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2100039: Hera-Tempel II (Jüngerer Hera-Tempel, Poseidon-Tempel, Zeus-Tempel)

Salerno (Provinz)

Information about structure

Localization:

Salerno (Provinz), Italien, IT, Paestum

Geographical description:

Der Tempel steht neben dem archaischen Tempel im städtischen Heraheiligtum von Poseidonia
Ancient landscape: Kampanien
cultural sphere: griechisch

Characterization:

Building type: Tempel, Peripteros
Architectural order: dorisch
Condition: Es fehlen lediglich das Dach und die Cellawände, die für den normannischen Kirchenbau entfernt wurden.
Description: Bei diesem Tempel wurden mutterländische und großgriechische Entwurfsprinzipien miteinander verschmolzen: Der dorische Tempel besitzt eine Peristase von 6 x 14 Säulen (Stylobat 24,31 x 59,93 m), ist also gegenüber den klassischen dorischen Tempeln des Mutterlandes länger. Die Cellawände fluchten mit der jeweils zweiten Säule der Frontseite. Zwei zweigeschossige Säulenreihen gliedern das Cellainnere in drei Schiffe. In der verstärkten Türwand führen Treppchen zum Dachboden. Der Pronaos ist tiefer als das Ophistodom. An den Fronten wurde der Eckkonflikt durch einfache Kontraktion und an den Seiten durch doppelte Kontraktion gelöst, wobei versucht wurde, die Verschiebungen im Fries unsichtbar zu machen. Die Joche variieren das Normaljoch von 4,475 m, besonders eng sind sie zwischen den Frontsäulen, wo die Säulen einen größeren Durchmesser haben. Die Säulen haben insgesamt einen recht großen Durchmesser. Triglyphen und Metopen verhalten sich wie 2:3 zueienander. Das Geison ragt ungewöhnlich weit hervor. Der Tempel wurde aus lokalem Muschelkalkstein errichtet, stuckiert und bemalt, er wurde aber nicht mit Skulpturen geschmückt.

History:

Construction history : Der Tempel hatte wahrscheinlich einen Vorgängerbau, der noch älter als die „Basilica“ war. Dieser Neubau nun orientiert sich an der Ausrichtung der „Basilica“. Der Tempel war wahrscheinlich dem Zeus geweiht. Er ähnelt sehr dem Zeustempel in Olympia; Die Normannen bauten den Tempel in eine Kirche um.
Excavation: Die Tempel von Paestum wurden um 1750 wiederentdeckt.
Wie neuere Grabungen gezeigt haben, war der Tempel wahrscheinlich Zeus ( erinnert stark an den Zeus-Tempel von Olympia) geweiht, wurde aber im 18. Jh Poseidon zugeschrieben und seitdem so genannt.

Dating

Bauwerk: klassisch, Mitte 5. Cent. v. Chr.

Literature:

G. Gruben, Griechische Tempel und Heiligtümer, 4. Aufl.(München 1986) 256 ff.;
H. Berve - G. Gruben, Griechische Tempel und Heiligtümer (München 1961) 84, 205 ff. Pl. XXV Fig. 81;
H. Junecke, Das Maß des Tempels. Untersuchungen der Peripteroi von Paestum (1991);
H. Kähler, Der griechische Tempel: Wesen und Gestalt (Berlin 1964) Ill. 5–13;
F. Krauss, Paestum. Die griechischen Tempel. (1941) 44 ff. Fig. 4;
D. Mertens, Der Tempel von Segesta und die dorische Tempelbaukunst des griechischen Westens in klassischer Zeit (Mainz 1984) 55 ff.;
D. Mertens in: Poseidonia - Paestum, Atti del ventisettesimo convegno di studi sulla Magna Grecia, Tarent 1987 (1988) 541 ff.;
Nachlass Konstantin Ronczewski (1874-1935);

Photo reprints FA:

Forschungsarchiv für antike Plastik 6666/0 - 6699/0 (Foto Kähler)