Das Museo Maffeiano als Online-Edition

zu den Stichwerkseiten des Museo Maffeiano

mit Texten von Dr. Annamaria Pastorino, in Zusammenarbeit mit dem

MUSEO LAPIDARIO MAFFEIANO di Verona

finanziert durch die
Fritz Thyssen Stiftung


Das Museo Maffeiano wurde 1744 in Verona eröffnet, benannt nach seinem Initiator Scipione Maffei. Es war ein nach völlig neuen Kriterien konzipiertes öffentliches Antikenmuseum, das nicht mehr nur an die exklusiven adligen Kreise gerichtet war. Scipione Maffei sammelte in erster Linie epigraphische Denkmäler, die nach didaktischen Gesichtspunkten angeordnet und in den Portiken eines Hofes aufgestellt wurden. Da zahlreiche Inschriften mit Reliefs verbunden sind, entstand auf diese Weise – eher zufällig und unabsichtlich – auch eine umfangreiche Sammlung antiker Skulpturen. Manche Besucher nahmen denn auch vor allem die antiken Reliefs wahr. Scipione Maffei brachte ein Stichwerk heraus, das die ausgestellten Gegenstände abbildete und erläuterte. Es ist für eine datenbankgestützte Online-Faksimile-Edition besonders gut geeignet: aufgrund seiner historischen Bedeutung wie auch angesichts des guten Forschungsstandes, der allein unter der geringen Verbreitung dieses seltenen Stichwerkes leidet.
Das Ziel ist keine rein graphische Wiedergabe, sondern eine wissenschaftlich fundierte, den Forschungsstand wiederspiegelnde Aufbereitung. Das Anklicken von Objekten auf der virtuellen Faksimileoberfläche aktiviert Datenbankzugriffe auf die wissenschaftlichen Informationen zu der jeweiligen Skulptur, begleitet durch Informationsfenster zu übergreifenden Aspekten. U. a. eröffnet sich dabei die Möglichkeit, die immer dichter werdenden Forschungsmeinungen wieder den konkreten Objekten im Museo Maffeiano zuzuordnen. Zu den bei Scipione Maffei abgebildeten Skulpturen soll zudem eine dichte moderne Bilddokumentation erstellt werden. Der Rahmen des virtuellen Buches macht diese objektbezogenen Zuordnungen wieder in ihrem ursprünglichen Zusammenhang erfahrbar. Zudem wird mit der Verbindung von Datenbanktechnologie und grafischer Faksimileoberfläche eine breitere Nutzungmöglichkeit des Stichwerkes von Scipione Maffei angestrebt. So ergibt sich in einer Zeit sinkender Bibliotheksetats die Möglichkeit des weltweiten und, zumindest von öffentlichen Internetzugängen aus, kostenfreien Zugriffes auf das seltene Stichwerk.

Verschiedene Institutionen und Personen haben erhebliche Beiträge geleistet, um die Online-Edition des Stichwerkes von Scipione Maffei zu ermöglichen, wofür ihnen allen sehr herzlich gedankt sei. Das gesamte Projekt wie auch sein »kostenloses Produkt« wären ohne die großzügige Förderung des Projektes durch die Fritz Thyssen Stiftung nicht möglich gewesen. Auch auf die vielfältigen Förderungen, die das Forschungsarchiv für Antike Plastik durch die Universität zu Köln sowie deren Philosophische Fakultät erfahren hat, sei an dieser Stelle dankbar verwiesen. Die Programmierung leisteten Jochen Honds, Falk Adolphs und Florian Willems, der zudem die Projektkoordination und die redaktionelle Gesamtbetreuung durchführte. Fotografische Beratung und technische Unterstützung bei der Aufnahme steuerte Volker Theuss bei. Der undankbaren Aufgabe des Indexes unterzog sich Alexandra Busch. Ohne die vertrauensvolle Kooperation mit Dr. Margeritha Bolla vom Museo Lapidario Maffeiano di Verona wäre das Projekt nicht durchführbar gewesen.

Reinhard Förtsch