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1005701: Gipsabgusssammlung der Universität Leipzig

Leipzig

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Information about collection

Localization:

Set-up: In der Vergangenheit war die Gipsabgusssammlung der Universität Leipzig stets komplett ausgestellt und als öffentliches Museum frei zugänglich, zunächst im ehemaligen Konviktsaales der Mittelpaulinums, später in dem von Adolf Geutebrück gebauten Fridericianum. 1881 erfolgte der Umzug in das Alte Augusteum von Schinkel und Geutebrück und dann bis zur Schließung des Museums im Jahre 1968 in Räumlichkeiten des von Arwed Roßbach umgebauten Augusteums. Heute ist die Sammlung in Depots in der Leipziger Innenstadt untergebracht und es sind jeweils nur ausgewählte Teile der Sammlung im Antikenmuseum in der Alten Nikolaischule bzw. in den Räumlichkeiten des Institutes für Klassische Archäologie der Universität Leipzig ausgestellt.

Localization:

Leipzig, Deutschland, DE, Antikenmuseum der Universität, Abgusssammlung
- Place information is Aufbewahrungsort -

Collection category:

Museum

History:

Origination: Im Zusammenhang mit der Herausbildung der Klassischen Archäologie als akademisches Fach an der Universität Leipzig erfolgte ab 1840 der systematische Aufbau einer archäologischen Lehr- und Studiensammlung. Die Erwerbspolitik zielte sowohl auf den Ausbau einer Sammlung von Originalwerken antiker Kleinkunst als auch einer Sammlung von Gipsabgüssen griechischer und römischer Skulpturen.
Collection: Die Ursprünge der Lehr- und Studiensammlung der Universität Leipzig gehen auf das Jahr 1836 zurück, als Wilhelm Adolf Becker die Mittel für den Aufbau einer solchen Sammlung bereitgestellt wurden. Die ersten Gipsabgüsse trafen 1840 in Leipzig ein. Die Anfangszeit der Sammlung war geprägt von einem recht bescheidenen Etat, weshalb es notwendig war, mehrere Jahresetats für größere Bestellungen zusammenzulegen; Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts konzentrierte sich Johannes Overbeck fast ausschließlich auf die Erweiterung der Gipsabgusssammlung. Ihm gelang der Aufbau einer monumentalen Lehr- und Schausammlung, die einen möglichst vollständigen Überblick über sämtliche Phasen der Stil- und Formentwicklung antike Plastik geben sollte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts führte Franz Studniczka den Ausbau der Sammlung konsequent und systematisch weiter und ergänzte den Bestand besonders um Werke der römischen Kunst wie bspw. um römische Porträts. Außerdem wurde eine Werkstatt zur Rekonstruktion antiker Skulpturen anhand von Abgüssen eingerichtet. Zielgerichtet wurde sie für die Erforschung unvollständig erhaltener antiker Skulpturen eingesetzt, wofür die Arbeiten von Franz Studniczka zur Artemis-Iphigenie-Gruppe und die von Bernhard Schweitzer zur sogenannten Pasquino-Gruppe die herausragendsten Beispiele sind; Eine einschneidende Zäsur in der Geschichte der Sammlung war das Bombardement Leipzigs im Dezember 1943, bei dem das Hauptgebäude der Universität am Augustusplatz und die dort untergebrachte Sammlung schwer beschädigt wurden. Auch wenn ein Großteil der Gipsabgusssammlung zugrunde ging, konnten aus den Trümmern noch rund 600 Gipsabgüsse geborgen werden und nach Kriegsende mit dem Wiederaufbau begonnen werden. Er erlebte ein jähes Ende, als im Jahre 1968 das Institut für Klassische Archäologie und die ihm angeschlossene Lehr- und Studiensammlung im Zuge der Dritten Hochschulreform der DDR aufgelöst wurden. Sämtliche Gipsabgüsse wurden in einen ehemaligen Kohlebunker eingelagert und verblieben dort drei Jahrzehnte ohne jegliche konservatorische Betreuung; Nach der Deutschen Wiedervereinigung und Neugründung des Leipziger Archäologischen Institutes konnte die Gipsabgusssammlung wieder ihrer ursprünglichen Bestimmung zugeführt werden. Voraussetzung dafür war die Bereitstellung neuer Depoträume durch die Universität, in denen seit 1999 die systematische Erschließung und Wiederherstellung sukzessive voranschreitet.

Persons:

Literature:

H.-U. Cain (Hrsg.), Aurea Aetas. Die Blütezeit des Leipziger Antikenmuseums zu Beginn des 20. Jahrhunderts (2009);
G. Ebers - J. Overbeck, Führer durch das archäologische Museum der Universität Leipzig (Leipzig 1881);
G. Ebers - J. Overbeck, Nachtrag zu dem " Führer des archäologischen Museum der Universität Leipzig" 1881 (Leipzig 1891);
J. Overbeck, Die Archäologische Sammlung der Universität Leipzig (Leipzig 1859);
F. Studniczka, Das archäologische Institut. Festschrift zum 500jährigen Jubiläum der Universität Leipzig (1909);