Corpus der Antiken Sarkophage

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Prof. Dr. Ortwin Dally, Prof. Dr. Reinhard Förtsch, Prof. Dr. Henner v. Hesberg
Webpräsenz des Corpus der Antiken Sarkophage
Im Rahmen der Kooperation mit dem Deutschen Archäologischen Institut ist das Forschungsarchiv an der Neukonzeption des Corpus der Antiken Sarkophage beteiligt und übernimmt aus IT-seitiger Sicht die Sicherung einer möglichst kohärenten Webpräsenz der Materialien. Das Corpus war im Jahre 1870 vom Deutschen Archäologischen Institut als Sammlung und Publikation der Sarkophage der römischen Kaiserzeit beschlossen worden. In einer Pilotphase, die von der Universität zu Köln und dem DAI gemeinsam finanziert wird, soll eine adäquate softwaretchnische Strukturierung erarbeitet und an ausgewählten Gattungen beispielhaft verwirklicht werden. Dazu können u. a. die großen, teilweise bereits digitalisierten Fotobestände des Forschungsarchivs zur antiken Sarkophagplastik herangezogen werden. Ein erster Leitaspekt ist, die Formalisierung und Recyclingfähigkeit der Materialerhebung zum zentralen editorischen Prinzip zu machen. Bisher war die Bearbeitung der Bände so aufgebaut, daß das Zusammentragen der Dokumentation in Literatur und Fotografien von jedem Autoren in Eigenregie durchgeführt wurde. Daher fehlt auch eine übergreifende Objektsammlung oder -kartei. Dies ist editorisch, aber auch in und für Zeiten der digitalisierten Information ein ernstes konzeptionelles Defizit, da die erhobenen Informationen außerhalb des Formates der erschienenen Bände verloren gingen. Daher soll bei allen neuen Bänden die Materialaufbereitung nach einem formalisierten Verfahren in ARACHNE durchgeführt werden, so daß persönliche Wechsel in der Bearbeitung leichter zu verkraften sind und auch bei Nichtabschluß eines Projektes zumindest die erstellten Informationen über die Datenbank der Forschung zugänglich gemacht werden können. Ein zweiter Leitaspekt ist die inhaltliche Konzeption der Webaufbereitung, in der die inhaltlichen, funktionalen und regional-landschaftlicher Kontexte stärker berücksichtig werden sollen als in dem bisherigen, seit dem 19. Jh. nur wenig veränderten Prinzip, eine mythologische Figur oder Gattung nach der anderen abzuhandeln. Die Basis dazu ist eine "feste" Web-Site des Sarkophagcorpus des DAI. Sie enthält u. a. "feste" eigene Seiten mit persistenter URL für einzelne Bände:
  • für bereits erschienene Bände zunächst die automatisch zugeordneten, aus ARACHNE herausgezogenen Neufunde, die erst nach Erscheinen des Bandes bekannt geworden sind, sowie
  • für bereits erschienene Bände eine sukzessiv durchzuführende, retrospektive Digitalisierung der publizierten Materialien.
  • für neu erscheinende Bände mit automatisch zugeordneter, aus ARACHNE herausgezogener Gesamtdokumentation des Materials.
"feste" eigene Seiten mit persistenter URL für die Navigation ausschließlich innerhalb von Sarkophagen:
  • nach funktionalen Kontexten, Regionen, chronologischen Kriterien, Themen bzw. Kombinationen dieser 4 Kriterien.
In der Zukunftsperspektive erscheinen die Materialien des Sarkophagcorpus durch mehrere Kriterien besonders markant hervorgehoben: Tradition, internationale Bedeutung, gattungsmäßige Homogenität des Materials, hohes Maß an chronologischer und inhaltlicher Bestimmbarkeit der Einzelobjekte, Kontextualisierungsfähigkeit mehrfiguriger Szenen. Damit sind sie ein besonders geeignetes Feld, um durch die Anwendung von Metadatenmodellen aus der Informationstechnologie die fachlichen Diskursstrukturen im Web abzubilden.

Prof. Dr. Dietrich Boschung, Dr. Alexandra Busch, Dr. Martin Langner
Museo Gregoriano Profano, Grabdenkmäler 3. Sarkophage und Reliefs der Equites singulares.
Auf Wunsch der Vatikanischen Museen wurden auch die Sarkophage zum Gegenstand der Katalogbearbeitung. Für eine Aufnahme der Sarkophage in die Publikationsreihe wurde von Seiten der Vatikanischen Museen als Argument angeführt, daß diese vom Sarkophagcorpus des Deutschen Archäologischen Institutes nur sehr ausschnitthaft erfaßt wurden, sofern sie in die bisher behandelten ikonographischen Themenbereiche fallen – eine Gesamtvorlage dieser teilweise sogar aus geschlossenen Nekropolenzusammenhängen stammenden Denkmäler fehlt jedoch. Ein besonderes Gewicht liegt auf der Erforschung ebendieser Kontexte. Sie würden im Rahmen der vom Forschungsarchiv übernommenen Katalogisierung der Skulpturen des Museo Gregoriano Profano einen sinnvollen Ort finden. Nach Mitteilung von Herrn Prof. Dr. G. Koch sieht das Sarkophagcorpus hierin keine Beeinträchtigung seiner Interessen. Die Reliefs der Equites singulares bieten die Möglichkeit, eine besonders im Raum der Nordwestprovinzen intensiv erforschte Gruppe römischer Amtsträger in ihrer stadtrömischen Denkmälerrepräsentanz kennenzulernen.