Die Antike in Zeichnung, Plan und Bauaufnahme: primäre Dokumentationsmaterialien des 19. und 20. Jahrhunderts im Deutschen Archäologischen Institut Rom

Zu den historischen Handzeichnungen

Zu den Materialien des Architektenarchivs

Unter den umfangreichen wissenschaftlichen Apparaten des Deutschen Archäologischen Instituts, Abteilung Rom befinden sich die beiden Sammlungen „Historische Handzeichnungen“ vornehmlich aus der Zeit 1829-1915 und „Planzeichnungen des Architekturreferats“ aus den Jahren 1953-2000.

Die Zeichnungen, Aquarelle, Pläne, Schnitte etc. der beiden Sammlungen zeigen antike Bauwerke und Objekte, wobei sie häufig heute zerstörte oder veränderte Befunde und Werke dokumentieren und somit zum einen für die Einzeldenkmäler wichtig sind und zum anderen ein Stück Forschungsgeschichte abbilden.

Historisches Archiv

Die Zeichnungen, Skizzen, Pläne, Kopien von Inschriften und Aquarelle der Abteilung 'Historische Handzeichnungen' wurden vornehmlich im 19. und frühem 20. Jahrhundert für das 'Instituto di Corrispondenza Archeologica' angefertigt. Sie geben antike Kunst- und Gebrauchsgegenstände, Inschriften, Malereien, topographische Befunde und Bauwerke wieder, die bei neuen Ausgrabungen ans Licht kamen bzw. Gegenstand der wissenschaftlichen Diskussion waren.

Architekten-Archiv

Mit der Sammlung der 'Handzeichnungen' eng verwandt ist die Ansammlung der 'Planzeichnungen des Architekturreferats'. Sie umfasst die zeichnerische Dokumentation aus allen Feldforschungsprojekten der Römischen Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts seit der Wiedereröffnung im Jahre 1953. Die Pläne, Skizzen und Photographien dokumentieren Stadtanlagen (soweit ausgegraben), Monumente aber auch einzelne Bauglieder aus einer Zeitspanne vom 8. Jh. v. Chr. bis zur Spätantike und stellen Baukunst aus Italien, Tunesien und Algerien dar.

Ziele des Projektes

Die ca. 6.000 Blätter der historischen Sammlung sowie ausgewählte 3.500 Blätter des Architekturreferats werden archivarisch erfasst und sachgerecht in ZENON-DAI katalogisiert. In Arachne werden die digitalisierten Zeichnungen im iDAI.bookbrowser eingelesen, wissenschaftlich kontextualisiert sowie dauerhaft und frei zugänglich gemacht. Über Arachne werden die Materialien zudem an die EU-Initiativen CARARE und Europeana angebunden sowie im CLAROS-Netzwerk verfügbar gemacht.

Neben der Langzeitarchivierung der Daten sind die webfähige Aufbereitung und die Visualisierung der Digitalisierungsmengen der beiden Sammlungen im iDAI.bookbrowser das Hauptziel des Projektes. Die virtuelle Präsentation der schwer zugänglichen Archivmaterialien wird unter Open-Access-Bedingungen durch die Überführung und Bereitstellung der Digitalisate in Arachne sowie die Einbindung der bibliographischen Metadaten verwirklicht.

Analog zum tatsächlichen Aufbau der Archive werden die inhaltlich kohärenten Handzeichnungen in übergeordneten Mappen zusammengefasst dargestellt, die Verknüpfungen zu den Einzelblättern enthalten. Die Erfassung der einzelnen Handzeichnungen mit ihren individuellen Metadaten erfolgt nach demselben System in ZENON-DAI. Die ZENON-Datensätze sind mit den Digitalisaten in Arachne verlinkt. Alle bibliographischen Metadaten sind ebenfalls in PropyleumSEARCH eingebunden. Die Bestände der beiden Handzeichnungssammlungen sind blätterbar in Arachne zur Verfügung gestellt.

Die programmtechnische Erweiterung des Bookbrowsers für dieses Projekt erlaubt es, die bibliothekarischen Metadaten zu jeder Tafel neben der wissenschaftlichen Erschließung individuell darzustellen und abrufbar zu machen. Diese Anpassung stellt den Ausbau der Leistungsfähigkeit und die Ausbreitung des iDAI.bookbrowser auch auf Archive mit heterogenem Material und unterschiedlichem gegenständlichen Darstellungsanspruch dar.

Die wissenschaftliche Kontextualisierung der Handzeichnungen erfolgt durch die Verbindung der Mappen - auf der ersten Ebene - sowie der Seiten des Bookbrowsers - auf der zweiten Ebene - mit den Originaldenkmälern. Jedes Stück wird mit dem dargestellten Objektdatensatz verknüpft. Erweitert wird das Informationsnetz u. a. über die Kontextualisierungsstrukturen zwischen Zeichnungsdatensatz, Objekt, Georeferenz, Datierung, Sammlung und über beschreibende Darstellungsmodule durch die eventuelle Kombination mit Szenendatensätzen, sowie mehrteiligen Denkmälern oder Bauwerk- bzw. Bauwerksteilen.

Strukturiert werden die Mappeninhalte mit dem TEI-Editor. Die Handzeichnungen sind so über ein interaktives Inhaltsverzeichnis navigierbar.