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2100363: Großer Altar / Pergamonaltar (Fundament am Ort; vgl. 2103257)

Pergamum / Pergamon / برغامون, İzmir (Provinz)

Information on the Building

Localization:

İzmir (Provinz), Ancient place name: Pergamum / Pergamon / برغامون, Republik Türkei, TR, Pergamon

Geographical description:

Ancient landscape: Mysien
Roman province: Asia
Cultural era: hellenistisch

Characterization:

Building type: Altar
Architectural order: ionisch
Preservation: am ursprünglichen Ort ist das Fundament erhalten geblieben, der unterschiedlich hoch erhaltene mehrstufige Unterbau ist teils freiliegend, teils von Erdreich bedeckt; darüber sind einige Blöcke des marmornen Fußprofils des Altarbaus erhalten bzw. wieder verlegt, sowie ein Orthostat des Altarsockels; das Zentrum des Altaraufbaus ist durch einen Baum bepflanzt. Zahlreiche Bauglieder des Altars sind heute am Rand der Terrasse deponiert.
Description: zum Entwurf des Bauwerks selbst vgl. Arachne 2103257

History:

Restoration: die Fassade des Altars ist unter Verwendung vieler originaler Bauglieder im Pergamonmuseum Berlin rekonstruiert [vgl. Arachne 2103257]

Dating:

Bauwerk: hellenistisch, 1. Hälfte 2. Cent. v. Chr.

Bibliography:

Staatliche Museen zu Berlin (Hrsg.), Der Pergamonaltar (2004);
A. Ferretti - F. Grosser - S. Merten - S. Oraschewski, Der Pergamonaltar: Ein politisches Monument?, in: L.Petersen, R. von den Hoff (Hrsg.), Skulpturen in Pergamon, Gymnasion, Heiligtum, Palast (Böhnen/Westfalen 2011) 53-60;
G. Gruben, Griechische Tempel und Heiligtümer ⁵(München 2001) 468-475;
H. Berve - G. Gruben, Griechische Tempel und Heiligtümer (München 1961) 271 ff. Pl. 175, 176 Fig. 150, 154, 156;
W. D. Heilmeyer (Hrsg.), Der Pergamonaltar. Die neue Präsentation nach der Restaurierung des Telephosfrieses (Tübingen 1997);
H. Heres - V. Kästner, Der Pergamonaltar (2004);
W. Hoepfner, Hermogenes und Epigonos : Pergamon zur Zeit Attalos I., JdI 112, 1997, 141-143;
W. Hoepfner, AA 1996, 115-34;
W. Hoepfner in: W.-D Heilmeyer, (Hrsg.), Der Pergamon-Altar. Die neue Präsentation nach Restaurierung des Telephosfrieses (Berlin 1997) 48-51. 171-76;
M. R. Hofter in: R. Grüßinger – V. Kästner – A. Scholl (Hrsg.), Pergamon. Panorama der antiken Metropole, Katalog Ausstellung Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin (Fulda 2011) 219-223;
V. Kästner in: in: U. Hassler - A. Hoffmann (Hrsg.), Bericht über die 40. Tagung für Ausgrabungswissenschaft und Bauforschung, Kolloquium Wien 1998 (2000) 64-78;
V. Kästner in: W. D. Heilmeyer (Hrsg.), Der Pergamonaltar. Die neue Präsentation nach der Restaurierung des Telephosfrieses (1997) 56-66;
V. Kästner in: D. Grassinger - T. de Oliveira Pinto - A. Scholl (Hrsg.), Die Rückkehr der Götter. Berlins verborgener Olymp (2008) 367 f.;
V. Kästner in: R. Grüßinger – V. Kästner – A. Scholl (Hrsg.), Pergamon. Panorama der antiken Metropole, Katalog Ausstellung Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin (Fulda 2011) 199-211;
M. Klinkott in: U. Hassler - A. Hoffmann (Hrsg.), Bericht über die 40. Tagung für Ausgrabungswissenschaft und Bauforschung, Kolloquium Wien 1998 (2000) 59-63;
A. L. Kuttner in: E. S. Gruen (Hrsg.), Cultural borrowings and ethnic appropriations in antiquity (2005) 137-206;
E. Laufer, Architektur unter den Attaliden (unpubliz. Diss. Köln 2012);
H. Lauter, Die Architektur des Hellenismus (1986) 205-07;
G. de Luca - W. Radt, Sondagen im Fundament des Grossen Altars, PF 12 (1999);
F. Queyrel, L‘autel de Pergame (2005);
W. Radt, Pergamon. Geschichte und Bauten einer antiken Metropole (Darmstadt 1999) 168 ff.;
W. Radt, Pergamon. Geschichte und Bauten einer antiken Metropole 2.Aufl. (Darmstadt 2011) 358 f.;
W. Raeck, Der Pergamonaltar - hellenistischer Erinnerungsort zwischen Wissenschaft und Politik, in: E. Stein-Hölkeskamp - K.-J. Hölkeskamp (Hrsg.) Die griechische Welt. Erinnerungsorte der Antike (München 2010) 280-297;
K. Rheidt, IstMitt 42, 1992, 268 f.;
F. Rumscheid, Untersuchungen zur kleinasiatischen Bauornamentik des Hellenismus (1994) 36-39. 98-107 Cat. no. 208;
H.-J. Schalles, Der Pergamonaltar (1986);
E. M. Schmidt, Der grosse Altar zu Pergamon (1961);
A. Scholl, ’Olympiou endothen aule’ - Zur Deutung des Pergamonaltars als Palast des Zeus, JdI 124, 2009, 251-278;
J. Schrammen, Der grosze Altar. Der obere Markt, AvP III 1 (1906) 34-81;
E. Schulte (Hrsg.), Der Pergamonaltar entdeckt, beschrieben und gezeichnet von Carl Humann (1959);
H. Schwarzer, IstMitt 49, 1999, 286-295;
G. Seiterle, AA 1997/3, 201-208;
A. Stewart in: N. T. de Grummond – B. S. Ridgway (Hrsg.), From Pergamon to Sperlonga. Sculpture and context, Konferenz Florida State University, Tallahassee 1997 ( 2000) 33-57;
D. Wannagat, Säule und Kontext (1995) 59-65;
P. A. Webb in: K. J. Hartswick – M. C. Stutgeon (Hrsg.), ΣΤΕΦΑΝΟΣ. Studies in honor of Brunilde Sismondo Ridgway (Philadelphia 1998) 244-252;
U. Weber, Versatzmarken im antiken griechischen Bauwesen (2013) 213-221;
H. Winnefeld, Die Friese des groszen Altars, AvP III 2 (Berlin 1910);

Catalog

Editor: E. Laufer

Kommentar (im Kontext einer Diskussion attalidischer Architektur [Laufer 2020]):

  • Zum Baubefund und zur Rekonstruktion maßgeblich: AvP III,1, 1-82; Schwarzer 1999, 278-280; de Luca – Radt 1999; Klinkott 2000; Kästner 2000; Heres – Kästner 2004.
  • Zusammenfassung der zentralen baulichen Merkmale: Es handelt sich um einen nahezu quadratischen zweistöckigen Bau; am Sockelgeschoß befindet sich ein von Kopf- und Fußprofil gerahmter monumentaler umlaufender Relieffries, im Obergeschoß eine mit der Fassade nach außen gekehrte umlaufende ionische Ringhalle (Arachne 23837). Nord-, Ost- und Südseite des Baus sind in dieser Weise gegliedert. Abweichend zeigt die Halle an der Westseite zwei Risalite, zwischen denen eine monumentale Treppe in den breiten Mittelteil der Gebäudefront einschneidet. Die Peristase-Ordnung ist am oberen Ende der Treppe durch eine ionische Doppelhalbsäulenpfeiler-Stellung (Arachne 23838) abgelöst, die als Durchgangsarchitektur zum Innenhof dient. Diese Ordnung sollte im Entwurf vermutlich im Hof als vollständiges Peristyl ausgeführt werden, dessen Fertigstellung dann aber unterblieb (Heres – Kästner 2004, 25). Der Innenhof ist zweifellos zweifellos eine zentrale Planungsgröße im Entwurf des Großen Altars; die Vorstellungen zu seiner konkreten Nutzung variieren aber erheblich je nach Deutung des Gesamtbaus. Den Dachaufbau der Ringhalle zierten wohl zahlreiche Skulpturen. Die postulierte Aufstellung weiblicher Gewandstatuen in den Säulenjochen wiesen Kästner und Hofter hingegen zuletzt zurück (Kästner 2011, 207; Hofter 2011, 219).
  • Eine weitere Fundserie qualitätvoll ornamentierter Architekturglieder (Arachne 6474) wird weitgehend akzeptiert (in der Rekonstruktion von Schrammen, in Details korrigiert von Kästner) zu einem kleinen Π-förmigen Baukörper ergänzt, der wohl im Innern des Hofes unterzubringen und als Opferaltar anzusprechen ist. Diese nicht unumstrittene Anordnung (Zweifel etwa bei Webb 1998, 246 und Kuttner 2005, 182. 190 f., die einen Standort außerhalb des ‚Altars’ auf der Terrasse vorschlägt) ist von besonderer Wichtigkeit für die These der typologischen Auffassung des Gesamtbaus als ‚Altar’.
  • Der Große Altar darf im Entwurf einem führenden ionischen Architekten und der Ausführungsqualität nach einer erfahrenen Bauhütte zugeschrieben werden, die mit der Stilsprache der zeitgenössischen Architektur Ioniens eng vertraut waren (Hoepfner 1997, 51 mit einer suggestiven Zuschreibung des Baus zum Œuvre des Hermogenes).
  • Datierung: eumenisch (197-159). Jüngere Datierung ab ca. 170 vertreten durch: Rumscheid 1994, 112; Webb 1998, 250 f.; de Luca – Radt 1999, 120-123; Schwarzer 1999, 290; Heres – Kästner 2004, 28. Für die Frühzeit Eumenes' zuletzt wieder: Hofter 2011, 220-222; Coarelli 2016, 143-158.