G. Despinis - T. Stefanidou-Tiveriou - E. Voutiras, Katalog der Skulpturen im Archäologischen Museum von Thessaloniki

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Das Archäologische Museum von Thessaloniki beherbergt eine der größten und vielfältigsten Sammlungen antiker Skulptur in Griechenland. Grund dafür ist unter anderem die Tatsache, daß die Bestände der Sammlung aus einem weiten geographischen Raum stammen. Auch wenn die Mehrheit der Stücke in der Stadt Thessaloniki und ihrer Umgebung zutage gekommen ist, sind in der Vergangenheit Skulpturen aus verschiedenen Orten der anti­ken Landschaften Makedonien und Thrakien in das Museum gelangt. Aus diesem Grund kann die Sammlung als einigermaßen repräsenta­tiv für die Plastik des nordägäischen Raumes bis hin zur Propontis gelten. Chrono­logisch decken die Skulpturen das gesamte Spektrum der antiken Kunst ab, von der archaischen Zeit (2. Hälfte des 6. Jhs v. Chr.) bis zur Spätantike (4. und sogar 5. Jh. n. Chr.). Deshalb wurde im Jahr 1989 auf Initiative von drei Professoren der Archäologie an der Universität Thessaloniki (G. Despinis, Th. Stefanodou-Tiveriou und E. Voutiras) ein Forschungsprogramm mit dem Ziel, die Skulpturensammlung des Archäologischen Museums von Thessa­loniki vollständig aufzunehmen, zu katalogisieren und zu veröffentlichen, initiiert. Dank der tatkräftigen Unterstützung der zu­ständigen Ephorin Ioulia Vokotopoulou wurde die erforderliche Erlaubnis vom Zentralrat des Antikendienstes (ΚΑΣ) in kurzer Zeit erteilt, so daß das Vorhaben bereits 1990 in Angriff genommen werden konnte. Die Aufnahme und das Studium des Materials wurden bis 1998 durch ein staatliches Forschungsprogramm gefördert. Zusätzliche finanzielle Unterstützung kam vom Museum für Gipsabgüße der Universität Thessaloniki. Die Leiter des Museums sowie das Museumspersonal haben bei der Arbeit stets wohl­wollend geholfen. Seit 1998 ist auch Frau Prof. B. Schmidt-Dounas an der Redaktion des Katalogs beteiligt und der Kreis der Beitragenden hat sich auf Doktoranden des Fachbereiches Archäologie der Universität sowie auf Mitarbeiter des Archäologischen Dienstes ausgeweitet.

Hauptziel des Unternehmens ist die Veröffentlichung eines wissen­schaftlichen Katalogs sämtlicher Skulpturen des Archäologischen Museums von Thessaloniki. Geplant sind vier Bände, von denen der erste 1997 und der zweite 2003 erschienen ist. Der dritte Band befindet sich in Vorbereitung und soll bis Ende 2009 vorliegen.

Die im Museum der Gipsabgüße der Universität Thessaloniki zu­sammen mit dem fotographischen Archiv aufbewahrte Kartei umfaßt inzwischen etwa 1500 Eintragungen. Die Stücke wurden neu gemessen, beschrieben und aufgenommen. Die Rundskulpturen wurden Fotos von mehreren Ansichten, nach Möglichkeit von allen vier Seiten, fotografiert. Die Herkunftsangaben wurden, soweit vorhanden, systematisch überprüft.

Neben der Vorbereitung des Katalogs erschien es zweckmäßig, eine elektronische Datenbank zu erstellen, welche die Nutzung des Archivs erleichtern und die Verbindung mit anderen ähnlichen Projekten ermöglichen würde. Diese Aufgabe wurde in Zussamenarbeit mit dem Forschungsarchiv für Antike Plastik der Universität Köln in Angriff ge­nommen. Infolgedessen konnte der bereits veröffentlichte Teil des Archivs über die Internet-Seite des Projektes "Arachne" einem breiteren Publikum elektronisch zugänglich gemacht werden.