Torsten Bendschus – Stefan Feuser, Bilder und Vorstellungen römischer Hafenanlagen. Gattungsübergreifende Dokumentation und kontextualisierte Analyse römischer Hafendarstellungen

Online-Katalog

Das Mittelmeer war in antiker Zeit der wichtigste Verkehrs- und Kommunikationsraum. Hafenstädte stellten darin die zentralen Schnittstellen zwischen Land und Wasser dar. Daher überrascht es nicht, dass Häfen, Hafenstädte und maritime Szenen in zahlreichen verschiedenen Materialgattungen abgebildet worden sind, von Sarkophag- und Grabreliefs über Wandmalereien, Mosaike, Lampen, Glasgefäße bis hin zu Münzen und Staatsreliefs. Bislang fehlte allerdings eine gattungsübergreifende Zusammenstellung und Analyse dieser Darstellungen.

Dieses Forschungsdesiderat möchte das Projekt „Bilder und Vorstellungen römischer Hafenanlagen“ schließen, das im Rahmen des Schwerpunktprogramms 1630 „Häfen von der Römischen Kaiserzeit bis zum Mittelalter“ von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zwischen den Jahren 2012 und 2015 gefördert worden ist. Auf Grundlage der umfassenden wissenschaftlichen Dokumentation der einschlägigen Darstellungen kann herausgearbeitet werden, welche Sicht der antike Mensch auf Häfen und Hafenanlagen hatte und welche Vorstellungen damit verknüpft waren. Für die Bildquellen ist häufig angenommen worden, dass sich die in den Abbildungen wiedergegebenen Bauten eindeutig identifizieren und bestimmten Häfen zuordnen lassen, ohne dass der diesen Darstellungen eigene Quellenwert überprüft bzw. herausgearbeitet worden wäre. Nur in wenigen Fällen können allerdings die abgebildeten Bauensembles einem benennbaren Hafen zugeordnet werden.

Durch die Zusammenstellung der Darstellungen ist es möglich, zu untersuchen, in welchen Kontexten Hafenszenen auftreten, wer jeweils Auftraggeber und Adressaten waren, welchen Quellenwert die Abbildungen haben und damit verbunden welche Informationen über die baulichen Einrichtungen von Häfen gewonnen werden können.

Im hier vorgelegten Online-Katalog werden die Darstellungen von Häfen, Hafenstädten und maritimen Landschaften möglichst umfassend zusammengestellt und ausführlich dokumentiert. Durch die Publikation in Form eines Online-Katalogs stehen die gesammelten Informationen auch nach Abschluss des Projekts für weitere übergeordnete Fragestellungen weltweit frei zugänglich zur Verfügung.

In dem Katalog sind Darstellungen von Häfen, Hafenstädten und Ankerplätzen, von einzelnen maritimen Bauten (v. a. Leuchttürmen und Schiffshäuser), von villae maritimae mit Anlegestellen sowie von maritimen Szenen aufgenommen worden, soweit sie Bauten eines Hafens oder Ankerplatzes enthalten. Personifikationen von Hafenstädten sind nur dann aufgeführt, wenn sie einen eindeutigen maritimen Bezug durch die Beifügung von zum Beispiel Schiffen oder einem Leuchtturm aufweisen. Der Katalog ist nach den Materialgattungen Glas, Glyptik, Lampen, Münzen, Malerei, Metallobjekte, Mosaike, Reliefs, Sarkophagreliefs und Varia gegliedert. In einer sekundären Gliederung erfolgt eine Unterteilung nach den jeweiligen Bildinhalten. Insofern bekannt, wurden zusammengehörige Fundkontexte berücksichtigt. Bei den Münzen kann zum Teil eine tertiäre Gliederung nach den abgebildeten Häfen vorgenommen worden, da die Beischriften auf den Münzen und Medaillons zumeist eine Zuordnung zu einem spezifischen Hafen ermöglichen.

Hinweis zur Benutzung des Katalogs:
Die Katalogeinträge wurden als Arachne-Objektdatensätze angelegt. Um Dubletten zu vermeiden, wurden dabei bereits bestehende Datensätze um Szenen mit projektbezogenen Beschreibungen ergänzt. Der Online-Katalog verweist in diesen Fällen auf die jeweilige Szene. Weitere Informationen und Abbildungen sind im Einzelobjekt über den Kontextbrowser (Listenansicht) zu erschließen.