Rezeption der Antike im semantischen Netz: Buch, Bild und Objekt digital

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Ziel des Projektes „Rezeption der Antike im semantischen Netz“ innerhalb der Arachne-Datenbank ist die Erschließung und webbasierte Bereitstellung von Drucken aus der Zeit zwischen 1500 und 1830. Grundlage sind die Stichwerke zur klassischen, vorderasiatischen und ägyptischen Archäologie des 16. bis 19. Jhs. aus der Bibliothek des DAI Rom. Bei diesen frühen Drucken handelt es sich um Literatur (z. B. Reise-, Forschungs- und Grabungsberichte, Sammlungskataloge), die in der Auseinandersetzung mit den Grabungen und Funden der antiken Kulturen im Mittelmeergebiet erschienen sind.
Insgesamt werden rund 2300 Stichwerke bearbeitet. Davon sind 1200 (Stand Juli 2013) so digitalisiert, dass sie als durchsuchbarer Volltext (OCR) zur Verfügung stehen. Darüber hinaus werden die in den Stichwerken behandelten Objekte kontextualisiert. Dies betrifft in erster Linie die strukturellen Metadaten der Drucke, wie Inhaltsverzeichnisse, das Vorkommen von Abbildungen oder Bildunterschriften, aber auch bibliothekarische Daten des Buches. Diese werden in Zusammenarbeit mit der ZENON-Datenbank des DAI mit Hilfe eines vom Forschungsarchiv für Antike Plastik dafür entwickelten TEI-Editors strukturiert. D. h. die technische Buchgliederung in Einband, Titelei, Inhaltsverzeichnis, Tafel usw. wird mit Hilfe der Anwendungsoberfläche des TEI-Editors indexhaft ausgezeichnet, so dass auf eine standardisierte Weise Verknüpfungen erstellt werden.
Unter den semantischen Metadaten sind in erster Linie die in den Drucken abgebildeten bzw. beschriebenen Objekte, ferner auch Orte und Personen relevant. Diese Informationen werden identifiziert und mit den zugehörigen Informationen in der Bild- und Objektdatenbank Arachne verknüpft; d. h. zum einen mit „realen“ Objekten bzw. den relevanten Sammlungs-, Topographie- und Rezeptionsdatensätzen. Soweit diese Informationen in Arachne noch nicht vorhanden sind, werden die entsprechenden Datensätze angelegt.
An einem Bereich, nämlich anhand der Stoss'schen Gemmensammlung wird die Kontextualisierung der semantischen Metadaten beispielhaft vertieft.
Die digitalisierten Titel werden auch über die Metasuche der virtuellen Fachbibliothek „PropylaeumSEARCH2“ zu finden sein.

Das auf viereinhalb Jahre angelegte Projekt „Rezeption der Antike im semantischen Netz“ begann im September 2009 und wird von der DFG gefördert.
Folgende Institutionen sind beteiligt: Deutsches Archäologisches Institut Rom, Deutsches Archäologisches Institut Berlin, Forschungsarchiv für Antike Plastik Köln, ZENON-Datenbank, Winckelmann-Gesellschaft Stendal.

Die durch das Gesamtprojekt zu erwartenden Erkenntnisse zu ehemaligen Aufbewahrungsorten und zur Sammlungsgeschichte bzw. zu archäologischer Publikationsgeschichte bis zum Ende des 19. Jhs. werden der zukünftigen Forschung zahlreiche Einblicke in den Wandel des Antikenverständnisses von Barock, Aufklärung und Klassizismus erlauben. Somit liefert das Projekt Einblicke in die Geschichte der Archäologie, in die Antikenrezeption verschiedener Epochen, in die Geschichte diverser Sammlungen und in die Entwicklung archäologischer Publikationen. Letztlich trägt das Projekt zur interdisziplinären und kulturgeschichtlichen Forschung bei.

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