Kölnplan des Arnold Mercator

zum Mercator-Browser

Die Finanzierung durch die Archäologische Gesellschaft Köln, erlaubt die Digitalisierung und Kontextualisierung der Mercators Karte von Köln als ein Aspekt des Projektes "Antiquitates Coloniae" unter der Leitung von Prof. Dr. Dietrich Boschung. Aus diesen Mitteln wurde auch die Programmierung eines Mercatorbrowsers finanziert, der auf den objektbezogenen und sammlungsgeschichtlichen Datensätzen der Antiken in der Webdatenbank Arachne aufbaut und diese visualisiert. Die den Plan optisch rahmenden Antikendarstellungen werden dabei zu anklickbaren »Hotspots« definiert und führen zu den einzelnen Datensätzen der »wirklichen« Objekte und ihren sammlungsgeschichtlichen Kontexten.

Die Mercators Karte der Stadt Köln - 1571 realisiert - bot zum einen die Möglichkeit, einen Einblick in das Kölner Stadtbild des 16. Jahrhunderts zu gewinnen und zum anderen mit Hilfe der Georeferenzierung die abgebildeten Gebäude zu lokalisieren. Die abgebildeten Objekte - meistens Antiken - und die damit verbundenen Katalog ähnlichen Anmerkungen Mercators machen den Plan zu einer sehr wichtige Quelle, um auf der einen Seite die noch vorhandenen Antiquitäten, ihre Provenienzzusammenhänge und Sammlungen zuzuweisen, wie auf der anderen Seite verlorene Objekte im Detail zu untersuchen.

Sowohl die noch vorhandenen wie die fehlende Antiquitäten wurden in Datensätzen klassifiziert, deren Inhalte auf der Forschungen der vergleichenden Analyse von P. Noelke, H. Gregarek, B. und H. Galsterer (Inschriften) und J. Klinkenberg basiert. In Bezug auf die jeweilige Sammlungsgeschichte bot I. Kirgus eine informative Grundlage.

Um Informationen über die verlorenen Gegenstände zu gewinnen sowie um mögliche Fehler im Mercator Stich zu erkennen, wurde in einem nächsten Schritt eine weitere zeitgenössische Referenz konsultiert, nämlich Stephan Broelman der "Epideigma" (1608). Viele Objekte sind mit denen des Mercator deckungsgleich dargestellt, einige sind anders. Alle von ihnen sind in einer Museumsatmosphäre präsentiert. Die entsprechenden Antiquitäten wurden miteinander und - soweit möglich - mit den realen Objekten verglichen, um schließlich Aufschluss zur zeitgenössischen Perspektive auf Antiquitäten, aber vor allem um eine genaue Vorstellung von der verlorenen Objekte zu erhalten.

Die Ergebnisse des Vergleich werden in neuen Datensätzen veranschaulicht, die Broelman Reproduktionen betreffen und mit Mercators Entsprechungen verknüpft sind.

Das Projekt umfasste die Konzeption und Entwicklung des sog. Mercator-Browsers, der einen schnelleren Zugriff auf die Datensätze und deren Verknüpfungen ermöglicht, der auf einen Klick eine Informationseinführung zu den Objekten gibt und außerdem eine bessere Veranschaulichung der Reproduktionskollektivität bietet.