Digitale Fototheken
Arachne


Projekte der Fotothek des DAI Rom


Warsher-Fotos

Pompeji, VI 9,6, Casa
dei Dioscuri, Peristyl

Tatjana Wars(c)her auch Warscer (1880-1960) hat zeitlebens in Pompeji und Herculaneum geforscht. Im Jahre 1937 erstellte sie ein Typoskript mit eingeklebten Schwarz-weiß Fotos, den sog. Codex topographicus pompejanaus. Ihre für diese Arbeit hergestellten Fotografien hinterließ sie der Fotothek des DAI Rom. Ihre Aufnahmen sind in das Fotoarchiv mit der Bezeichnung z. B. W 186 eingegangen.

Siehe dazu:


Langobardenforschung am Archäologischen Institut des Deutschen Reiches (1938 – 1942)

Ostgotische
Gürtelschnalle

Die Abteilung Rom verfolgte seit 1938 einen markant politisierten Diskurs. Siegfried Fuchs war 1938 anstelle des 1. Direktors, A. von Gerkan, die wissenschaftliche Leitung des Instituts übertragen worden. Er schrieb dem Haus mit Rückendeckung des Ministeriums eine systematische „Germanenforschung“ vor. Programmteile zu „Langobarden“ und „Goten“ sollten die maßgebliche Rolle der Germanen im Transformationsprozess zwischen Antike und Mittelalter affirmieren. Dem Programm flossen bis Ende des Krieges erhebliche Instituts- und Sondermittel zu. In den Jahren 1938 bis 1942 laufen auf Grund der unterschiedlichen Projekte zwei Negativ- und Photonummerierungen parallel. Eine davon mit dem Vorbuchstaben „L“, der sich auf Völkerwanderungszeitliches und langobardisches Fotomaterial bezieht.

Siehe dazu:


Microfiche: Index der antiken Kunst und Architektur

Um den Bestand der römischen Fotothek auch einem nicht in Rom ansässigen Publikum zugänglich zu machen, ist in den Jahren 1989-90 der damalige Bestand mit seiner Unterteilung nach Gattungen, die die Hauptgebiete der Forschung innerhalb der Klassischen Archäologie darstellen (Plastik, Porträt, Sarkophage, Relief, Architektur, Bauplastik, Topographie, Malerei, Mosaik, Terrakotten, Gold – Silber, Inschriften, Numismatik, Vor- und Frühgeschichte) in eine an den Fotoabzügen durchgeführte und 1990 edierte Microfiches-Edition gelangt. Der Microfiche Index der Fotothek DAI Rom ist in vielen deutschen Universitäten und internationalen Forschungseinrichtungen einsehbar.


Digitalisierung der Glasnegative des Deutschen Archäologischen Instituts im Rahmen von Emagines II-III

Das DAI verfügt aufgrund seiner Forschungstradition weltweit über die größten und ältesten Bildbestände im Bereich der Archäologie der Mittelmeerländer. Sie werden unter dem Projekttitel Emagines in einer strategischen Langzeitplanung digitalisiert und über die vom Deutschen Archäologischen Institut und dem CoDArchLab betriebene Webdatenbank Arachne weltweit zugänglich gemacht.

Die Fotothek des DAI Roms digitalisiert im Rahmen des Emagines-Projektes II-III seine ältersten Negativbestände die in Form von Glasnegativplatten und Nitratnegativen im Archiv vorliegen. Über die gleichzeitige Verknüpfung der Bilder mit den digitalisierten Inventarbüchern der Fotothek, Museumskatalogen (z. B.: Amelung-Katalog) und auch antiquarischen Werken in Arachne erfolgt eine weitreichende und tiefgehende Erschließung der auf den Bildträgern erfassten Objekte.

Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie hier.


VW-Projekt

Capua, Museo Campano

Durch eine über dreijährige Finanzierung (1981-1984) seitens der Stiftung Volkswagenwerke wurde eine systematische fotographische Erfassung römischer Steindenkmäler in Mittelitalien ermöglicht. Unter der Leitung von Sylvia Diebner wurden zusammen mit der Fotografin Gisela Fittschen-Badura in den modernen Regionen Lazio, Abruzzo, Molise, Umbria, Marche und dem nördlichen Teil von Apulien antike Denkmäler dokumentiert.

Ziel des Projekts war es, unbekanntere kleinere, meist kommunale oder private Sammlungen aufzunehmen und verstreute Denkmäler zu erfassen. Dies gelang in erstaunlich hohem Masse, so dass im vorgesehenen Zeitraum rund 12.000 Aufnahmen entstanden, die unter der Kennzeichnung „VW-Stiftung“ in den Bestand der Fotothek eingegangen sind (z. B. 1044 VW 1982; 940 VW 1983). Der Forschung wurde durch dieses Projekt ein neuer Zugang zu Kleindenkmälern ermöglicht, die entweder völlig unbekannt oder nur durch frühe Zeichnung sowie die Aufnahme ihrer Inschriften in das Corpus Inscriptionum Latinarum (CIL) dokumentiert waren. Mit diesem Projekt wurden Studien zu provinziellen und kleinstädtisch-italischen Denkmälern ermöglicht, die z.B. den Austausch von Formen und Motiven behandelten, oder die Verwendung von lokalen Formen im Kontrast zur Übernahme von Bildvorlagen aus anderen Kontexten diskutierten.

Die Vielzahl der beteiligten Institutionen setzte sich aus staatlichen, städtischen und regionalen Altertümerverwaltungen zusammen. Nicht zuletzt ermöglichten die Zuvorkommenheit und das Verständnis für unsere Arbeit zahlreiche Privatleute und Pfarreien.

Zum Bestand des VW-Projekts (in der digitalen Fotothek)

Literatur:


Trajanssäulen-Browser

Die Trajanssäule ist eines der zentralen bilderreichen Monumente der antiken Kunstgeschichte. Mit Hilfe eines dedizierten Bildbrowsers kann sie bis ins Detail erschlossen werden, bleibt aber zugleich mit dem gesamten Inhalt von Arachne kontextualisiert. Insgesamt werden hier 3 große Fotokampagnen des DAI Rom sowie der Gipsabguß im Museo Civiltà dokumentiert.

Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie hier.


Photonachlass Josef Röder (1914 -1975)

Der 1974 verstorbene Josef Röder untersuchte Steinbrüche und ihre Abbautechniken sowie die Transportwege und Handelsrouten von Steinmaterial im Römischen Reich. Eines seiner Vorhaben war es, die Marmorgewinnung im gesamten Mittelmeerraum zu erkunden, dabei wurde er vom DAI sowie der DFG gefördert (antike Marmorbrüche in Chemtou/Simitthus).

Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie hier.


Photonachlass Friedrich Wilhelm Deichmann (1909 -1993)

Von dem von 1937 bis zu seiner Pensionierung 1974 am Institut als frühchristlicher Referent angestellte Forscher hat Friedrich W. Deichmann der Fotothek überreiches Fotomaterial unterschiedlichster Sorten hinterlassen. In den kommenden Jahren soll der Nachlass aufgearbeitet, digitalisiert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Siehe dazu: