Since you are using Arachne as a guest, you can only view images of low resolution.
Login

2100320: Stoa Attalos' II.

Athenae / Athēnai, Athen (Regionalbezirk)

Information on the Building

Localization:

Athen (Regionalbezirk), Ancient place name: Athenae / Athēnai, Griechenland, GR, Athen

Geographical description:

an der Ostseite der Agora
Ancient landscape: Attika
Roman province: Achaea
Cultural era: hellenistisch

Characterization:

Building type: Säulenhalle
Architectural order: dorisch; ionisch
Preservation: An zwei Stellen der Stoa standen die Wände bis ins 20. Jh. in voller Höhe aufrecht, die Teil der spätantiken Stadtmauer waren.
Description: Die zweigeschossige Stoa ist 11,42 m hoch, 111,96 m lang und 19,52 m tief. Sie besteht aus einer rückwärtigen Kammernzeile (in jedem Geschoß 21 Räume) mit einer doppelten Säulenstellung davor. Verschiedene Materialien wurden für den Bau verwendet: Pentelischer Marmor, hymettischer Marmor, Piräus- Kalkstein und Breccia. Die Fassade zur Agora besteht aus pentelischem Marmor. Die Außenordnung ist unten dorisch, oben ionisch; die Innenordnung unten ionisch, oben mit Pfeifenkapitell-Säulen.
Ancient context: urban; Forum/Agora

History:

Building history : Aus den Fundamenten ist ersichtlich, dass die Stoa ursprünglich in kleinerer Form - mit nur 14 Räumen - geplant war; dieser Entwurf wurde in zwei Planstadien erweitert. Beim Herulereinfall des Jahres 267 n. Chr. wurde die Stoa in Brand gesteckt und am Ende des Jahrhunderts wurde sie vollständig zerstört.
Excavation: Die Attalos-Stoa wurde bereits 1861 entdeckt und freigelegt. Von 1949 bis 1953 führten die Amerikaner noch einmal ausführliche Grabungen und Untersuchungen durch.
Restoration: Die Stoa wurde zwischen 1953 und 1956 nach den Rekonstruktionszeichnungen von Travlos unter Verwendung der originalen Mauerpartien und Bauteile vollständig rekonstruiert. Die rückwärtigen Räume dienen heute als Agora-Museum.

Dating:

Bauwerk: hellenistisch , Mitte 2. Cent. v. Chr. (159-138 v. Chr.).
- Argument: Stiftungsinschrift -

Bibliography:

F. Adler, Stoa des Königs Attalos zu Athen (Berlin 1874);
The American school of classical studies at Athens (Hrsg.), The stoa of Attalos II in Athens (1959);
K. Bringmann - H. v. Steuben (Hrsg.), Schenkungen hellenistischer Herrscher an griechische Städte und Heiligtümer 1. Zeugnisse und Kommentare (Berlin 1995) 63-66 Cat. no. 29;
J. McK. Camp, The Athenian Agora: excavations in the heart of classical Athens (London 1986);
J. J. Coulton, The architectural development of the Greek stoa (Oxford 1976) 219 und passim Fig. 28. 43;
E. Fiandra, Il portico di Eumene 1957 (2012) 245-271;
E. Fiandra, Palladio 1958, 97-120;
M. Klinkott, IstMitt 39, 1989, 273 ff.;
W. Koenigs, IstMitt 29, 1979, 214 ff.;
M. Kohl, La genèse du portique d’Attale II. Origine et sens des singularités d’un bâtiment construit dans le cadre de la nouvelle organisation de l’agora d’Athènes au IIe siècle av. J.C., in: J.-Y. Marc - J. C. Moretti (Hrsg.), Constructions publiques et programmes édilitaires en Grèce entre les IIe siècle av. J.-C. et le Ier siècle ap. J.-C., Kolloquium École Francaise und CNRS, Athen 1995 (2001) 237-262;
M. Kohl, Portiques pergaméniens. Ètudes d’ histoire, d’ architecture et d’ urbanisme sous les Attalides. De 300 a 133 av. n. e. (unpubl. Diss. Université d\'Aix-Marseille 1995) 254-279;
E. Laufer, Architektur unter den Attaliden. Pergamon und die Städte zwischen herrscherlichem Bauengagement und Lokaltradition, PF 19 (Wiesbaden 2021) 59-62. 74-77 und passim;
H. Schaaf, Untersuchungen zu Gebäudestiftungen in hellenistischer Zeit (Köln 1992) 94-111;
H.-J. Schalles, Die hellenistische Umgestaltung der Athener Agora im 2. Jh. v.Chr. Ausdruck von Rationalität oder Entpolitisierung?, Hephaistos 4, 1982, 104-106;
H.-J. Schalles, BJb 195, 1995, 674 f.;
H. A. Thompson, The stoa of Attalos II in Athens, Excavations of the Athenian Agora. Picture book 2 (Princeton 1959);
H. A. Thompson - R. E. Wycherley, The Agora of Athens. The history, shape and uses of an ancient city center, The Athenian Agora 14 (Princeton 1972) 103-107;
J. Travlos, Bildlexikon zur Topographie des antiken Athen (Tübingen 1971) 505-520;
Nachlass Carl Weickert (1885-1975);

FA photo prints:

Catalog

Editor: E. Laufer

Kommentar (im Kontext einer Diskussion attalidischer Architektur [Laufer 2020]):

  • Dreischiffige, zweigeschossige Halle. Die Stoa erfuhr wahrscheinlich mehrere Planungs- und Baustadien, in deren Zuge sie immer größer und aufwendiger ausfiel (Travlos 1971, 505; Schalles 1995, 674 f.). Das Anfangskonzept hatte wohl einen einstöckigen Bau vorgesehen (Schaaf 1992, 101-105; Schalles 1995, 674 f.). Die letztendlich verwirklichte Baugestalt stellt eine Kombination des pergamenischen doppelstöckigen Hallentyps mit dem eher mutterländischen Hallentyp mit rückwärtiger Kammerreihe dar (Schaaf 1992, 100; Kohl 2001, 259), vermutlich in Hinsicht auf die dem Bau zugedachte Funktionalität. Der Entwurf ist eng an den der Eumenes-Stoa angelehnt, die vielleicht von demselben Architekten bzw. derselben Bauhütte errichtet wurde.
  • Die Fassadenarchitektur (Arachne 23909) umfaßt ein dorisches Erdgeschoß und ein ionisches Obergeschoß mit Doppelhalbsäulenpfeilern. Das Erdgeschoß innen ist ionisch (Arachne 23914), das Obergeschoß innen gliedern Hohlblattkapitell-Säulen (Arachne 23912). Für die Halle verbaut wurden pentelischer Marmor (Fassadenbauglieder), hymettischer Marmor, Piräus- Kalkstein und Breccia. Frontal vor der Stoa stand das sog. Stiftermonument, ein Statuenanathem wohl zu Ehren Attalos II. (Arachne 1391196; vgl. zuletzt Bringmann - v. Steuben 447).
  • Datierung: Attalos II. (159-138 v. Chr.; Stifterinschrift auf dem Architrav).