende der Kapelle, Wiederöffnung des alten Hauptportal in der Südhochwand, Instandsetzung der Fenster mit Antikglas. 1932 Restauration der Margarethenkapelle.; Remarks on building: Literatur , N.N. (Sch.): Wettbewerb um Entwürfe für die Freilegung der Marienkirche und die Ausgestaltung des Marktplatzes in Prenzlau, in: ZblBV 38/1918, S. 245-246 , Geschäftsbericht der brandenburgischen Prov.komm für Denkmalpflege und des Provinzialkonservators über die Jahre 1908 bis 1910, Berlin 1911 , Zeichnungen/Pläne: , TU Planslg. Inv. Nr. EK 508,001-EK 508,019 E. Knoblauch Ausführungs- und Entwurfszeichnungen für Kirchenrestauration innen/außen 1844-45 , Margaretenkapelle: , TU Planslg. Inv. Nr. 7017-7020; Paul Lehmgrübener Bestandsaufnahmezeichnungen (GR, QS, Maßwerkfenster, Pfeilerdetails, Beschlag) , Paul Lehmgrübner, Pfeilerdetails, 1901, TU Plansammlung, Inv. Nr. 7019 , BLDAM Messbildarchiv Wünsdorf: , Meßbilder von 1902 , Messbilder der Außenansicht mit der historischen Bebauung an der Marktseite und nach Beseitigung der Häuser 1918: , -Gesamtansicht von SO mit vier Häusern am Markt, A: 1902, Schrank 12 p 12, Neg. 683.1 , -Westfassade mit Hausdächern, A: 1902, Schrank 12 p 19, Neg. 683.12 , -Südseite mit Margarethenkapelle, A: 1902, Schrank 12 p 24, Neg. 683.17 , -Margarethenkapelle, Ostteil der Südseite, von SW, A: 1902, Schrank 12 p 29, Neg. 683.22 , -Margarethenkapelle, Innen, ruinöser Zustand vor Rest.arbeiten, A: 1902, Schrank 12 q 8, Neg. 683.38 , -Margarethenkapelle, zugemauertes Spitzbogenportal zum Kirchenschiff, mit gestapeltem Baumaterial, A: 1902, Schrank 12 q 9, Neg. 683.39 , Quellen: , GStA PK I.HA Rep. 93B Nr. 1880 , GStA PK I.HA Rep. 76 Ve Sekt. 5 Abt. VI Nr. 16, Bd. 3 , BLHA: , Kreisverwaltung Uckermark, Stadtarchiv: Bau- und Restaurierungsakten des 19.Jhs. zu St. Marien und zur Franziskanerkirche (z.T. mit Plänen oder Zeichnungen)
Bibliography:
Institut für Denkmalpflege, Arbeitsstelle Schwerin (Hg.), Die Bau- und Kunstdenkmäler in der DDR. Bezirk Neubrandenburg (Berlin 1982), 297-300; F. Adler, Mittelalterliche Backsteinbauwerke des Preußischen Staates. Die Mark Brandenburg. Tafelband, Bd. 2, (Berlin 1898) LXXXXIII-LXXXXVII; F. Adler, Mittelalterliche Backsteinbauwerke des preußischen Staates. Die Mark Brandenburg. Textband, Bd. 2, (Berlin 1898) 83-85; F. Adler, Mittelalterliche Backsteinbauwerke des preußischen Staates. Die Mark Brandenburg. Textband, Bd. 1 (Berlin 1862); F. Adler, Mittelalterliche Backsteinbauwerke des Preußischen Staates. Die Mark Brandenburg. Tafelband, Bd. 1 (Berlin 1862); F. Adler, Mittelalterliche Backsteinbauwerke des preußischen Staates. Die Mark Brandenburg. Textband, Bd. 2, (Berlin 1898); F. Adler, Mittelalterliche Backsteinbauwerke des Preußischen Staates. Die Mark Brandenburg. Tafelband, Bd. 2, (Berlin 1898); K. Betzner, Zusammenhänge zwischen Konstruktion und Form in gotischer Architektur. Die Ostgiebel der Marienkirchen in Neubrandenburg, Prenzlau und Gransee, Denkmale in Berlin und der Mark Brandenburg (Weimar 1987), 211-223; W. Blaue, Die Wiederherstellung des Innern der St. Katharinenkirche zu Brandenburg a.H., Geschäftsbericht der brandenburgischen Provinzialkommission für Denkmalpflege 1911-1913, Anlage e.; G. Dehio, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Die Bezirke Neubrandenburg, Rostock, Schwerin (Berlin 1968) 280-282; P. Eichholz - R.Hoppe, Die Kunstdenkmäler des Kreises Prenzlau, Die Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg 3, 1 (Berlin 1921); J. Fait, Grabungsergebnisse in St.Marien zu Prenzlau (Diss. Greifswald 1959); R. Liess, Kunstgeschichtliche Anmerkungen zur Chorgiebelfassade der Prenzlauer Marienkirche, in: Peter Richter (Hrsg.), Kunst im Ostseeraum. Mittelalterliche Architektur und ihre Rezeption, Tagungsband (Griefswald 1990), 21-35; H. Müther, Die Marienkirche zu Prenzlau, Das christliche Denkmal 14 (Berlin 1954); N.N., Wettbewerb um Entwürfe für die Freilegung der Marienkirche und die Ausgestaltung des Marktplatzes in Prenzlau, in: Zentralblatt der Bauverwaltung 38, 1918, S. 245-246; E. Schwartz, Die Geschichte der St. Marienkirche zu Prenzlau (Celle 1957)
Photo information:
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2111661: Altes Rathaus

Location management - buildings:
Aufbewahrung: Berlin (Bundesland), Deutschland, Berlin, zerstört; Herkunft: Lage: Standort Ecke Spandauer/Königsstr. (heute Rathausstr.)
Characterization:
Type of building - general: Rathaus; Description: Altes Rathaus mit mittelalterlicher Gerichtslaube ehemals auf dem Grundriss des jetzt bestehenden Roten Rathauses an der Spandauer Straße; mehrflügeliger, zwei- bis dreigeschossiger Bau.
History of the building:
History of the building: Altes Rathaus mit Gerichtslaube , um 1270 (F. von Quast, in: GStA I.HA Rep. 93 B Nr. 1710, S. 3) bzw. um 1300 (Ausst.Kat. 2013) einheitlicher Bau des Rathauses mit Sockelgeschoss aus Feldstein, ansonsten in Backstein, UG ursprünglich zweischiffig mit Balkendecke, mittlere Pfeilerreihe aus Backstein, südliche Längswand ohne Tür- und Fensteröffnungen, nur Nischen, nördliche Längswand mit Spitzbogenblenden und 9 Fensteröffnungen (3x3), Wechsel mit 2 Zugangsöffnungen, Stirnwände mit gestuften Pfeilergiebeln, Baugestalt vergleichbar mit Rathaus Frankfurt/Oder , 1. Hälfte 14. Jh. (kurz vor 1350, unter den Wittelsbacher Markgrafen, nicht mehr unter den Askaniern) konzeptioneller, repräsentativer Umbau, vierschiffige Einwölbung der Kellerhalle, Anfügung der Gerichtslaube für öffentliche Rechtsprechung , Baugestalt der Gerichtslaube: , ehemals mit gotischem Pfeilergiebel (Darstellung Johann Stridbeck 1690, 1692 beseitigt), Gerichtslaube erhielt Strebepfeiler zur Stützung des EG-Gewölbes, EG-Halle Schöffenstuhl (mittelalterliches Stadtgericht) nach 3 Seiten offen, Kreuzrippengewölbe, Schlusssteine mit floralen und ornamentalen Motiven, Mittelsäule mit Kämpferfries aus Gipsstuck mit Fabelwesen und durch Tiere verkörperten Laster und Wappen der 4 Ratsherrengeschlechter, OG Ratsstube und bis 1555 mit Balkendecke, am südwestlichen Eckpfeiler der Vorhalle eulenartiges Fabelwesen (Kaak, Pranger) , Rathaus: , 1380 Stadtbrand, evt. Reparaturen , 15. Jh. Einfügung von Backsteinwänden als Trennwände im KG, Anbau eines Uhrenturmes in der Ecke zwischen Gerichtslaube und südwestlicher Gebäudeecke , 1484 Brand , 1488 Erneuerungen, Umbauten, massiver zweigeschossiger Anbau neben dem Turm mit spätgotischen Gewölben, Ladenvorbauten an der Nordfassade, Errichtung der Ratswaage an der östlichen Stirnwand , 1555 Einwölbung der Ratsstube im OG der Gerichtslaube mit Netzgewölben , 1581 Beschädigung durch Brand, Erneuerungen , 1692-95 barocker Erweiterungsbau von J.A. Nering daneben, Aufbau eines frühbarocken Giebels auf der Gerichtslaube , um 1760 Johann David Schleuen Prospekt des Berlinischen Rathauses im barocken Zustand mit Barockgiebel und Anbau von Nering (SSB) , 1766-69 Einbau großer Haupttreppe, Abtrennung von Zimmern von den Fluren , 1798 Anbau eines Hofflügels wegen Raummangels; Restoration of the building: 1858 Plan für den Neubau der Roten Rathauses , um 1860 Friedrich Adler Grundrissrekonstruktion der Gerichtslaube (SSB) , um 1860 Unbekannter Autor (S.C.H.) Zeichnung des Außenpfeilers der Gerichtslaube mit Kaak (SSB) , 1865 Abbruch, Erhaltung und Verschüttung der Kellerwände und der Fundamente der vierschiffigen Halle und der Gerichtslaube, Baudokumentation , 1861-1869 Neubau des Roten Rathauses nach Plänen von Stadtbaurat H. Blankenstein (1858) durch Bauinspektor H.F. Waesemann, dafür wurde trotz der Nähe der Nordwand und der Gerichtslaube des Alten Rathauses keine Tiefenentkernung gemacht, Teilnahme F. Adlers am Wettbewerb , Gerichtslaube: , Schinkel: kannte nur den Renaissancebau, nicht den mittelalterlichen Bestand, Votum gegen Erhaltung (mdl. Bartmann-Kompa/D. Schumann 2013) , 26.3.1860 Gutachten F. von Quasts und Verfügung des KM von Bethmann Hollweg vom 16.4.1860 an Magistrat (Bartmann-Kompa, in Ausst.Kat. 2013, S. 43), Aufforderung zur Erhaltung von wertvollen Teilen des Rathauses, der Rathauslaube mit ihren Tragepfeilern, zur Dokumentation von mittelalterlichen Baudetails und der Konstruktion, Bitte um Bergung von Konsolen und der Kaakplastik , BI Waesemann, Idee des Einbaus von abgebrochenen Altertümern in die Höfe des Roten Rathauses , Heinrich W. Krausnick, OB: Denkschrift zur Grundsteinlegung des neuen Rathauses (Text Ernst Fidicin, Historiker, F. Adler baugeschichtliche Notizen, erstmalige zeichnerische Erfassung des Bestandes und der Bauzeiten durch Grundrisse, Schnitte, Details) , 5. März 1861 Bauerlaubnisschein des Polizeipräsidiums mit Festlegung der Breiten der Königstr. und Spandauer Str., Beseitigung der Gerichtslaube war Vorbedingung der Erteilung (GStA PK, I.HA Rep. 93 B Nr. 1710, S. S. 10-11) , Anfang 1865 Herstellungsentwurf F. von Quasts für organische Verbindung der alten Gerichtslaube mit Rathausneubau, Vorlage beim Kronprinz Friedrich und Magistrat Beförderung durch Kronprinzen (GStA PK, I.HA Rep. 93 B Nr. 1710, S. 5), Entwurf nahm auf Verkehrslage mittels Passage zwischen Neubau und Gerichtslaube Rücksicht , 14. September 1865 Abbruchgesuch des Magistrats an Polizeipräsidium (GStA PK, I.HA Rep. 93 B Nr. 1710, S. 10-11) , 1865 OB Karl T. Seydel beruft Baukommission (Mitglieder von Quast, Adler, Waesemann, SBR Gerstenberg, Strack) Beratung über Umgang mit Altem Rathaus, Empfehlung des Belassens der Fundamentmauern und deren Verschüttung zum Zweck späterer Bauforschungen, Initiative zur Bergung von Konsol-, Form- und Mauersteinen und der Wetterfahne von 1583 (ab 1874 im Märkischen Provinzialmuseum) , 4.11.1865 Einbeziehung von Quasts während des laufenden Neubaus, (Zweites) Gutachten F. von Quasts (GStA PK, I.HA Rep. 93 B Nr. 1710, S. 3), nahm Forderungen aus Presse zur Bewahrung der Gerichtslaube auf, Zusammenkommen und Gutachten der Baukommission (mit Konservator) zur Erhaltung des UG der Laube mit Mittelsäule am historischen Ort, Erhaltung des OG auch wünschenswert, aber Frage der Beeinträchtigung des Neubaus, Vertagung der definitiven Entscheidung über Abbruch/Erhaltung auf Zeit der Vollendung des Neubaus, Stadtverordnetenverslg. hatte sofortigen Abbruch wegen Verkehrsbeeinträchtigung beschlossen , 13.11.1865 Intervention des KM von Mühler an Magistrat zur Aussetzung des Abbruchs, Charakterisierung als historisches und Kunstdenkmal (GStA PK, I.HA Rep. 93 B Nr. 1710, S. 2) , 1865 Auftrag an Julius Bormann (2 Grundrisse, Querschnitt, Konsolstein, Stiftung Stadtmuseum Berlin) und Carl Graeb zur zeichnerischen Dokumentation (1865 Carl Graeb, 4 Aquarelle, Bleistiftzeichnungen des Außen- und Innenbaus, SMB, Kupferstichkabinett) , 1865 Publikation der Zeichnungen von J. Bormann und C. Graeb , 1866 Abformung des Kämpferfrieses der Gerichtslaube durch Bildhauer Friedrich Wilhelm Dankberg und Einsetzen in der Mittelsäule im Neuen Ratskeller , 15.4.1867 Beschluss der Baukommission (Vorsitz OB Seydel) zur Modellanfertigung des Herstellungsentwurfs von Quast, als Abbruch schon im Gange ist (GStA PK, I.HA Rep. 93 B Nr. 1710, S. 5) , 14. Juni 1867 Zweites Abbruchgesuch des Magistrats an PolPräs. , 1.7.1867 (Drittes) Gutachten F. von Quasts (GStA PK, I.HA Rep. 93 B Nr. 1710, S. 5), Bitte an Kultusminister zum Verbot des Abbruchs der Gerichtslaube , 20.07.1867 Kultusminister an Magistrat: Beschluss über Abbruch des altertümlichen Bauwerks nicht ohne ministerielle Zustimmung (GStA PK, I.HA Rep. 93 B Nr. 1710, S. 6) , 14. Februar 1868 Drittes Abbruchgesuch des Magistrats an PolPräs. , 02.10.1868 Angelegenheit ist beim Kaiser angeregt worden (Kultusminister an MHGöA Itzenplitz, GStA PK, I.HA Rep. 93 B Nr. 1710, S. 7) , 22.07.1868 Intervention des Kronprinzen Friedrich Wilhelm (Friedrich III.) an Kultusminister von Mühler erste Idee der Translozierung: Presse berichtet über bevorstehende Entscheidung zum Abbruch: "Wenn ich auch nicht verkenne, dass aus Gründen der Zweckmäßigkeit die Entfernung der Gerichtslaube grade von der Stelle, auf welcher sie steht, notwendig sein mag, so wünsche ich doch lebhaft, dass man den historischen und architektonischen Wert derselben nicht verkennen und deshalb auf die Erhaltung dieses alten und merkwürdigen Bauwerkes durch Überführung an einen anderen geeigneten Platz Bedacht nehmen möge. Ich würde es mit besonderem Danke erkennen, wenn Sie auf diesen Gesichtspunkt eingehen und an die Genehmigung zum Abbruch der Gerichtslaube die Bedingung knüpfen wollten, dass dieselbe an einen anderen, hierzu geeigneten Platz aufgestellt werde.“ (GStA PK, I.HA Rep. 93 B Nr. 1710, S. 36-37) , 31.10.1868 Viertes Abbruchgesuch des Magistrats, Ablehnung des Vorschlag der Freilegung und Öffnung der Gerichtslaube (KM Mühler an MHGöA Itzenplitz (GStA PK, I.HA Rep. 93 B Nr. 1710, S. 11) , November 1868 Projektidee des Handelsministers von Itzenplitz zur partiellen Freilegung des mittelalterlichen Bestandes der Gerichtslaube als offene Halle, zur Entfernung der barocken Überbauung und Erhaltung der Laube in situ (GStA PK, I.HA Rep. 93 B Nr. 1710, S. 14, 15-16), Mitteilungen an König und Kultusminister , 21.12.1868 Erstes Entwurfsprojekt von MBK (RBR Giersberg) zur Freilegung als Halle über 915 Taler i.A. des MHGöA (GStA PK, I.HA Rep. 93 B Nr. 1710, S. 18) , 25.12.1868 Handelsministerium an MBK: Forderung nach Sicherung der Standfestigkeit und weiterer Restauration der Laube, Forderung nach Ausarbeitung eines Plans und Kostenanschlags zur "stilgemäßen Restauration in beiden Geschossen" bei gleichzeitiger Umgestaltung des Innern (MHGöA, u.a. Itzenplitz, Wiebe, GStA PK, I.HA Rep. 93 B Nr. 1710, S. 19-20) , 12.03.1869 MBK (RBR Giersberg) sandte revidiertes Restaurationsprojekt von Blankenstein (2 Varianten in 5 Zeichnungen) an Handelsminister nach Durchführung technischer, künstlerischer und bauarchäologischer Arbeiten (GStA PK, I.HA Rep. 93 B Nr. 1710, S. 31), Ausarbeitung der 1. Variante durch Blankenstein unter Berücksichtigung der Vorgaben von F. von Quast: Restauration des OG, Verzicht auf steiles Dach, Kostenanschlag über 6500 Taler + 1250 Taler für Freilegung der Passage im EG, 2. Variante Blankenstein (Perspektivzeichnung): Beseitigung des weniger bedeutsamen OG (Ratsstube), dafür 2 Satteldächer für ungestörte Ansicht des Neuen Rathauses, Freilegung der Halle im EG , 15.3.1869 MBK an Handelsminister: beide Projekte Blankensteins ungeeignet, "weil das Bauwerk, den feststehenden Grundsätzen der Restauration alter Baudenkmäler zuwider, den Charakter eines ganz modernen Baues erhalten würde, bei welchem derjenige des alten, ehrwürdigen Unterbaues gänzlich verloren ginge" (GStA PK, I.HA Rep. 93 B Nr. 1710, S. 47-50) , 29.03.1869 Gutachten Wilhelm Salzenbergs (MHGöA) über Restaurationsprojekte Blankensteins und der Ministerialbaukommission Berlin: entgegen Blankenstein ist OG der Laube wertvoll und mit Gewölben beizubehalten, einfacher Giebelschmuck, Treppenturm zur Erschließung vor die Ostseite anstelle der SO-Ecke stellen (GStA PK, I.HA Rep. 93 B Nr. 1710, S. 32) , 05.05.1869 Handelsminister von Itzenplitz (mit Salzenberg, Wiebe) an Kultusminister von Mühler Benehmensherstellung der Ministerien (GStA PK, I.HA Rep. 93 B Nr. 1710, S. 38-42), Projekt der teilweisen Freilegung und Öffnung der Laube ohne Rücksicht auf OG wegen statischer Schwierigkeiten nicht durchführbar, Forderung nach Restaurationsplan für EG und OG samt Kalkulation der Baukosten, Herstellungsprojekt der MBK zur stilgemäßen Restauration der ganzen Gerichtslaube liegt vor (4 Zeichnungen), Charakterisierung der Laube als "historisch denkwürdiges Monument", Verkehrsargumente für Beseitigung zu schwach, Handelsminister gegen Vorschlag des Kronprinzen zur Translozierung, "Bauwerk muss auf seiner Stelle verbleiben, wenn es [...] die Erinnerung an die ehemalige städtische Gerichtsstätte bewahren soll", stimmt für Restaurationsprojekt von Blankenstein mit Erhaltung von EG und OG der Laube, beide Minister für Gnadenbewilligung aus AH Dispositionsfonds , 21. Mai 1869 Bericht MöA von Itzenplitz an Wilhelm I. (GStA PK, I.HA Rep. 93 B Nr. 1710, S. 45-46) , 9. Mai 1869 Bericht KM von Mühler an Wilhelm I. (GStA PK, I.HA Rep. 93 B Nr. 1710, S. 61-64): Grund für öffentlichen Ruf nach Beseitigung der Laube ist Verwechslung des mittelalterlichen Bestandes mit jetzigem unschönen Außenbau, Vorschlag des Abbruchs der verdeckenden Wände und Freilegung, dies ohne gleichzeitige Restauration nicht möglich, Erläuterung der 2 i.A. des MöA erarbeiteten Projekte, Plädoyer beider Minister für Erhaltung an ursprünglicher Stelle, das dort seinen Wert entfaltet , 10.07.1869, Techniker C. Ludwig: Vorschlag zur Translozierung der Laube an alternative Plätze: Hof der Roten Rathauses, Neuer Markt, Platz an der Marienkirche (GStA PK, I.HA Rep. 93 B Nr. 1710, S. 73-74) , 29.07.1869/5.10.1869 Abstimmung des KM und HM (GStA PK, I.HA Rep. 93 B Nr. 1710, S. 76, 82) für Entwurf von Giersberg (MBK, 6+2 Zeichnungen), zur Vorlage beim Kaiser, Kosten 6800 Taler , 13.11.1869 Vorlage des umgearbeiteten Restaurationsprojektes (MBK, Giersberg) durch HM und KM bei Wilhelm I. (GStA PK, I.HA Rep. 93 B Nr. 1710, S. 84-85): , 1. Laube mit geteilten niedrigen Giebeln , 2. Treppenturm am Mittelpfeiler an Ostseite , 3. Freilegung und Restauration des EG als offene doppeljochige Halle , 4. Konservierung der Ratsstube im OG mit Netzgewölben, i.e. Anwendung beider Methoden: Konservierung und Restauration, Hinweis auf Kostentragung durch Magistrat , 27.01.1870 Wilhelm I. an HM und KM (GStA PK, I.HA Rep. 93 B Nr. 1710, S. 91-92): nimmt Abstand vom Restaurationsprojekt, Scheu vor offener Konfrontation mit der öffentlichen Meinung, der Presse, dem Magistrat, Folge: Abbruch , Bewertung: Fachministerien können sich mit Voten 1870 nicht mehr gegen die Presse durchsetzen, dies ist einer der prominentesten Fälle um 1870 -vor der Reichseinigung-, bei dem die öffentlichen Belange der staatlichen Denkmalpflege in Preußen der von der Presse beherrschten öffentlichen Meinung unterliegen , März 1870 Ablehnung der Kostenübernahme durch Magistrat (S. 95) , 28. Februar 1871 Handelsminister in Konsultation mit Kronprinzen und OB Seydel und Vortrag beim Kaiser, gemeinsamer Plan, „die Teile der Gerichtslaube, welche aus Werksteinen bestehen, (zu) conservieren und an anderer Stelle wieder aufzurichten“, Abänderung der AKO (GStA PK, I.HA Rep. 93 B Nr. 1710, S. 104-105) , 6. März 1871 Telegraphie Kaiser Wilhelms I. aus Hauptquartier Versailles (GStA PK, I.HA Rep. 93 B Nr. 1710, S. 110-111): überlässt Entscheidung über Abbruch/Erhaltung dem Magistrat, "Für den Fall, dass die Beseitigung derselben beschlossen werden sollte, ist es meine Absicht, das Gebäude als ein denkwürdiges Wahrzeichen aus der Vorzeit meiner gegenwärtigen Haupt- und Residenzstadt an einen anderen zu meiner Disposition stehenden Ort zu translozieren.", wertvolle Backsteine, künstlerisch wertvolle Profile und Kapitelle sollten in Wiederaufbau integriert werden, Vorschlag zur Versetzung in Park Babelsberg , 9.3.1871 Beschluss der Stadtverordnetenversammlung Berlin zur unentgeltlichen Überlassung des Baumaterials an den Kaiser , März 1871 Abbruch der Gerichtslaube unter Leitung von Stadtbaurat H. Blankenstein , Ende März 1871 Beendigung des Sortierens des Abbruchmaterials auf dem Bauhof der MBK (GStA PK, I.HA Rep. 93 B Nr. 1710, S. 121, Notiz RBR Giersberg): ganze Backsteine, Profilsteine, Mauersteine der unteren Säule, Werkstücke der oberen Säule, zugehörige Kapitellen, Konsolen und Schlusssteine der Gewölberippen , März/April 1871 Notizen Bauinspektor Blankenstein über Besonderheiten der Konstruktion , 1871 J. H. Strack zeichnerische Pläne zum Wiederaufbau, Varianten des Wiederaufbaus als neogotische Parkarchitektur mit und ohne Giebelaufbau im Park Babelsberg , 1871/72 Translozierung und Nachbau der mittelalterlichen Gerichtslaube im Kaiserlichen Park Babelsberg als Parkarchitektur mit Aussichtsplattform, Einbau der Spolien, Bauleitung in Babelsberg R. Persius (Kieling S. 21) , Wertung: Wilhelm I. übernahm eines der ältesten und symbolträchtigsten Gebäudeteile der Gerichtsbarkeit der Stadt Berlin, und nicht des Hofes, Verwandlung in Parkarchitektur, Materialfrage: Wiederverwendung von nur ca. 10% der alten der Steine der Gerichtslaube beim Neubau in Babelsberg, alles andere war durch die Rathausbrände 1484 und 1581 stark geschädigt und nach geordnetem Abtragen und Translozierung unbrauchbar (frdl. Mitteilung D. Schumann 8.11.2013), Gerichtslaube in Babelsberg ist keine exakte Rekonstruktion (s. Pläne Strack) und daher als ein Nachbau unter Verwendung von einigen Originalbauteilen zu charakterisieren; Remarks on building: Lit. , MVGB 1872 (über Einweihung der Gerichtslaube in Babelsberg) , Ausst. Kat. Untergrund. Das Alte Rathaus von Berlin. Die Archäologische Neuentdeckung, Berlin 2013 , Quellen: , LAB, A Pr. Br. Rep. 030, Nr. 639, Bau des neuen Rathauses und Abbau der Gerichtslaube 1860-1871 , LAB A Rep. 001-05, Nr. 32 Das Berlinische Rathaus 1869-1870 , GStA PK, I.HA Rep. 93 B Nr. 1710 „Acta betr. die Rathauslaube/Gerichtslaube/ in Berlin vom 20.11.1865-1872 , Zeichnungen/Pläne: , 1860 Robert Bosse: Außenansicht des Alten Rathauses (Stiftung Stadtmuseum Berlin) , 1865 Carl Graeb, 4 Gouachen, Aquarelle, Bleistiftzeichnungen des Außen- und Innenbaus (SMB, Kupferstichkabinett, Juli 1986 noch im AM): , Mappe 61 , Carl Graeb, Nr. 6/7: Alte Gerichtslaube mit Spandauer Str., 1865, (Gerichtslaube war vollständig eingemauert und verputzt, Strebepfeiler, in der Mitte die Kaakseite) , Carl Graeb, Nr. 8: "Oberer Raum der Gerichtslaube 1865", Darstellung des inneren Zustandes vor dem Abbau (gewirtelte Mittelrundstütze mit dreifach abgetreppter Basis, Farbfassung am oberen Schaftteil, ornamentales Kompositkapitell, 4 Raumkompartimente, Netzgewölbe mit tiefliegenden Gewölbesegeln mit Faltkapitellen, Fenster des 18./19. Jhs. nicht in den Achsen der Gewölbejoche , Carl Graeb, Nr. 9: "Feuer- und Societätsbureau in der alten Gerichtslaube", 10.7.1865, im EG Netzgewölbe, wülstige Kapitelle in halber Höhe, jüngere Umbauten sichtbar , Carl Graeb, Nr. 10: "Sparkasse im alten Rathaus", 9.7.1865, vollständig verputzt, kein Ziegelrohbau, Bretterboden eingesetzt, Kapitell der Mittelstütze niedriger ansetzend, spitzbogige Joche, Faltkapitelle , Carl Graeb: Nordwestecke des Alten Rathauses mit Gerichtslaube Ecke Königstr./Spandauer Str., Aquarell, um 1865 , Julius Bormann 9 Bauaufnahmen (J. Kohte 1937) 1865, 2 Grundrisse (Stiftung Stadtmuseum Berlin), QS durch KG mit 4 Schiffen und aufgehendem Mauerwerk in 2 Geschossen á 5 m Höhe, , Bormann: Zeichnung für Konsolstein im Schöffenstuhl (gelbes ausgerissenes Blatt mit mehreren Details , H. Blankenstein Bestands- und Entwurfspläne (LAB), 1870 Blankenstein: TU Planslg. 6327 , J.H. Strack: AR und GR der Gerichtslaube, Maße 7,95 x 8,19m, also Quadrat, für Hofmarschallamt 1871/72 (SPSG, Planslg.)
Bibliography:
F. Adler, Mittelalterliche Backsteinbauwerke des Preußischen Staates. Die Mark Brandenburg. Tafelband, Bd. 2, (Berlin 1898); F. Adler, Mittelalterliche Backsteinbauwerke des preußischen Staates. Die Mark Brandenburg. Textband, Bd. 2, (Berlin 1898); I. Bartmann-Kompa, Die Berliner Gerichtslaube. Geschichte einer Architektur-Dokumentation, in: Denkmale in Berlin und der Mark Brandenburg. Ihre Erhaltung und Pflege in der Hauptstadt der DDR und in den Bezirken Frankfurt/Oder und Potsdam (Weimar 1987) , 127-143; I. Bartmann-Kompa, Das Berliner Rathaus (Berlin 1991); R. Borrmann, Die Bau - und Kunstdenkmäler von Berlin (Berlin 1893) , 364-367; G. Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Berlin, bearbeitet von S. Badstübner-Gröger (Berlin 2000) , 74-75; H. W. Klünner, In der Gerichtslaube im Parke zu Babelsberg zur 110-jährigen Wiederkehr der Neuaufstellung der Gerichtslaube und der Stiftung der Fidicin-Medaille, Mitteilung Verein Geschichte Berlin 77, 1981, 421 - 430; J. Kohte, Das mittelalterliche Rathaus der Stadt Berlin, Forschungen zur Brandenburgischen und Preußischen Geschichte, Bd. 49, 1937, 235-257; Museum für Vor- und Frühgeschichte der SMB PK und Landesdenkmalamt Berlin (Hrsg.), Untergrund. Das Alte Rathaus von Berlin. Die archäologische Neuentdeckung. Ausst. Kat. (Berlin 2013); O. Stiehl, Das deutsche Rathaus im Mittelalter und seine Entwicklung (Leipzig 1905)
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2111772: Neuruppin ehem. Dominikanerklo...

Location management - buildings:
Aufbewahrung: Neuruppin, Deutschland, Klosterkirche St. Trinitatis, in situ; Herkunft: am Ruppiner See, ehemals die Klostertrakte direkt an der Stadtmauer, in einer Parkanlage nach Entwürfen P.J. Lennés
Characterization:
Type of building - general: Kirche; Specific building type: Klosterkirche; Description: ehemals turmlose dreischiffige fünfjochige Backsteinhalle mit langgestrecktem vierjochigem Chor in Mittelschiffsbreite und 7/12 Polygonschluss (Chor vergleichbar St. Marien Magdalenen Eberswalde)
History of the building:
History of the building: ehem. Dominikanerklosterkirche (jetzt St. Trinitatis) , Bedeutung: eine der ältesten Backsteinhallen der Mark Brandenburg, in Anlage und Einzelformen hessisch-westfälischen Vorbildern folgend , 1246 Klostergründung, Grablege der Grafen von Lindow-Ruppin , um 1250 Baubeginn in spätromanischen Formen, vermutlich als rechteckiger Backsteinsaal , 1256 Beisetzung des ersten Stifters Graf von Arnstein , um 1270 als dreischiffige Backsteinhalle nach Westen erweitert, der ältere Ostteil zum Chor umgewandelt , um 1300 Vollendung durch Anfügung des Chorpolygons , 1465 Brand des Daches und Dachreiters , 1488 Wiederherstellung des Daches, mittiger Dachreiter über der Halle, 1693 Abnahme des Dachreiters und 1694 Barockisierung, Instandsetzung der vom Brand beschädigten Klostergebäude , 1564 Übergabe der Klosterkirche als evang. Pfarrkirche an die Stadt , 1719 innerer Verputz der Kirche , 1623 neue Kanzel, Ankauf der Orgel aus der Marienkirche Berlin , 1738 neues Gestühl , 1752 Beseitigung des mittleren Dachreiters und Neubau eines großen barocken Dachturms über der Westfassade , 1787 bei Stadtbrand unbeschädigt, Nutzung durch 3 Stadtgemeinden , 1799 Instandsetzung des barocken Dachturmes , 1806-13 Gefangenenlager und Brot- und Mehlmagazin; Restoration of the building: Anfang 1831 Unterstützungsgesuch des Magistrats an Friedrich Wilhelms III. zur Wiederherstellung der wüsten Klosterkirche , 15.Februar 1834 Kabinettsorder Friedrich Wilhelms III. zur Kostenübernahme für die Herstellung , 22. April 1835 Kabinettsorder zur Bewilligung der Bausumme von 32.300 rt auf drei Jahre , Erste Restaurierung , Restaurierungsplan Schinkels vom März 1830 (Kania Schinkel Lebenswerk Bd. 10, S. 262-264) , Gutachten der Oberbaudeputation vom 17.3.1835 (Kania Schinkel Lebenswerk Bd. 10, S. 264-265) , 1836-41 nach Restaurierungsplan von Schinkel (Pläne in TU Planslg.), Oberaufsicht durch RBR Karl Wilhelm Redtel (Potsdam, Kritik Fontanes um 1861), Ausführung durch die Baukondukteure Hecker, Herrmann: , Erneuerung eines Pfeilers links vom Haupteingang (Bittkau 2008, S. 27) , Instandsetzung und Erneuerung der Gewölbe des Mittelschiffs und nördlichen Seitenschiffs , Erneuerung des Fußbodens durch Steinplatten und Zuschüttung der unterirdischen Grabgewölbe , Herstellung des Daches, Ersatz des barocken Dachturms durch einen neogotischen Turmaufsatz , Beseitigung von Chorgestühl , dünner Kalkanstrich der Wände und Pfeiler in Ziegelrot zur Hervorhebung des Ziegelrohbaus , Blaue Fassung der Gewölbe mit Sternenhimmel , Neuverglasung der Fenster mit sog. Kathedralglas und Drahtgittern , neogotische Ausstattung: , Anbringung eines Zinnkruzifixes über dem mittelalterlichen Altar nach Entwurf Schinkels , Neuaufstellung eines neogotischen Taufbeckens auf achteckiger Säule im Chor , Belassung der 3 historischen Wandaufschriften an der südlichen Chorwand (1856 vierte Inschrift zu Ehren der durch Friedrich Wilhelm III. bewirkten Herstellung, mit Verweis auf die Einweihung unter Friedrich Wilhelm IV. am 16. Mai 1841) , leichte Versetzung der neogotischen Kanzel an jetzigen Standort am Anfang des Langchores , Einbau eines neogotischen Orgelprospektes und Orgelchores , Zeichnung einer Chorgestühlswange durch F. von Quast (Abb. 10 in Artikel Dihm 1908) , Verschönerung des Platzes um die Klosterkirche nach einem von Lenné überarbeiteten Plan des Maurermeisters Seiffert, Abtragung eines Teils der Stadtmauer und Öffnung des Fernblickes über den See , um 1855 J. Gottheil, Poppel & Kurz Stecher Ansicht der Stadt mit turmloser Kirche (SSB) , um 1860 C. Brecht Bauaufnahmezeichnungen QS, GR, Details der Blattkapitelle, Inschriftstein in Vorbereitung des Werkes "Backsteinbauwerke des Preußischen Staates" , 1868 Beschädigung durch Sturm (Abbruch der obersten Spitze, hist. Foto um 1870 zeigt zweietagigen Aufbau), Installierung der Gasbeleuchtung , 1883 Abtragung des maroden neogotischen Dachreiters , August 1887 (zum 100. jährigen Jubiläum des Wiederaufbaus der Stadt nach dem Brand 1787): , Gründung des „Komitees für den Bau des Klosterkirchenturms“, Grundsteinlegung für einen massiven Einturm anstelle des Dachreiters (Projekt ruhte) , 1898 Entwurf von BR Peveling (nicht ausgeführt wegen Geldmangels) , 1904 Ludwig Dihm Entwürfe zur Wiederherstellung und Turmanbauten TU Planslg. Inv. Nr. 696-706 (696 Entwurf AR Turmfont, 697 Dach m. Turmzwischenbau, 700 Entwurf Turmfassade, 704 QS, 705 Grundrisse+ AR mit Emporenentwurf (Orgelempore vor Choreingang n.a.), Brief Bauleiter Schnackenburg wg. Steinmaterial) , Oktober 1905 Ausführungsentwurf Dihms zur Doppelturmanlage am Übergang der Halle zum Langchor (Originalzeichnung in Sakristei ausgehängt) , 1907 Fotoaufnahmen von Originalplänen in SMB, KK, Schinkelmuseum: TU Planslg. F 6094-F 6096 (6094 AR Westseite, n.a., 6095 LS mit Langhausempore -Ausführungsentwurf) , 1907 Foto Außenansicht v. Otto Müller Neuruppin (TU Planslg. Inv. Nr. F 6096) , 4.1.1908 Dihm Entwurf für Außenanlagen (TU Planslg. Inv. Nr. 706) , 20.04.1908 (nachträgliche) Bauausführungszeichnung zur Doppelturmanlage (Originalzeichnung in der Sakristei) , Juni 1906- Juni 1908 umfassende Restauration und Bau des Turmpaares samt Zwischenbau am Chorhals durch Ludwig Dihm, Beseitigung des neogotischen Turmaufsatzes im Westen (Schinkel und 1868) , Gutachten und Zustimmung des Provinzialkonservators Büttner vom April 1906 (Bittkau 2008, S. 49) , 1. Vermauerung der beiden Fenster des westlichen Chorjoches und der beiden Fenster der Seitenschiffe , 2. Verbindungsbau zwischen Türmen mit Spitzbögen im Dachraum , 3. Abbruch des südlichen Sakristeianbaus von 1836/39 für das Turmuntergeschoss des südlichen Turms (Seeseite), darin neue kreuzgewölbte Sakristei , 4. Unterfangung des alten Feldsteinfundaments , 5. Abbruch der Hälfte des mittelalterlichen Treppenturms, , 6. Entfernung von 4 spätgotische Sandsteinreliefs (Reste des Lettners) vom Wendeltreppentürmchen, Versetzung an die Innenwände des Chores (dort noch vorhanden) , 7. Entfernung eines im Turmfundament aufgefundenen Grabgewölbes, Ausführung von Betonplatten als Turmfundamente , 8. Ausführung des inneren Turmaufbau im Dachbereich als Holzkonstruktion, Verbindung mit dem Mauerwerk durch Eisen, Eindeckung der Turmdächer mit rheinischem Schiefer , 9. Aufbringung eines neuen Dachreiters über der Westseite nach Entwurf Dihms (1977 nach Beschädigung abgebrochen) , 10. Positionierung der neuen neogotischen Kanzel am südlichen Eingang des Langchores , 11. teilweise Ausbesserung der Außenmauern der Kirche, an den neuen Türmen: Angleichung an Läufer/Binderschichten des Mittelalters, Verwendung von hydraulischen Kalks für den Fugenmörtel , 12. einfache Ausmalungen der neuen Sakristei und Vorhalle, Türen mit farbig gefassten schmiedeeisernen Beschlägen, bei Außentür zur Sakristei (Foto) Nachahmung der Zierbänder nach einer verschwundenen Tür der St. Georgskapelle Neuruppin , 13. Belassung der neogotischen Empore nach Schinkels Entwurf (heute durch Stahlkonstruktion ersetzt) , 14. nur sporadische Befundsuche nach mittelalterlichen Wand- und Pfeilerfassungen , 15. Überfassung der Schinkelschen Fassung (blaue Gewölbekappen mit Sternen, die Mauern, Pfeiler und Gewölberippen rot mit grauweißen Fugen, rote Backsteinfassung vielfach leicht abgetönt, um Eintönigkeit zu vermeiden), Dihmsche Fassung: Pfeiler verputzt, darauf Rotfassung, Wände geschlemmt , 17.3.1908 Erlass des KM zur Begutachtung der Kirche durch Konservator Lutsch , 10.04.1908 Lutsch an Kultusminister, Reisebericht (GStA PK I., HA Rep. 76 Ve, Sekt. 5, Abt. VI. Brandenburg, Nr. 16 Bd. 2, S. 259r,v), anwesend: u.a. RBR Mertins Potsdam, Superintendent, Landrat , positive Bewertung der Masse des Turmpaares zur Kirche und im Landschaftsbild und der technischen Ausführung, Kritik am zu dürftig ausgebildeten westlichen Dachreiter, auf Ausführung der Gasheizung in Sakristei im Südturm soll verzichtet werden, Hinweise zur Ausbesserung eines Tafelbildes und späterer Erneuerung des Innenanstrichs , 12. Juni 1908 Einweihung im Beisein des Kronprinzen Wilhelm von Preußen (Schlüsselübergabe, Gemälde von Ismael Gentz in der Sakristei) , Wertung des Turmpaares: , Dihm projektierte keinen Einturm an Westseite als Ersatz für den westlichen Dachturm/Dachreiter, um diese Ansicht zu schonen , Ziel lag in Effekt der weiträumigen Landschaftswirkung und harmonischen Ausponderierung zwischen Langhaus und Chor, Schaffung eines Wahrzeichens für die Stadt, Baubefunde spielten keine Rolle, ebensowenig der Umstand, dass es zuvor keine Türme außer dem Treppenturm und Dachturm gab.; Remarks on building: Quellen: , BLHA nichts , GStA PK I., HA Rep. 76 Ve, Sekt. 5, Abt. VI. Brandenburg, Nr. 16 Bd. 2 , Evangelisches Zentralarchiv (Konsistorium): Baupläne Dihms , Zeichnungen: , TU Planslg. Inv. Nr. 696-706: Ludwig Dihm Entwürfe zur Wiederherstellung und Turmanbauten 1904 (696 Entwurf AR Turmfont, 697 Dach m. Turmzwischenbau, 700 Entwurf Turmfassade, 704 QS, 705 Grundrisse+ AR mit Emporenentwurf (Orgelempore vor Choreingang n.a.), Brief Bauleiter Schnackenburg wg. Steinmaterial, 4.1.1908 Dihm Entwurf für Außenanlagen) , TU Planslg. Inv. Nr. F 6094-F 6096 (1907 Fotoaufnahmen von Originalplänen in SMB, KK, Schinkelmuseum: (6094 AR Westseite, n.a., 6095 LS mit Langhausempore -Ausführungsentwurf-, Foto Außenansicht v. Otto Müller Neuruppin, ) , Neuruppin, Klosterkirche, Sakristei: Ausführungsentwurf Dihms zur Doppelturmanlage am Übergang der Halle zum Langchor (Originalzeichnung vom Oktober 1905)
Bibliography:
F. Adler, Mittelalterliche Backsteinbauwerke des Preußischen Staates. Die Mark Brandenburg. Tafelband, Bd. 2, (Berlin 1898) Blatt LXXIV; F. Adler, Mittelalterliche Backsteinbauwerke des preußischen Staates. Die Mark Brandenburg. Textband, Bd. 2, (Berlin 1898) 48-50; H. Behrendt, Zur Geschichte der Klosterkirchtürme, in: Historischer Verein der Grafschaft Ruppin (Hg.), Die Türme der Klosterkirche Neuruppin. Festschrift zum 100. Jahrestag ihrer Einweihung (Neuruppin 2008), 19-28; G. Bittkau, Geschichte der Klosterkirche zu Neu-Ruppin, (Neuruppin 1908, Nachdruck Neuruppin 2008),; G. Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Bezirke Berlin/DDR und Potsdam, bearbeitet von B. Becker (München 1983) 305-307; L. Dihm, Die Türme der Klosterkirche in Neuruppin, Zentralblatt der Bauverwaltung 28, Nr. 41. 1908, 281-284; M. Metzler, Denkmale in Brandenburg. Landkreis Ostprignitz-Ruppin. Teil 1 Stadt Neuruppin, Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland 13.1 (Worms am Rhein 1996); G. Radies – L. Dihm – M. Hirschberg, Architekt und Baumeister der neuen Türme, in: Historischer Verein der Grafschaft Ruppin (Hg.), Die Türme der Klosterkirche Neuruppin. Festschrift zum 100. Jahrestag ihrer Einweihung (Neuruppin 2008), 35-38; A. F. Riedel, Geschichte der Klosterkirche und des ehemaligen Mönchklosters zu Neu-Ruppin (Neuruppin 1842),
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Repro; Repro; Repro; Repro; AM-2014-0073; AM-2014-0074; AM-2014-0075; AM-2014-0076; AM-2014-0077; AM-2014-0078; AM-2014-0079; AM-2014-0080; AM-2014-0081; AM-2014-0082; AM-2014-0083; AM-2014-0084; AM-2014-0085; AM-2014-0086

2112635: Soldin (Mysliborz) Domkirche S...

Location management - buildings:
Aufbewahrung: Soldin, Polen, Aufbewahrungsort; Herkunft: in der Stadtmitte, in der Achse des Rathauses und Marktplatzes
Characterization:
Type of building - general: Kirche; Specific building type: Stadtkirche; Description: dreischiffige Hallenkirche mit Achteckpfeilern, schmalerem Chorbereich und quadratischem Westturm mit massivem Turmhelm, Aufnahme von westfälischen Einflüssen und Verarbeitung von Formenvorbildern der Choriner Werkstatt (mit Königsberg, Marienwalde)
History of the building:
History of the building: Domkirche, ehemalige Kollegiatskirche St. Peter und Paul , Bedeutung: eine der bedeutendsten Kirchen der Neumark, wichtigste Stiftung der Askanier in der Neumark im 13. Jahrhundert , Beispiel für Aufnahme von westfälischen Einflüssen betr. Hallenkirche und Verarbeitung von Formenvorbildern der Choriner Werkstatt (parallel zu Königsberg, Marienwalde) , hat für Bau und Restaurierungsgeschichte ähnlichen Rang für Ostbrandenburg/RB Frankfurt/O. wie die Kirchen in Brandenburg für RB Potsdam , vor 1271 ursprünglich als Granitquaderbau errichtet: Turm, LH mit dreischiffigem Granitquadergefüge (Reste im Sockel und im Raum (Tonne) neben Sakristei, gerader Chorschluss ohne Anbauten , um 1300/1350 Umbau zu einer kreuzförmigen dreischiffigen Backsteinhalle mit Kreuzgewölben und quadratischem Westturm , Erhebung zur Domstiftskirche durch Markgraf Albrecht III. von Brandenburg, Inkorporierung des im Fußbodenniveau tiefer liegenden Chores des Ursprungsbaus aus dem 13. Jh. , 15. Jh. Anbau mit Treppenhaus an der Nordseite , 1539 Beschädigung bei Stadtbrand 1539, Ruinierung bis auf die Umfassungsmauern (u.a. wohl auch Zerstörung des Chores) , nach 1539 Aufhebung des Domstifts und Nutzung als Stadtpfarrkirche , bis 1592 Wiederaufbau, u.a. Umbau des Nordanbaus als Sakristei und Dachveränderung am nördlichen Seitenschiff , 1655 Brand , 1676-79 Wiedereinbringung von Kreuzgewölben in Chor und Langhaus (Grate enden unterhalb der ehemaligen mittelalterlichen Gewölbescheitel) , 1697 Barockaltar des Mohriner Bildschnitzers Bernhard Heinrich Hattenkerell (Bielefeld, heute von poln. Denkmalpflege restauriert und neu polychromiert) , im 18. Jh. Einbringung der Kanzel; Restoration of the building: um 1820/30 Erneuerung des Innenanstrichs , 1856 Erweiterung des Orgelchores nach Entwurf von RBR Flaminius, revidiert von Stüler und Einbau des Orgelwerkes von Carl August Buchholz aus Berlin , 1859 Versuche zur Trockenlegung des Mauerwerks der Umfassungswände, Ersatz der Holzanker an der massiven Turmpyramide durch Eisenanker, Verbesserung der Entwässerung der oberen Turmplattform unter Stüler , -Einschätzung der Bedeutung Soldins im Reisebericht Stülers vom 28.04.1859 , Plädoyer gegen weitere Herstellungsarbeiten, da der Kirche als Monument keine besondere Bedeutung zugemessen, i.e. kam zu keiner umfassenden Wiederherstellung , um 1860/70 Unbekannter Autor Bauaufnahmezeichnungen Perspektive der inneren Pfeilerstellungen, Dachwerk, AR Westfront, AR Ostseite, Querschnitt und AR Langhausjoch (SSB) in Vorbereitung des Werkes "Backsteinbauwerke des Preußischen Staates" , 1901-12 Restauration: , 1902 Beschluss zur Belassung der Kanzel am alten Standort , Mai/Oktober 1902 Bauprogramm/Restaurierungsmaßnahmen , 1902 Gutachten PK Büttner und Landesbauinspektor Bode zum Bauprogamm: , 1, Genehmigung des Abbruchs der zweiten Empore auf der Nordseite („Überhaupt erscheint es richtiger, die Emporen als spätere, also nicht mittelalterliche Einbauten zu charakterisieren und ihnen deshalb Renaissance- oder Barockformen zu geben, da man von den modernen Formen hier absehen muss.“ , 2, Genehmigung zum Abbruch des Gestühls; Ratsgestühl sollte aber erhalten bleiben (heute weg) , 3, Einspruch gegen die Beseitigung der Chorloge (2015 nicht mehr vorhanden) , 4, Empfehlung für einfache aus Rechtecken und Quadraten zusammengesetzte Muster von Bleiruthen mit halbweißem, in verschiedene leichte Farbentöne fallenden Gläser für die Fensterverglasung, Plädoyer gegen Rautenmuster , 5, Beschluss zur Belassung des alten Standortes der Kanzel , 6, Ausmalung- und Farbkonzept: einfache Ausmalung, Ausgangspunkt für die Gesamtstimmung: Fassung des großen Barockaltars, Lutsch: da die Gewölbe und die Ausstattung der Barockzeit entstammen, soll Ausmalung dieser Bauperiode angenähert werden , denkmalpflegerische Methode: Büttner zufolge sollen keine ganz moderne Formen eingesetzt werden (z.B. bei Emporen), sondern um sie als nachmittelalterlich zu charakterisieren, sollen Formen der Renaissance und des Barock verwendet werden , Gutachten Konservator Lutsch vom 7.1.1903 zu Forderungen des Ministeriums der öffentlichen Arbeiten (Plädoyer gegen völlig ebenen Putz) , 1904 Büttner Besichtigung und Vorschläge zur Wiederherstellung, u.a. Forderung nach Übertragung der Ausmalung des Innenraumes an bewährten Maler, Vorschläge zur Verglasung der Fenster (Geschäftsberichte der Prov.Komm und des Pk 1904-07, S. 96) , 1905 Büttner Zustimmung zur Freilegung „der früher an drei Seiten offenen Turmvorhalle“ (Geschäftsberichte der Prov.Komm und des Pk 1904-07, S. 96) Büttner Vorschläge zur Abänderung der Beleuchtungsanlage (Geschäftsberichte der Prov.Komm und des Pk 1904-07, S. 96), Vorschläge Büttners zur Instandsetzung des massiven Turmhelms (Geschäftsberichte der Prov.Komm und des Pk 1904-07, S. 96) , 1905-07 Ausführung der Instandsetzungs- und Restaurierungsarbeiten unter Leitung des RBR Reiche und des KBI Bode, Gutachten von Hoßfeld (MöA) und Konservator Lutsch (KM), Beteiligung von Provinzialkonservator (vgl. Baukommissionbericht Hoßfeld, Lutsch), Berlin 30.05.1905) , Außen: , 1. Verzicht auf geplante Öffnung der Turmhalle (die je 3 großen Spitzbogenarkaden außen gut sichtbar), aber Vergrößerung der dortigen Fenster in Anlehnung an die ursprüngliche mittelalterliche Form , 2. Ausbesserung der Blendenarchitektur am Ostgiebel , 3. Restaurierung und statische Ertüchtigung des oberen Turmgeschosses, , Frage stand: Art der Erneuerung der massiven Turmpyramide (Fachwerk Holz – Eisen – Backstein)? , 4. 1907-09 Frage des Aufbaus des massiven Turmhelmes in der gleichen Konstruktion, Fall der Turmspitze Soldin wurde auf Initiative von GOBR Hoßfeld (MöA, Direktor Kirchenbauabt.) und Konservator Lutsch 1908 zum Auslöser für eine generelle reichsweite Materialerhebung über massive Backsteinturmspitzen in den Staatsbauverwaltungen und zugleich ein Beratungsfall für die Akademie des Bauwesens in Berlin, Umfrage 1908 versandt u.a. an: Breslau, Bromberg, Danzig, Frankfurt/O, Hannover, Königsberg, Liegnitz, Magdeburg, Marienwerder, Oppeln, Posen, Potsdam, Schleswig, Stettin, Stralsund und Ministerialbaukommission Berlin , 5, 1909-10 Abbruch des baufälligen Turmhelmes und provisorischer Ersatz durch eine Holzfachwerkkonstruktion mit Verkleidung auf Grundlage des Gutachtens des MöA (Hoßfeld, Hinkeldeyn) , Innen: , 1, Wiederherstellungen: Gesamtausmalung, Farbprobenansetzung , 2, einfache weiße/weißgraue Fassung der Gewölbefelder und Wände , 3, Verzicht auf Aufbringung eines dekorativen malerischen Teppichmusters an den Schiffswänden unter den Emporen wegen Feuchtigkeit , 4, Erneuerung der Langhausfenster samt buntem einfacher Verglasung (Lichteffekte), Kritik der Baukommission an Verglasung mit bunten Randstreifen und Schlussstücken, die die farbige Gesamtwirkung der Ausmalung beeinträchtigen , 5, Belassen des tonnengewölbten Raumes neben der Sakristei (Reste Granitquaderbau, Foto) , 6, behutsame Restaurierung und Neufassung der Ausstattungsstücke (Altar) von August Oetken, Berlin , 7, Umbau des Gestühls im Chor, auf den Emporen , 8, Verlegung neuer roter Tonfliesen im Langhaus , 9, Putzausbesserungen an sämtlichen Wandflächen in enger Anlehnung an den nachmittelalterlichen Bestandsputz, wohl einschließlich der partiellen Erneuerung der barocken geputzten unregelmäßigen Stichkappen in allen Gewölben , 10, dekorative neobarocke Ausmalung der Gurtbögen und Gewölbeansätze im Langhaus, der Emporen und der Pfeilerkapitelle durch August Oetken (Berlin) mit dem Ziel des Harmonierens mit den barocken Ausstattungen , 11, Belassung von Barockaltar von 1697 (Hattenkerl Bielefeld) und Barockkanzel (heute abseits abgestellt im Chor „Demuth“, „Glaube“) , 12, Belassung des alten 6-armigen Kronleuchters im Chor (wo jetzt?), Einbringung eines elektrischen 12-armigen Kronleuchters (vorhanden) und weiterer elektrischer Beleuchtungskörper (Gutachten Hoßfeld vom April 1905) , 13, Fensterverglasungen von Fa. Linnemann (Frankfurt/M.) im Chorhals, offene Frage: wann Vermauerung des großen östlichen Chorfensters (1905-09 oder um 2010)? , 14, 1912: Anbringung neobarocker Holzpaneele im Chor und in der Turmhalle, wegen aufsteigender Feuchtigkeit (Schäden wegen erhöhtem Bodenniveau, s. Granitportal an Südwand von Bau I) , Bedeutung für Zeit um 1905/10 in der Denkmalpflegemethodik: , A, mit Einbringen von neobarocken Emporenverzierung Orgel, Gestühl, Ausmalung in Anlehnung an 17./18. Jh. und neobarocke Holzpaneele wurde der Versuch des gestalterischen Ausgleichens und Herstellung einer künstlerischen Einheit zwischen mittelalterlichem Bau und barocker Umformung unternommen, =künstlerische Denkmalpflege , B, Soldin ist vergleichbar mit Bedeutung von Dobrilugk um 1905/10, parallel zur Diskussion auf den Tagen der Denkmalpflege (Gurlitt, Dehio, Weber, Horst) , Objekt und Bedeutung für denkmalpflegerische Methodik bisher unbekannt und unerforscht , 2010-2012: poln. Steinrestaurierung an Nordseite, Sakristei, Erneuerung Ziegel oberes Turmgeschoss, Erneuerung Turmpyramide: die preußische Not- bzw. Übergangskonstruktion am Turmhelm hat polnische Denkmalpflege um 2010 erneuert: Ausführung, wohl Holzgerüst mit Verkleidung durch Dachziegel, ursprünglich richtig: Beispiel Bad Schönfließ, noch im mittelalterlichen Zustand erhalten, massiv gemauert, mit Phasungen mit Rundstäben an den Kanten; Remarks on building: Fotos: , Dt. Fotothek Dresden , Woiwodschafts- und Stadtbibliothek Gorzów-Wielkopolski in Landsberg (Innenaufnahme von 1940) , Quellen: , GStA I.HA Rep.93 B, Nr.2557 (1856-1912) , GStA I.HA Rep. 76 Ve Sektion 5, Abt. VI, Nr.16 Bd.2
Bibliography:
Bericht über die Tätigkeit der Provinzialkommission für Denkmalpflege und des Provinzialkonservators in der Provinz Brandenburg in den Jahren 1904 bis 1907 (Berlin 1909) , 96; F. Adler, Mittelalterliche Backsteinbauwerke des Preußischen Staates. Die Mark Brandenburg. Tafelband, Bd. 2, (Berlin 1898) CXV; F. Adler, Mittelalterliche Backsteinbauwerke des preußischen Staates. Die Mark Brandenburg. Textband, Bd. 2, (Berlin 1898) 107-108; G. Heinrich (Hg.), Handbuch der historischen Stätten. Berlin und Brandenburg, Bd. 10, (Stuttgart 1985) 462
Photo information:
AM-2015-0132; AM-2015-0133; AM-2015-0134; AM-2015-0135; AM-2015-0136; AM-2015-0137; AM-2015-0138

2112768: Brandenburg Dom

Location management - buildings:
Aufbewahrung: Potsdam-Mitelmark und Brandenburg an der Havel (Kreisfreie Stadt und Landkreis), Deutschland, Brandenburg an der Havel, Aufbewahrungsort; Herkunft: auf der Dominsel
Characterization:
Type of building - general: Kirche; Description: dreischiffige romanische Pfeilerbasilika in Backstein mit Querhaus, Chorapsis und einst geplanter westlicher Doppelturmfront, jedoch nur mit nördlichem Einturm, mit geschlossenem vierseitigem Kreuzgang und ehem. Sakristei (Bunte Kapelle) an der Nordseite
History of the building:
History of the building: Dom, Kreuzgang und Bunte Kapelle , , Baugeschichte: , 1165 Bau des zunächst einschiffigen romanischen Domes , um 1166 (Gertler 2015) Einbau der zweischiffigen Hallenkrypta mit romanischem Gewölbesystem (Vorbild für die Jerichower Krypta, Gertler in: Beständig Neu, Berlin 2015, S. 55-64), Krypta war als einziger romanischer Bauteil zur Wölbung vorgesehenKrypta bis um 1220/35 erbaut, Evangelisten- und Groteskenkapitell jeweils um 1220 datiert, aus Magdeburger Bauhütte, da Magdeburger Domdechant Gernand 1221 Bischof von Brbg. wurde (Austausch aus Bau- und Steinmetzhütten) , gleichzeitig Anbau der Bunten Kapelle an der Nordseite, 1235 Vollendung der Bunten Kapelle (Adler 1862) , nach 1180 (Ende des Brandenburger Pontifikats von Markgraf Siegfried) Erweiterung zur dreischiffigen Basilika , ab 1295 (Ablassbrief) Höherführung der Ostteile (ohne Wölbung) und Einbau des gotischen Lettners , 1307 Erwähnung des "Magister structurae" Heinrich von Gardelegen , 1333 (Neu)-Wölbung der Krypta mit starken Kreuzrippengewölben , Ende 14. Jh.- um 1450 (Fait): große Umgestaltung zur gotischen Kathedrale, Konkurrenz zu Bürgerkirchen St. Gotthardt (Altstadt) und St. Katharinen (Neustadt) , Maßnahmen: , 1, Umbau des Chorhaupts zum 5-seitigen Polygon mit Strebepfeilern, innen Wandnischen, außen Rautenmuster mit schwarz glasierten Steinen , 2. Aufführung des Nordgiebels am Querhaus , 3. Verstärkung der Langhauspfeiler und an Seitenschiffsmauern durch Gewölbedienste und vorgelagerten Diensten, wesentliche Erhöhung des Langhauses (Verdünnung der Wände) , 1426: kompletter Austausch der südlichen Langhausmauer , 4. Erhöhung der Obergadenwände um 3 m, Vermauerung der romanischen Fenster , 5. Ausbau der Holzbalkendecken und versetzte, statisch bedenkliche Einwölbung des Mittelschiffs durch 5 spätgotische Gewölbejoche auf 7 LH-jochen, dazu Verzicht auf Strebepfeiler am Langhaus wegen Rhythmuswechsel , 6. Aufbau eines neuen steileren Dachstuhls, , 7. Kapitellschmuck des Westportals mit Szenen aus der Fabelwelt , 1377 Nachricht über bauliche Ausbesserungen (in älterer Lit. Adler, Bergau) dem großen spätgotischen Umbau zugeordnet, heute abgelehnt und auf um 1426 oder um 1450-70 datiert und Zusammenhang mit Einsetzung des neuen Bischifs von Stechow gesehen , 1426 Ausbesserungen, Instandsetzungen unter Bischof Stephan Bodeker (Bibliothek), Erlaubnis des Kurfürsten Friedrich I. zur Ausbesserung (Eichholtz Verzeichnis der Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg 1912, S. 263 und M. Cante Denkmaltopografie 1994, S. 52-53) , 1435 Reparaturarbeiten am Nordturm (Urkunde im Turmknauf) , nach 1435 Neuwölbung der Domkrypta, Arbeiten am Chor und Querhaus, Bauarbeiten am Nordflügel der Klausur (Bibliothek Bodeker, Beschreibung 1463 als fertig durch Hartmann Schedel) , 1459 Einsetzung des Domprobstes Dietrich von Stechow als Bischof, Beginn umfangreicher Bauarbeiten , 1460/70 Umbau des Langhauses (D. Schumann in: Beständig Neu, 2015, S. 71-80, Grundlage: Dendrochronologie des Dachwerks 1454-59, Übereinstimmung von Maßwerk (Rosette) mit Maßwerk am Altstädtischen Rathaus Brandenburg (um 1468), von St. Gotthardt Brandenburg(um 1472), Schlosskapelle Bischofsresidenz Ziesar (um 1460), Querhaus von St. Stephan Tangermünde (1470 Inschrift) , um 1460 Errichtung des Querhausdaches, Bauabfolge (nach Schumann 2015, S. 75-77) von Chor über Querhaus nach Langhaus und Turm , Für Umbau des Langhauses unterschiedliche ältere Datierungen: Zuordnung zu Quellen von 1377 (Adler Bd. I, 1862, S. 12, Bergau 1885, S. 194), 2. Hälfte 15. Jh. (Kohte Neubearb. von G. Dehio Handbuch der dt. Kunstdenkmäler, Band Nordostdeutschland 1906, S. 48), ab 1426 (Eichholtz Verzeichnis der Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg 1912, S. 263) , 1648 Entfernung des vorreformatorischen Lettners, Einbau der Domherrenempore vor südöstlichen Arkaden (Plan) , 1669 Aufsatz einer barocken Turmhaube , 1722-1725 Einbau der Joachim-Wagner-Orgel, Anbau der Schlabrendorffschen Gruft, Weißkalkung der Gewände und Gewölbe, Ockerfassung der architektonischen Bauglieder, farbliche Abtrennung des Obergadens durch ockerfarbenes Band , 1723 Aufstellung des mittelalterlichen Lehniner Flügelaltars in Kombination mit dem Böhmischen Altar; Restoration of the building: 1827 Planung für Umgestaltung der Nordklausur: Abbruch der gotischen Strebepfeiler, Einbruch großer Rechteckfenster anstelle der spitzbogigen Öffnungen, Bauaufnahme des BK Pflughaupt (Querschnitt) , um 1830 Unbekannter Autor Längsschnitt (SSB) , 1835 Eduard Spranger Zeichnung der Westansicht (SSB) , 1834-36 erste umfassende Restauration durch Schinkel, BI Heidfeld, Zuschuss von Friedrich Wilhelm III. über 20.000 rt (Inschriftttafel): , 1. Baugrunduntersuchung durch LBM Krüger (Fundamente und Baugrund), 1827 Bauaufnahmezeichnungen von KBM Pflughaupt (SSB), Gutachten und Revision Schinkels 1827/28, Auseinandersetzung von RBR Redtel über Sicherung, Teilabtragung des Südquerhauses , 2. statische Sicherung und Anbringung von eisernen Zugankern an Mittelschiffspfeilern , 3. Teilneuaufbau des einsturzgefährdeten südlichen Querhauses, dort Einbau einer Kasettendecke , 4. Neugestaltung des Turmaufsatzes und Anbringung von schmalen Stützpfeilern am Turm , 5. Neugestaltung des Äußeren, Dekor an der Turmwestfassade, schräggestellte Stützpfeiler am Turm, neue Kapitelzone am Gewände des Westportals (Vögel, Baukran)? , 6. Verbesserung des Erscheinungsbildes im Innern: Einbau einer schiffsbreiten repräsentativen Prozessionstreppe von Langhaus zum Hochchor, Abtrennung der Krypta vom Langhaus, Abbruch der Sitzreihen an der Kryptenwand, Farbfassung des Raumes in dem Sandstein angelehnten Beige , 7. Entfernung der Empore , 8. Neufassung des Innenraumes in grünlichem Grauweiß (Steingrau) , 9. Neuverglasung der Chorfenster , 10. Einbau der hölzernen zweigeschossigen, neogotischen Orgelempore samt seitlichen Treppenaufgängen , 1.10.1836 Wieereinweihung des Domes in Gegenwart Friedrich Wilhelms III. , 1842, 1849, 1856 Reparaturen unter Friedrich Wilhelm IV., Bau der Ritterakademie und Abbruch des baufälligen Westflügels des Kreuzganges , 1848/49 Einberufung der Nationalversammlung in den Dom durch Friedrich Wilhelm IV., Entwurf für Doppelturmfassade (nicht realisiert) , um 1850/60 Unbekannter Autor GR und QS der Krypta, GR des Domes (SSB) , 1859 Friedrich Adler Zeichnunge von Kapitelldetails im Langhaus (SSB) in Vorbereitung des Werkes "Backsteinbauwerke des Preußischen Staates" (1.Bd. 1862) , 1869-1870 Entwurf von KBI Geiseler für den Neubau des Westflügels der Klausur als Hauptgebäude der Ritterakademie , 1870 Bericht KBI Geiseler über Zustand der Bunten Kapelle und Restaurierungsvorschlag , 1889-92 zweite Restauration des Domes: , 1. Wiederherstellung mittelalterlicher Bauelemente am Außenbau (u.a. wohl Fenstermaßwerke) , 2. Abnahme der Tünche von Langhauswänden , 3. 1892 Neufassung des Dominnenraumes: farbliche Regotisierung (nach Vorgaben des Eisenacher Regulativs 1861), Gelbweiß für Wand- und Gewölbeflächen, Hellrot für Gewölberippen, Dienste, Pfeiler mit hellgrauen Fugenstrichen, Basis der Obergadenwand erhielt Fries mit Schablonenmalerei in Blautönen , 4. Freilegung und Neufassung der Drolerieköpfe an den Gewölbeanfängern in Apsis und Vierung , 5. Ersatz der Kasettendecke im südlichen Querhaus durch Bohlengewölbe (noch erhalten) , 1896 August Fund eines Teils des Teilungspfostens des Westportals des Domes, 1 m Länge bei Kanalisationsarbeiten, Bericht von Otto Stiehl in: ZblBV 16/1896, S. 372 , Bunte Kapelle: , Februar 1859 C. Brecht Farbzeichnungen der Gewölberippen der Bunten Kapelle (SSB) , 15.5.1889 Ortsbesichtigung der Bunten Kapelle, von Konservator R. Persius, Befürwortung der behutsamen Restaurierung , 1893 Aufnahmen der Malerei und Vorstudien zur Herstellung von Maler Grimmer (gest. Frühjahr 1895), Nachfolger August Oetken (Schüler Schapers Hannover) , 1894 Beschreibung der Wandmalereien durch G. Voss (1894, S. 266-268): , a. in Hauptkrypta Spuren von Wandgemälden , b. Bunte Kapelle: 3 runde Schildbögen mit spätgotischen figürlichen Szenen, 1894 fast erloschen, , c. unter den Arkadenbögen 3 Engel , d. im Ostchor Gewölbe mit 17 Köpfen , 1895-1899 Restauration der Bunten Kapelle, nördlicher Anbau neben dem Chor besteht aus zweigeschossigem Bau, in jedem Stockwerk fast quadratischer Raum mit 4 Kreuzgewölben auf Mittelstütze und 2 Paar gekuppelte spitzbogige Fenster, OG damals als Sakristei genutzt, im EG sog. Bunte Kapelle, Ausstattung mit reicher ornamentaler Wandbemalung (romanisch) und figürlichen Darstellungen (früh- und spätgotisch) mit Engeln, heiliger Agnes, knieende Donatoren, u.a. Spruchband Joachim Dammaker (1489-91 Prior des Domkapitels), Auftrag von Persius an Maler Oetken, Ziel: Nutzung als Kapitelsaal des Domkapitels , Maßnahmen: , 1. Untersuchung und Feststellung der Feuchtigkeit der Wände, Trockenlegung der östlichen Außenwand , 2. Abbruch eines baufälligen Strebepfeilers des Chores, der durch die Kapelle verlief , 3. Teilneuaufmauerung der Kapelle an dieser Stelle (s. QS) , 4. Aufnahme und Entfernung der Übermalungen aus gotischer Zeit, Freilegung der ursprünglichen romanischen Wandmalerei (teils unter Putz, Methode Viollet le Ducs, Stilreinheit), sehr gute Erhaltung der romanischen Freskomalerei, Auffrischung der dekorativen Malerei , 5. Auffrischung und Wiederholung der spätgotischen Rankenmalerei auf den Gewölbeflächen (die ohne Reste romanischer Malerei waren) , 6. Erhaltung der spätgotischen szenischen Figurendarstellungen in den Lünettenfeldern der Wände, keine Restaurierung wegen Geldmangels, lediglich vorsichtige Reinigung, 1895 Messbildaufnahmen (16 Stück) , 7. Rotfassung der Rippen, teilweise mit schwarz-grünen Kantenphasungen, rote Farbfassung der verzierten Gewölbeanfänger , 8. Einbringung neuer ornamentierter Fußbodenfliesen , 9. Einbringung farbiger gemusterter Bleiglasmalereifenster in Grisaillemalerei , 10. Aufstellung eines Eisenofens, verdeckt durch Eisengitter , 11. Aufstellung von Gestühl in spätgotischen Formen aus Eichenholz, nach Entwurf Prof. Schaper , 1902-1906 dritte Domrestauration von L.Dihm am Ostflügel der Klausur: , 1. Rekonstruktion der Fenstermaßwerke , 2. Gewölbeerneuerung, Vorsetzung von Strebepfeilern vor die Wand, alte Gliederungen des Ostflügels freigelegt , 3. Bemalung von dekorativen Mustern an Arkadenbögen sowie kleine Rankenmuster im Durchgang , 4. Erhöhung des Treppenturms am südlichen Querhaus? , 1908/10 Umarbeitung des Entwurfs für bauliche Veränderungen an Ritterakademie (Dachfläche, Geschäftsbericht der brandenburgischen Provinzialkommission für Denkmalpflege und des Provinzialkonservators über die Jahre 1908 bis 1910, Hg. Theodor Goecke, Berlin 1911, S. 21) , 1962-65 vierte Restaurierung der Domkirche, realisiert durch staatliche Denkmalpflege der DDR , Beseitigung der Farbfassungen von 1889-92, Entfernung der Mitteltreppe Schinkels zwischen Langhaus und Hochchor, Freilegung der Bogenöffnungen zur Krypta , 2013-2015 fünfte umfassende Restaurierung zum 850. Domjubiläum; Remarks on building: Lit.: , Kbr. (Kreisbaumeister?): Die Wiederherstellung der "Bunten Kapelle" am Dom in Brandenburg, in: ZblBV 15/1895, S. 448 , Carl Schäfer: Wanderungen in der Mark Brandenburg (zum Dom Brandenburg), in: DBZ 1895, S.?
Bibliography:
Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege u.a. (Hg.), Kirchen des Mittelalters in Brandenburg und Berlin. Archäologie und Bauforschung, Publikation zur Fachtagung in Luckenwalde 14.-16. November 2006 (Petersberg 2007) 62-72; 282-285; F. Adler, Mittelalterliche Backsteinbauwerke des preußischen Staates. Die Mark Brandenburg. Textband, Bd. 2, (Berlin 1898) 116-117; F. Adler, Mittelalterliche Backsteinbauwerke des preußischen Staates. Die Mark Brandenburg. Textband, Bd. 1 (Berlin 1862) , 1-32; F. Adler, Mittelalterliche Backsteinbauwerke des preußischen Staates. Die Mark Brandenburg. Textband, Bd. 1 (Berlin 1862) , I-XX; E. Badstübner, Baugestalt und Bildfunktion. Texte zur Architektur- und Kunstgeschichte (Berlin 2006) 271; E. Badstübner, Die mittelalterlichen Kirchen in Brandenburg, in: Beiträge zur Entstehung und Entwicklung der Stadt Brandenburg im Mittelalter, Veröffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin 84 (Berlin 1993) 317-325; M. Cante, Denkmale in Brandenburg. Stadt Brandenburg an der Havel. Teil 1 Dominsel – Altstadt – Neustadt, Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland 1.1 (Worms am Rhein 1994); P. Eichholz – W. Spatz – F. Solger, Die Kunstdenkmäler von Stadt und Dom Brandenburg, Die Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg 2, 3 (Berlin 1912) , 225-354; J. Fait, Die Baugeschichte des Domes und seine Kunstschätze, in: J. Henkys (Hrsg.), 800 Jahre Dom zu Brandenburg (Berlin 1965) 20-48; J. Fait, Dom und Domschatz zu Brandenburg, Das christliche Denkmal 20/20a (Berlin 1988); C. Gertler, Mehr Anstand, Würde und Zweckmäßigkeit. Karl Friedrich Schinkels Projekt zur Brandenburger Dom-Restaurierung 1834-36, in: Der Brandenburger Dom in der Romantik (Brandenburg/Havel 2002) 31-54; C. Gertler, Die Urkunde von 1426 und die erste Periode des spätgotischen Domumbaus, in: Domstift und Historischer Verein Brandenburg/Havel (Hrsg.), 1050 Jahre Brandenburg . Beiträge zur Geschichte und Kultur (Brandenburg 1998) 66-75; C. Gertler: Die frühe Baugeschichte des Brandenburger Doms im Lichte ihrer Befunde, in: T. Kunz – D. Schumann (Hrsg.), Werk und Rezeption. Ernst Badstübner zum 80. Geburtstag, Studien zur Backsteinarchitektur, Bd. 10 (Berlin 2011) 249-270; K. Grebe, Untersuchungen im Dom zu Brandenburg (Berlin 1963); O. Stiehl, Zur Baugeschichte des Domes zu Brandenburg, Jahresberichte des Historischen Vereins zu Brandenburg 26-28, 1896 , 84-87; R. von Schurbein (Hrsg.), Beständig Neu. 850 Jahre Dom zu Brandenburg an der Havel (Berlin 2015) , 92-102; R. von Schurbein (Hrsg.), Beständig Neu. 850 Jahre Dom zu Brandenburg an der Havel (Berlin 2015) , 81-91; R. von Schurbein (Hrsg.), Beständig Neu. 850 Jahre Dom zu Brandenburg an der Havel (Berlin 2015) , 71-80
Photo information:
Repro; Repro; Repro; Repro; Repro; Repro; Repro; Repro; Repro; Repro; Repro; AM-2014-0001; AM-2014-0002; AM-2014-0003; AM-2014-0004; AM-2014-0005; AM-2014-0006; AM-2014-0007; AM-2014-0008; AM-2014-0009; AM-2014-0010; AM-2014-0011; AM-2014-0012; AM-2014-00 ... (87 in total)

2112991: Vehlefanz Dorfkirche

Location management - buildings:
Aufbewahrung: Oberhavel (Landkreis), Deutschland, Oberkrämer- Vehlefanz, Aufbewahrungsort
History of the building:
History of the building: im 13./14.. Jh. Errichtung des mittelalterlichen Feldsteinsaalbau mit eingezogenem quadratischen Westturm aus der 2. H. 15. Jh. (Dehio 2000, S. 1072) , um 1650 Umbau zur Kreuzform, die Südvorhalle allerdings nur mit der Funktion des Treppenaufgangs zur ehem. Patronatsloge, die an innerer Südwand der Kirche überhing (heute beseitigt), Anlage der tonnengewölbten Gruft in der Mitte des Saalbaus um die Kanzel , im 18. Jh. Errichtung des barocken Turmaufsatzes (mit hölzernen Eckpilastern) mit Haube und offener Laterne, Barockkanzel, Erneuerung des polygonalen mittelalterlichen Chores in gleicher Form, mit Eckbossen, Tonnengewölbe in der Turmhalle, wohl rundbogiger Westeingang zugesetzt (an Feldsteinvermauerung erkennbar, Juni 2016 prov. Depot für hist. Bücher); Restoration of the building: 1875/76 Beteiligung von Spieker, Gette, Kreisbauinspektor Lancizolle (Nauen) an Verbreiterung des inneren Orgelchores, Zeichnung vom 28.12.1875 (Verbleib unbekannt) , 1876 Instandsetzung des Turmes und Daches (Kirche gehört zum Kurmärkischen Ämterkirchenverband) , 1888/89 Instandsetzung der Turmspitze und des Turmdaches , 1895 Tiedemann kümmert sich um Patronatsbeitrag und Beschaffung der Dachsteine , 1895 Reparatur der großen Glocke durch Glockengießer Collier (Berlin-Zehlendorf) und des Risses im Glockenstuhl , 1901 Plan für neue Heizungsanlage der Fa. Sachse Halle, Tiedemann Revision der Zeichnungen , 1902 Bauuntersuchung wegen Einbau der Niederdampfdruckheizung , Mai 1902 Mitwirkung Büttners, Bauforschung, Entdeckung der unterirdischen Grabgewölbe , Öffnung und Sicherung des unterirdischen Gruftgewölbes und der Särge , Mai 1902 Streit zwischen Tiedemann und Büttner um Denkmalwert der bei Bergau (1885) nicht beschriebenen Kirche , Beispiel für persönlichen Eingriff Wilhelms II. (Oberpräsident Bethmann Hollweg teilt in AH Auftrag am 13. März 1902 mit, dass „Se.M. der König und Kaiser bei dem großen Interesse, welches AHdieselben an der Sache nehmen, über das Ergebnis der Untersuchung (des unterirdischen Gewölbes in der Kirche Vehlefanz) bald weiterem Berichte entgegensehen wollen. S.M. erwarten, dass das Gewölbe genügend bewacht und gegen etwaige Diebstähle gesichert, auch bei der Untersuchung der Särge mit der nötigen Vorsicht vorgegangen werde. S.M. empfehlen, dabei neben dem Provinzialkonservator der Provinz Brandenburg auch den Konservator der Kunstdenkmäler, Geheimen Regierungs- und vortragenden Rat Lutsch zuzuziehen und die Wappenschilder an den Särgen auf Grund von photographischen Aufnahmen und Skizzen durch das Kgl. Heroldsamt festhalten zu lassen.“ (Zivilkabinett Lucanus an Oberpräsident Bethmann Hollweg, Berlin 13.03.1902, GStA PK I.HA Rep. 89 Nr. 20794, S. 112) , Intervention des Kaisers wohl auf Betreiben des stellv. Landrats von OHL Adolf von Hanhke (1873-1936), der Sohn von Major Wilhelm von Hanhke war (1833-1912), W. von Hahnke Schwiegersohn des Generalfeldmarschalls Alfred Graf von Schlieffen, Generaladjutant Wilhelms II., persönlicher Berater, Chef des Militärkabinetts 1888-1901, A. von Hahnke ließ auch Neue Schule Vehlefanz bauen, hatte also kulturelle Interessen , 28. Juni 2016 fotografische Aufnahme von 2 Zinnssärgen von um 1690, sehr schlechter Erhaltungszustand, der größere und später eingelassene Sarg wohl von 1694 (evt. Florentina von Houwald?, 2. Gattin von Markus von der Lütcke (1603-86), Generalmajor und Befehlshaber eines Reiterheeres unter dem Großen Kurfürsten, Teilnehmer der Schlacht bei Nauen und Fehrbellin, zugleich Patronatsherr auf Vehlefanz (ein Freiherr Albrecht von Houwald (1866-1950) war 1914-20 Jurist im Kaiserlichen Heroldsamt Berlin (jedoch noch nicht 1902), die Särge mit Engelsköpfen, Füßen, floralen Eckverzierungen, gewundener Ehrenkranz aus Weizenhalmen (wie Fruchtbringende Gesellschaft, in der Lütcke Mitglied war!) versehen, Inschrift des Bestatteten sehr schwer lesbar , , März 1907 Beschluss des Wiederherstellungsprogramms, Entwürfe von Provinzialkonservator Büttner nicht beanstandet , (Geschäftsbericht der brandenburgischen Prov.komm für Denkmalpflege und des Provinzialkonservators über die Jahre 1908 bis 1910, Berlin 1911, S. 35) , 1907(?)-1913 innere Restaurierung und Erneuerung , 1, neue innere Raumfassung in neubarocker Ornamentik über Fensterlaibungen, an Deckenspiegeln (Inschrift an Nordvorbau 1913), künstlerisch-gestaltende Denkmalpflege (im Sinne Lutschs) , 2, Belassen der barocken Voutendecke , 3, Belassen des Barockaltares und der barocken Kanzel samt Gesprengedeckel , 4, neobarocke Ornamentierung der barocken Orgelemporenfelder, Marmorierung der bäulerlich-rustikalen Säulen, einfache Wandrahmenmalerei über älterer Quadermalerei (dunkelrot/braun, Reste an Nordwestwand des Saales) , 5, Anlage der neuen Heizung, neues Fußbodenpflaster in roten Ziegeln , 6, wohl Einsatz neuer Holzfenster in die barocken Rundbogenöffnungen und in jene der Anbauten , 7, Sicherung der Sarkophage (Anzahl unklar) durch teilweise Vermauerung als Heizungskanal , 8, vermutl. Aufhängung des Totenschildes/Epitaphs von Markus von der Lütcke (1603-86) an Südwand des Saales in Höhe der Gruft, starke Einbauten in die barocke Gruft, Einzug eines Segmentbogengewölbes quer zur Tonne, Vermauerung und Reduktion auf einen Heizungsschacht, abgedeckt mit 4 Eisengitterplatten, dadurch Unzugänglichkeit der barocken Gruft , , Februar 1909 Besichtigung durch Theodor Goecke, Empfehlung zur Erneuerung des Außenputzes an schadhaften Stellen, zur Auffrischung der Inschrift und Bemalung der Sandsteingrabplatte des N. von Bredow (Geschäftsbericht der brandenburgischen Prov.komm für Denkmalpflege und des Provinzialkonservators über die Jahre 1908 bis 1910, Berlin 1911, S. 35) , 1982-1989 Erneuerung dieser neobarocken Raumfassung; Remarks on building: Quellen: , BLHA Rep. 2A II. OH Nr. 1894 Unterhaltung der Kirche 1870-1902 , GStA PK I.HA Rep. 89 Nr. 20794, S. 112
Bibliography:
G. Dehio, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Brandenburg, bearbeitet von G. Vinken (München 2000) , 1072; T. Goecke (Hrsg.), Geschäftsbericht der brandenburgischen Provinzialkommission für Denkmalpflege und des Provinzialkonservators über die Jahre 1908 bis 1910 (Berlin 1911)

2113036: Beeskow St. Marien

Location management - buildings:
Aufbewahrung: Oder-Spree und Frankfurt/Oder (Kreisfreie Stadt und Landkreis), Deutschland, Beeskow, Aufbewahrungsort
Characterization:
Type of building - general: Kirche; Specific building type: Stadtkirche; Description: dreischiffige spätgotische Backsteinhallenkirche mit Chorumgang ohne Kapellenkranz und mit eingezogenem quadratischen Westturm , Bedeutung: , bedeutender Backsteinhallenbau der Mark in Anlehnung an St. Marien Frankfurt/Oder, bedeutsam für St. Marien- und St. Nikolai in Luckau
History of the building:
History of the building: Baugeschichte: , um 1370 Bau I: spätgotische Backsteinhalle (1369 Urkunde mit Vorschlag zur Verbesserung der Kirche durch die Bürgerschaft, Dehio 1987, S. 26: 1380-1420, während des Chorbaus Planänderung), die Sakristei aus dieser Zeit erhalten , 1388, 1394, 1411 weitere Altarstiftungen , 1417 Vollendung des Chores und Weihe des Hochaltares , um 1450 Bau II: Ersatz durch jetzige Backsteinhallenkirche bzw. Umbau des Vorgängerbaus mit kapellenlosem Chor nach Planwechsel (Erkenntnisse zu Bau I/II nach Krüger/Schumann 1999), mit vierschiffigem Hallenlanghaus , um 1470 Schnitzaltar (aus Herzberg bei Beeskow) , bis 1511 Bau von Langhaus und Westturm sowie Einwölbung; Restoration of the building: 1834-1836 Restauration unter Beteiligung Schinkels (durch Kriegszerstörung davon nichts erhalten): , Hauptreparaturen , 1856-58 Reparatur der Turmspitze unter BI Stappenbeck , um 1860 W. Emmerich Bauaufnahmezeichnungen (SSB) in Vorbereitung des Werkes von Friedrich Adler "Backsteinbauwerke des Preußischen Staates" (1. Bd. 1862) und Veröffentlichung einer Baugeschichte in ZfpBk 1861 , 1867-1868 über Reparaturen an Strebepfeilern , Ende 1869 Sturmschäden , 1869-70 Erneuerung der Fenster (10 im Hochchor und 5 in der Nordseite), Fenstergewände, Fenstermaßwerke und Mittelrippen durch BI Stappenbeck, Wiederverwendung von alten Formsteinen, Verwendung von neu gepressten Zementsteinen unter KBI Deutschmann, Rot/schwarzeinfärbung der Steine, Magistrat ist Patron , Mai 1870 Kritik von RBR Horn (Zement und Färbung beeinträchtigt Charakter des mittelalterlichen Backsteinbaus, Anfertigung von Probefenster an untergeordneter Stelle) , 1870 Reparatur der Zinkbedachung der Turmpyramide , 1877 Änderung von 4 Kircheneingängen, Gutachter Spieker , 1894 umfassende Orgel(werks)reparatur , Juni 1897 Verwendung von 2000 Mauerziegel mittelalterlichen Formats vom Kirchbau Storkow für Ausbesserungen , Juni 1897 unter RR von Tiedemann kommen fehlende Formsteine aus Sieversdorfer Werk , August 1899 Ausbesserungen über der südlichen Vorhalle und am südlichen Treppenturm , Finanzierung: Kirchenkasse , 1903 Plan umfangreicher Ausbesserungen: (Votum Pk Büttner vom 8.10.1903, Verhandlungsprotokoll RR von Tiedemann vom 29.9.1903: beide BLHA Pr. Br. Rep. 2A II. B Nr. 181) , 1905-07 Herstellungsmaßnahmen (unter KBI BR Scherler): , 1, Neueindeckung des Turmhelmes, Ersatz der vorrotteten Zinkdeckung durch Ziegeldeckung , 2, Herstellung des schadhaften Umgangs hinter den Turmzinnen , 3, Turmbedachung in Mönch und Nonne (nicht Zink wie unter Schinkel) , 4, Herstellung der künstlerisch bedeutsamen Kreuzigungsgruppe (ohne Aufstellung auf einem neuen , Balken), Aufdeckung der ehemals 2 Löcher am Triumphbogen, Entwurf Georg Büttners für die Wiederaufstellung, 1905-09 Restaurierung durch Bildhauer H. Kähler, Berlin (Foto Neininger 2012, S. 136, Pfarrarchiv Beeskow) , 5, Schaffung eines Durchbruchs vom Schiff zur Sakristei , 6, Erneuerung der Emporentreppe in der Vorhalle , 7, Einzug einer geschlossenen Balkendecke in nördlicher Vorhalle, dadurch 1906 Gewinnung eines -mit dem Märtyrerchor und der Sakristei in Verbindung stehenden Museumsraumes für die Präsentation der Altertumssammlung der Stadt und des Kreises , 8, Erhaltung, Reinigung und Instandsetzung der barocken Kanzel , Kritk Pk Büttners an Entfernung der Ausstattungsstücke und Deponierung in Seitenkapelle bei der Wiederherstellung 1836, Ziel: Wiederaufstellung von hist. Ausstattungsstücken , 26. Mai 1906: Einweihung der Altertumssammlung durch Kronprinz Wilhelm (dazu Neininger 2012, S. 137 und BLHA Rep. 6B Nr. 998-1000, BLHA Rep. 2A II B Nr. 181) , 1911 Gründung des Kirchenbauvereins , 1912 Bauprogramm und Arbeitsplan für die Instandsetzung (u.a. Einbau neuer Emporen) , Erlass des Kultusminister zur Besichtigung der Baukommissare des KM, MöA , 24.06.1912 Reisebericht RBR Hoßfeld (MöA), RR Nentwig, stellv. Konservator Blunck (KM), Konsistorialpräsident Steinhausen, Prof. Krüger, BR Scherler (BLHA Pr. Br. Rep. 2A II. B Nr. 181, S. 187r-191r) , RBR Hoßfeld empfahl für die Vorarbeiten am 18.09.1912 den Ing. Erich Brückner als Hilfskraft für Instandsetzungsarbeiten: statische Untersuchungen, Zeichnungen für den einen einsturzgefährdeten Pfeiler, Beteiligung des staatl. Hochbauamtes Beeskow, BR Scherler , Oktober 1912 Besichtigung durch Ministerialkommissare (Goecke verhindert), Begutachtung des Programms der Herstellung, Instandsetzung der Kreuzigungsgruppe (5 Figuren) ist auf Kosten Gemeinde und Provinzialbeihilfe ausgeführt, keine Aufstellung auf Triumphbalken , Bauprogramm 1912: , Außen , 1, Zurückhaltung bei Restaurierung des Außenmauerwerks , 2, Beibehaltung der geschlossenen Paradieshalle, Erneuerung der südlichen Abschlusswand , 3, Einbrechen größerer Fenster an der Nordseite der Sakristei , 4, Verzicht auf Wiederherstellung der basilikalen Anlage auf der Südseite , 5, Verzicht auf Anbringung von Rinnen und Abfallrohren , Innen: , 1, Belassen des Fußbodenniveaus, Erneuerung in Chor und Schiff in Sollinger Platten oder in harten, roten Fließen , 2, Ausbau der Vorhalle am Westeingang: massive Wände und Wölbung , 3, Abbruch der Gerichts- und Domänenbühne samt Treppe , 4, Abbruch der Schneiderbühne nebst Treppe sowie der Brücke zwischen Wendeltreppe und Orgelbühne , 5, Bau eines massiven Abschlusses des Raumes nördlich der Eingangshalle (für Emporentreppenhaus) gegen den Raum über der Vorhalle und gegen das nördliche Seitenschiff , 6, Senkung der Orgelbühne und Vergrößerung gegen das Mittelschiff , 7, Abbruch der am Paradiesgang vorhandenen brückenartigen Gutsempore , 8, statische Untersuchung und Bauaufnahme als Grundlage der Entscheidung über Beseitigung oder Veränderung der massiven Absteifungswand zwischen 2 Pfeilern des Kirchenschiffes auf der Südseite , 9, Belassen der Emporen, nur Abbruch der Zugangstreppe zum östlichen Teil der Nordempore , 10, Beschränkung der Instandsetzung auf Teilerneuerung des Wandputzes und einfache Bemalung von Decken, Wänden und Ausstattung, d.h. keine Rückführung auf den Backsteinrohbau (vgl. Messbild) , 11, Instandsetzung der wertvollen Ausstattungsstücke , 12, Erneuerung des Gestühls unter Wiederverwendung alten Materials , 13, Bau eines Heizungskellers in der Ecke zwischen nördlicher Schiffswand und Westwand des nördlichen Anbaus , 14, Ergänzung des Traufpflasters in Umgebung der Kirche , 15, Befreiung des Putzes von innerer feuchter Nordwand , 16, Untersuchung und zeichnerische Darstellung einer Reihe von Grabsteinen und Gratgewölben durch Brückner (Okt. 1912-März 1913) , 07.08.1913: Votum Pk T. Goecke zu den Entwürfen (BLHA Pr. Br. Rep. 2A II. B Nr. 181, S. 209 v-210r,v), u.a. Befürwortung der Vergrößerung der beiden Fensteröffnungen in der Sakristei, der Umgestaltung der Absteifungswand zwischen den überhängenden Pfeilern durch Beseitigung des Mauerwerks zwischen den beiden Spitzbogen, des Abbruchs der Gerichts- und Domänenempore, des Umbau der Jagdempore, Plädoyer gegen Eisenbetonbalken unter der Orgelempore als Unterlagen für die neue Balkenlage, Befürwortung der farbigen Bemalung der Wand- und Gewölbeflächen durch erfahrenen Kunstmaler , keine Gewährung eines AH Gnadengeschenks für die innere Ausstattung , 1914-18 keine Ausführung der Baumaßnahmen , 1945 starke Kriegszerstörungen, Brand, Ruine: von Chor und Langhaus blieben nur die Umfassungsmauern , Wiederaufbau, Dachdeckung; Remarks on building: Quellen: , BLHA Rep. 2A II B Nr. 180, 181 , BLHA Rep. 6B Nr. 998-1000 , Fotos: , Brückner 1914 mit 11 hist. Abbildungen
Bibliography:
E. Badstübner, Stadtkirchen der Mark Brandenburg (Berlin 1982) , 27; Brückner, Die St. Marienkirche zu Beeskow, Kreiskalender Beeskow-Storkow 1914, 88-95 ; H. Burger, Beeskow. Die Pfarrkirche St. Marien. Überlegungen zur Innenraumfassung und zu den Bauphasen, Brandenburgische Denkmalpflege 7.1, 1998, 21-23; G. Dehio, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Die Bezirke Cottbus und Frankfurt/Oder, bearbeitet von B. Becker (Berlin 1987) , 26; Emmich, Die Kirche und der Thurm der Kreisstadt Beeskow in der Mark Brandenburg, Zeitschrift für praktische Baukunst, 1861,; U. Gentz, Der Hallenumgangschor in der städtischen Backsteinarchitektur Mitteleuropas 1350-1500 (Berlin 2003) , 117-125; T. Goecke (Hrsg.), Geschäftsbericht der brandenburgischen Provinzialkommission für Denkmalpflege und des Provinzialkonservators über die Jahre 1911 bis 1913 (Berlin 1913) , 14-15; Hans Kania - Möller, Karl Friedrich Schinkel Lebenswerk, Die Mark Brandenburg (Berlin 1960); E. Krüger - D. Schumann, Die Marienkirche in Beeskow (Berlin 1999); F. Neininger, Die Instandsetzungen der Marienkirche im 19. und 20. Jahrhundert, in: E. Krüger, D. Schumann (Hrsg.), Bürgerstolz und Seelenheil. Geschichte, Architektur und Ausstattung der Beeskower Marienkirche (Berlin 2012), 125-157; D. Schumann, Beeskow. Die Pfarrkirche St. Marien. Neue Aspekte in der Datierung des Hallenumgangschors, Brandenburgische Denkmalpflege 7.1, 1998, 24-28; D. Schumann, Beeskow. Der Hallenumgangschor der Marienkirche, in: Hallenumgangschöre in Brandenburg, Studien zur Backsteinarchitektur Bd. 1 (Berlin 2000), 352-370; D. Schumann, Zur mittelalterlichen Baugeschichte der Beeskower Marienkirche, in: E. Krüger, D. Schumann (Hrsg.), Bürgerstolz und Seelenheil. Geschichte, Architektur und Ausstattung der Beeskower Marienkirche (Berlin 2012), 84-124; W. Ziehte, Die Liebfrauenkirche in Beeskow und ihre Geschichte (Beeskow 1853)

2113056: Spremberg Stadtpfarrkirche

Location management - buildings:
Aufbewahrung: Spree-Neiße (Landkreis), Deutschland, Spremberg, Aufbewahrungsort
Characterization:
Type of building - general: Kirche; Specific building type: Stadtkirche; Description: spätgotische Backsteinhallenkirche mit 3/8 polygonalem östlichen Chorabschluss und Südwestturm, der in die Halle eingezogen ist, im Innern mit Achteckpfeilern und Stern- und Netzgewölben, an der Nordseite zweigeschossiger Anbau mit Sakristei im EG, mit mittelalterlichem Turm und barockem Aufsatz an der Südwestseite
History of the building:
History of the building: Evang. Kreuzkirche , Vorgängerbau einschiffig mit südlichem Turmanbau, Erdgeschoss des Turmes vom Vorgängerbau aus dem 14. Jahrhundert, vermauertes Portal an der Westfront , 2. Hälfte 15. Jh. Bau der vierjochigen breitgelagerten Halle, an einem der Strebepfeiler das Datum 1509 (evt. Datum der Vollendung der Wölbung) , 1732 Oktogonaufsatz auf dem Turm mit barocker Haube und Laterne, Einbau barocker Emporen, evt. vollständige Verputzung außen und innen , 1832 Aufstellung der Taufe in Pokalform, Belassung der barocken Ausstattung; Restoration of the building: 1893 Auftrag der Gemeinde und der Regierung Frankfurt/Oder zur Bauaufnahme, Zeichnungen von Dihm und Architekt Raebel (Bauaufnahmen TU Planslg.?) , 1892-1893 L. Dihm Entwürfe für Restaurationsbau (Grund für Gesuch um Ausstand aus dem Staatsdienst am 1.07.1893, vgl. GStA Rep. 93 B, Nr. 775) , erster Herstellungsentwurf nicht realisiert, jedoch im ZblBV 15/1895 publiziert: , 1. Entfernung des Außenputzes und Wiederherstellung des Backsteinrohbaus, Steinaustausch in Ziegeln aus mittelalterlichem Handstrichziegelformat , 2. Entfernung des Innenputzes und Herstellung der ursprünglichen Backsteinrohsichtigkeit an Pfeilern und Gewölberippen (Struktursystem) , 3. Beseitigung der teilweise zweigeschossigen Renaissance- und Barockemporen, Neubau von Emporen auf der West- und Nordseite in spätgotischen Formen , 4. Anlage eines neuen Zugangs zur Nord-oder Orgelempore an der Nordseite , 5. Versetzung der Orgel von der Westseite in das Obergeschoss des Nordanbaus , 6. Wiederherstellung der spätgotischen Fensterformen, Verglasung aller Fenster mit klarem Antikglas ohne Muster , 7. Beibehaltung der ornamentalen Buntverglasung in den 3 Chorfenstern von um 1885 , 8. Ausbau und Vervollständigung des mittelalterlichen Westgiebels , 9. Bau eines neogotischen Treppenturmes an der Nordseite, neuer Giebel über dem Nordanbau und neues Portal , 10. Untersuchung nach mittelalterlichen Wandfarbresten, neue Raumfassung nach Vorbild der Rippenbemalung im EG-Raum des Turmes (als Taufkapelle bestimmt), graue und rote Farbgebung, Wechsle von rotem und grauem Stein an den Rippen, weißes Fugenbild, Gewölbekappen mit grünlichen Sternen auf weißem Grund , 11. Beseitigung des barocken Gestühls mit Ausnahme einiger Renaissancestühle, Einbringung neuen neogotischen Gestühls , 12. Erhaltung und Herstellung des hölzernen Altaraufbaus von 1669 , 13. Erhaltung des Totenschildes von Siegfried von Kittlitz (1660) und zweier Holzschnitten hinter dem Altar (Luther, Melanchthon nach Cranach) an der Ostwand hinter dem Altar , 1894 Auftrag zur Ausführung vom MöA (ähnlich Weber 1905 für Doberlug) , 1897/98 Fotografische Bestandsaufnahmen vor Umbau und Restauration TU Planslg. Inv. Nr. F 8243-F 8246 (8243 Innenansicht m. altem Kastengestühl, barocker Kanzel, Altar, Doppelemporen, Weißkalkung, 8244 Kanzel von 1730/35, 8245 Altar von 1660, 8246 Orgel m. Empore 18. Jh.) , August 1898 Dihm Bestandsaufnahmen TU Planslg. Inv. Nr. 601-610 (601 Bestand AR Turmfront August 1898, 602 Bestand AR Längsseite August 1898, 603/604 Bestand GR vermaßt, August 1898, 606 LS Bestand innen, 607 LS Entwurf f. Fassung, Umbauten August 1898, 608/609 Querschnitte Bestand mit Dachstuhl) , 1897-1898 umfassende Wiederherstellung durch Ludwig Dihm , Maßnahmen (weitgehend nach dem Entwurf von 1893): , 1. Schaffung des Stufelgiebels am nördlichen Anbau und an der Westseite der Hallenkirche , 2. südwestlicher Anbau mit Mosaiksteinen , 3. Anbringung eines Mosaiks von 1899 am südöstlichen Portal des Langhauses , 4. neue Malereien an der Orgelempore , Frage: Was wurde sonst ausgeführt vom Entwurf 1893? , 1904 Büttner Besichtigung, Auffindung eines bemalten, vergoldeten Taufengels, eines lebensgroßen Kruzifixes und zweier Kronleuchter mit Stiftungsinschrift von 1656 sowie Anregung zur Instandsetzung und Wiederverwendung (Geschäftsberichte der Prov.Komm und des Pk 1904-07, S. 100) , 1905 Einleitung der Instandsetzungen der Ausstattungsstücke und Überweisung von aufgefundenen Figuren an das Märkische Provinzialmuseum Berlin , 1906/07 Büttner Befürwortung eines Provinzialbeihilfe zur Restaurierung des Taufengels (Geschäftsberichte der Prov.Komm und des Pk 1904-07, S. 100) , 1945 unbeschadet erhalten , 1977 Neufassung des Inneren; Remarks on building: Pläne: , TU Planslg. Inv. Nr. 601-610, F 8243-F 8246
Bibliography:
Bericht über die Tätigkeit der Provinzialkommission für Denkmalpflege und des Provinzialkonservators in der Provinz Brandenburg in den Jahren 1904 bis 1907 (Berlin 1909); G. Dehio, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Die Bezirke Cottbus und Frankfurt/Oder, bearbeitet von B. Becker (Berlin 1987) 367-368; L. Dihm, Wiederherstellungsentwurf für die Stadtkirche in Spremberg, Zentralblatt der Bauverwaltung 15, 1895 , 538-539; K. Reißmann, Die Kunstdenkmäler des Kreises Cottbus, Die Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg (Berlin 1937)
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