Wolfgang Ehrhardt, Dekorations- und Wohnkontext. Beseitigung, Restaurierung und Konservierung von Wandbemalungen in den kampanischen Antikenstätten (Wiesbaden 2012)

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1873 publiziert August Mau seine bahnbrechende Entdeckung, dass die Wandmalereien in den Häusern nicht aus den letzten zwanzig oder dreißig Jahren des 79 n. Chr. vom Vesuv verschütteten Pompejis stammten, sondern in einem Zeitraum von mehr als zweihundert Jahren den Übergang von der späthellenistischen zur kaiserzeitlichen Wohnkultur dokumentieren. In der Folge wurden die Dekorationskontexte stilgerecht unterteilt. Nach den Gründen der Hausbesitzer, älteren, teilweise schon an die zweihundert Jahre alten Wandschmuck nicht durch modernen zu ersetzen, wurde bisher jedoch noch nicht gefragt. Die vorliegende Arbeit schließt diese Lücke durch eine mikrogeschichtliche Untersuchung des Kontexts und Umfelds der Verzierungen. Es lassen sich rationale Strategien herausschälen, gemäß derer antike Hausbesitzer einerseits ganze Räume oder nur bestimmte Wände neu in einer jüngeren, dann maßgebenden Malmode dekorieren ließen, andererseits vorhandene, ältere Wandverzierungen konservierten, restaurierten und/oder mit zeitgemäßen Dekorationspartien zu einem passend erscheinenden „Amalgam“ verschmolzen.


Die Arbeit umfasste, wie üblich, einen ausführlichen Katalogteil. Darin waren alle Materialien zusammengestellt, die der Beurteilung der jeweiligen Dekorationskontexte innerhalb eines Hauses zugrunde gelegt waren. Dieser Teil hätte nicht nur jeden finanzierbaren Rahmen einer gedruckten Publikation gesprengt. Er wäre und ist bei der Flut von neuen Publikationen zu den kampanischen Antikenstätten schnell lückenhaft. Daher wird dieser Teil hier in Arachne in Form eines Onlinekataloges zur Verfügung gestellt. Das Material ist nach Orten und dort nach Hausnummern bzw. moderner Gebäudebezeichnung gegliedert. Informationen zur Dekoration der einzelnen Räume finden sich in den entsprechenden, verknüpften Datensätzen.

Es handelt sich beim Katalog um die ausführliche Zusammenstellung der Materialien, auf denen die in Palilia 26 publizierte Interpretation der Befunde beruht. Diese Einzeleinträge kann man je nach Bedarf unter Verwendung der verfügbaren Datenbanken aktualisieren. Auf jeden Fall sind die zusammengetragenen Materialien - Artikel, Buchpublikationen, Notizen, Hinweise auf Photos und Zeichnungen - bei den Häusern und Dekorationskontexten unverzichtbar, die während der frühen Ausgrabungsphasen der kampanischen Städte ans Tageslicht kamen. Dies gilt vor allem für jene Häuser, die heute ihrer ursprünglichen dekorativen Ausstattung beraubt sind und deswegen auch nicht in die Bände der "Pompei: pitture e mosaici" aufgenommen wurden.